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Inzwischen hatte die übrige französische Arriergarde Halt gemacht und dieInfanterie hatte Quarrees for mi rt. Zu einem derselben, gebildet aus dem 69. Regimente,flüchteten die Trümmer des 6. leichten Regiments. Auch dieses griffen Marschalck undFumetti an, allein ein heftiges Feuer, wodurch der Rittmeister von Uslar (s. BiographieNr. 295) getödtet, der Lieutenant von Fumetti verwundet und eine Menge Leute undPferde hingestreckt wurden, setzte den Anstrengungen der Dragoner ein Ziel und licsses nicht rathsam erscheinen, den Rückzug der Franzosen noch weiter zu hindern.
Damit endeten die Angriffe der schweren Brigade. Der Verlust derselben betrugG Officiere, 121 Unterofficiere und Gemeine und 144- Pferde. Die Zahl der getödtetenFranzosen war gering, allein ein grosser Theil der Gefangenen, deren Zahl sich auf1400 belief, war verwundet, auch der mitgefangene interimistische Brigade - Gommandeur.
Gross war die Anerkennung, welche die Bravour der Bock'schen Brigade in diesemsieggekrönten Kampfe selbst in den weitesten Kreisen fand. Wellington, der sonst mitseinem Lobe so karge eiserne Herzog, drückte nicht nur auf der Stelle mündlich seineZufriedenheit aus, sondern nahm auch eine Ehrenwache von 1 Rittmeister, 1 Lieutenantund 40 Mann aus der Brigade in sein Hauptquartier. Ausserdem gewährte er denSiegern eine 2tägige Rast auf dem Kampfplatze und erklärte in seinem officiellen Be-richte: „Ich habe nie einen kühneren Cavallerie-Angriff gesehen, als den, welchen dieschwere Brigade der Kgl. deutschen Legion unter dem General - Major von Bock gegendie feindliche Infanterie ausführte." Und selbst der General Foy, welcher die französischeArriergarde commandirte, spendete') den deutschen Dragonern das Lob glänzenderTapferkeit. Den Officieren der Legion wurde kurz nach diesem denkwürdigen Kampfepermanenter Rang in der britischen Armee und dadurch Anspruch auf half-pay imFalle der Auflösung des Corps bewilligt. Die beiden schweren Dragoner-Regimenterbekamen die Erlaubniss, den Namen „Garzia Hernandez" als Motto zu führen, undging diese Auszeichnung später auf die aus ihnen hervorgegangenen hannoverschen Re-gimenter Garde du Corps und Garde -Cürassiere über.
Nachdem die Armee Marmont's auf diese Weise vom Duero vertrieben war,wandte Wellington sich gegen den auf Madrid retirirenden König Joseph Bonaparte.Während seines Vormarsches versuchten die Franzosen am 11. August (1812) dieenglische Avantgarde, zu welcher eine portugiesische Cavallerie-Brigade und die nachGarzia Hernandez auf 4 Schwadronen reducirte schwere Brigade der Legion gehörte,bei Las Rosas (Majalahonda) zurückzuwerfen. Die feige Flucht der Portugiesen drohtedie rückwärtigen Truppen in eine missliche Lage zu bringen, wenn es nicht der deutschenLegions - Brigade gelungen wäre, sich in ihren Quartieren zu Las Rosas rasch zusammeln und den Feind zu vertreiben. Der Rittmeister von Uslar erhielt dabei eineSchusswunde in den Fuss, die ihn jedoch nicht verhinderte, am folgenden Tage mit derArmee in Madrid einzuziehen, wobei die deutsche Brigade auf Befehl Wellington's inAnerkennung ihres tapferen Benehmens die Avantgarde bildete. 2 )
In der siegreichen Schlacht von Vittoria (21. Juni 1813) commandirte Friedrichv. U. das 1. schwere Dragoner-Regiment und erhielt als Zeichen der Zufriedenheit mitden Leistungen desselben die britische goldene Ehren - Medaille, begleitet von einemehrenden Schreiben des Herzogs von York als commandirenden General. 3 ).
Am Abend des 18. März 1814 stiess er im südlichen Frankreich, unweit VicVigarry, mit seiner und der 5. Compagnie des Regiments auf einen Theil des 10. fran-zösischen Chasseur-Regiments, attaquirte ihn, vom Rittmeister von Bothmer unterstützt,warf ihn zurück und nahm viele Leute und mehr als 30 Pferde gefangen. 4 )
In der Schlacht von Waterloo stand das erste Dragoner-Regiment 5 ) als ein Theil derBrigade des Generals von Dörnberg hinter der Mitte des rechten Flügels des Centrums derenglischen Stellung bei llougoumont, und fand in fünf glänzenden und siegreichen Attaquengegen französische Cürassiere Gelegenheit, dem auf den Schlachtfeldern in Spanien er-worbenen Ruhme neue Lorbeeren hinzuzufügen. Die Verluste des eben erst durch jungeMannschaft ergänzten Regiments waren schon nach dem ersten Choc so gross, dass es auf3 Schwadronen reducirt werden musste. Beim dritten Angriffe wurde das Pferd des Majorsvon Reitzenstein, welcher an Stelle des verwundeten Regiments-Commandeurs das Regiment
') In seinem Werke: „Gesch. des Krieges auf der pyrenaischen Halbinsel" (deutsch), IV, S. 308. —
2 ) B. von L(insingen)-G(estorf). 1. c., S. 286; Dehnel, Erinnerungen deutscher Officiere, S. 176 u. a. O. -
3 ) Nach eigenhändiger Aufzeichnung (im Besitz seines Sohnes). — 1) Desgl. — 5) Die beiden schwerenDragoner-Begimenter der Legion waren im December 1813 in leichte umgewandelt.