Druckschrift 
1 (1879)
Entstehung
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Nach dieser Begebenheit gelang cS jedoch den christlichen Fürsten, die Heiden anS den GrenzenHolsteins zu vertreiben und darauf den Frieden im Lande zu befestigen.

AnS Holland, Fricsland und Westfalen kamen Colonistcn ins Land, welchen Holsteingrößtcnthcils die Cnltur seines Bodens, unsere Elbgcgendcn die Eindeichung zum Schutze desLandes und die Schiffbarkeit des Stromes verdanken. Der Erzbischof Adalbert II. beschloß,nunmehr auch die alte Mnttcrkirche zu Hamburg nebst dem bei derselben errichteten Bcncdictincr-kloster neu herzustellen, und zwar nach der Prämonstratcnser Ncgel des heiligen Norbert vonTanten, Erzbischofs von Magdeburg. Die neue Dotation dieses Klosters ungefähr ums Jahr1140 beweist, wie rasch die neuen, seitdem nicht gestörten kirchlichen Einrichtungen, welche zugleichein Bild der nicht unbedeutenden Bevölkerung und Wohlhabenheit NordalbingienS gewähren,sich gestaltet haben. In der Nähe Hamburgs werden schon in jener Urkunde die KirchspieleEppendorf und Nellingen, ferner Barmstedt, sowie außer Hciligenstcdtcn und Meldorf die dith-marsischcn Kirchen Heddingstcdt, Büsnm, Lnnden, Tcllingstedt genannt, sowie bald darauf Bcrgc-dorf, und im Laufe des nächsten Jahrhunderts sind in Holstein fast alle jetzt vorhandenen Kirch-spiele nachzuweisen. Diese waren die anfänglichen Abnehmer der hamburgischcn Industrie unddes ersten Handelsverkehrs, dessen schnelle Zunahme um so bewundernswürdiger erscheint, wennwir die beschränkten Mittel der Commnnication in kleinen SchiffSgcfüßcn und durch Boten-vcrkchr, die Unsicherheit der Landstraßen, die Zollbcdrücknngcn, den Mangel bequemer Tansch-mittel erwägen wollen. Erst in unfern Tagen, wo wir in der neuen Welt ähnliche Niederlassungenunter günstigen und freien Verhältnissen gleich rasch haben aufblühen sehen, wird die Möglichkeiteiner solchen Zunahme wieder anschaulich. Schon umö Jahr 1150 finden wir Hamburg denArabern bekannt. Um dieselbe Zeit erhielt es von Heinrich dem Löwen wichtige Privilegien undsandte seine Handelsschiffe nach den holländischen und niederländischen Küsten, nach London undnach Wisbh ans Gothland. Die ersten Anfänge dieses Handels wurden in der Alt- oder Alstcr-stadt, dem St. Pctrikirchspicle, betrieben, dessen Kirche noch am Schlüsse dieses Jahrhundertsdie Hambnrgischc Pfarrkirche genannt wird, und dort also zunächst in denjenigen Gassen, welchenicht von Handwerkern ihren Namen erhalten haben, vorzüglich also in der Straße der gleichen.

Die Lebhaftigkeit des Verkehrs veranlasste den trefflichen Grasen Adolf III. von Schauen-burg ungefähr nms Jahr 1188 die alte Stadt durch Gründung einer neuen Handels-Cvlonicund Anlegung eines ElbhafcnS unter Leitung des Wirad von Boitzenburg zu erweitern, in derGegend der im Westen der bisherigen Stadt gelegenen neuen Burg deS Grafen, wo auch demSchutzheiligen der Schiffer St. Nicolans eine Kapelle errichtet und bald ein neues Kirchspielbegründet wurde. Im folgenden Jahre erwirkte der Graf beim Kaiser Friedrich Nothbart dasbekannte höchst wichtige Privilegium (Zollrcchtc und Vcrkchrserlcichternngeu verschiedener Art,Befreiung von Kriegsdiensten, ein Veto gegen benachbarte Burg- und Befestigungsbauten n. s.w.)für die ganze Stadt, zu dessen vermnthlich nicht geringen Kosten er selbst einen Theil beitrug,woraus zu schließen ist, wie bedeutend die Vortheile waren, welche, da die neuen Anbauer, sowiedie Altstädtcr, zu keinen oder sehr unerheblichen dircctcn Leistungen an die Landesherr« ver-pflichtet waren, von dem Ertrage deS Schancnbnrgischcn Zolles durch die fremden Kauflcnteerwartet wurden. Die bald eintretenden Fehden in Holstein zwischen den Königen von Dänemarkund den Schancnbnrgischcn Grafen konnten die aufstrebende Handelsstadt nicht niederdrücken undmitten in dieser trüben Zeit finden wir schöne Belege für ihre Selbstständigkeit und ihren Han-delsverkehr in dem Bündnisse mit der Stadt Lübeck vom Jahre 1310 zur Erhaltung der bisherbestandenen Freundschaft und insbesondere über gegenseitige Arrcstfrcihcit, dem ältesten be-kannten Städte-Bündniß in Deutschland und überhaupt im nördlichen Europa; sowie bald