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1 (1888) [Hauptbd.]
Entstehung
Seite
336
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war, wieder zu gewinnen, war der Oberst als ältester Lehnsagnat seit dem Tode desKammerjunkers (1824) unablässig bemüht. Durch den s. g. Schillerslager Recess vom22. Septbr. 1829 erlangte er von den Agnaten die Uebergabe dieser Güter gegen dieVerpflichtung der Abtragung der darauf ruhenden bedeutenden Schulden und Lasten,sowie der Zahlung von jährlichen Apanagen. (Reg. 1108.) Im Jahre 1837 verglicher sich mit den Gläubigern des Kammerjunkers in der im Reg. 1109 angegebenen Weiseund gelangte im folgenden Jahre, Dank den reichen Mitteln seiner Gemahlin, nach14 Jahre langem Prozessiren wieder in den Besitz der Güter. Aber das Ende des Con-curses (im J. 1865) erlebte weder er, noch sein ältester Sohn und Nachfolger im Besitzeder Güter, letzterer wenigstens nicht in seinen gesunden Tagen.

Der Oberst Hans starb am 19. Novbr. 1842 zu Göttingen an der Auszehrungund wurde fünf Tage später im Erbbegräbniss zu Wöllmarshausen beigesetzt. ')

Seine Kinder siehe unten Nr. 452 und 453.

443. e) Georg Heinrich Wilhelm Casemir Thilo, geb. 1778, gest. 5. Sep-tember 1778.

444. f) Friedrich August Ludwig Claus, geb. 22. Decbr. 1779 zu Ilten,verbrachte seine erste Jugend im elterlichen Hause unter Leitung eines Hauslehrers, tratim 14. Jahre in das Pagen-Institut des churfürstlichen Hofes zu Hannover, erhielt am17. Januar 1795 das Patent als Cornet im 7. churhannoverschen Cavallerie - Regimente,wurde am 19. Mai 1801 als Seconde-Lieutenant in das Leib - Garde - Regiment versetztund erlebte in dieser Stellung die durch die französische Occupation herbeigeführteConvention zu Lauenburg und die Auflösung des hannoverschen Truppencorps. Mit denmeisten seiner Kameraden entzog er sich der Fremdherrschaft durch die Flucht nachEngland, um in den Reihen der in der Bildung begriffenen Kgl. deutschen Legion fürseinen angestammten König zu kämpfen. Auf das Gnädigste aufgenommen und sogleichim 1. schweren Dragoner-Regiment als Prem. - Lieutenant mit Patent vom 9. Februar1804 angestellt, nahm er zunächst unter den Augen König Georg's III. Theil an derOrganisation und Ausbildung des Regiments zu Dorchester und Weymouth, wohnte imDecember 1805 der Expedition nach dem nördlichen Deutschland bei, welcher dieSchlacht bei Austerlitz und die dadurch veranlasste Auflösung der englisch-schwedischenCoalitions-Armee ein rasches Ende bereitete und die Legion nach einer gefahrvollenSeereise nach England zurückführte. Sein Regiment wurde dann zum Dienste im InnernIrlands verwandt, er selbst diente nach seiner am 3. Januar 1809 erfolgten Ernennungzum Rittmeister und Brigade-Major auf dem englischen Stabe bis Ende 1810, und erhieltdann die 6. Compagnie 2 ) in seinem bisherigen Regimente. In dieser Eigenschaft wurdeer am 20. December 1811 zu Cork mit der Brigade (1. und 2. Dragoner-Regt.) ihremdringenden Wunsche gemäss für den Felddienst auf der Peninsula nach Lissaboneingeschifft, wo sie am 2. Januar 1812 landete, um von nun an mit dem Heere Welling-ton's an den Operationen auf der pyrenäischen Halbinsel, im südlichen Frankreich undin den Niederlanden bis nach dem zweiten Pariser Frieden Theil zu nehmen. 3 ) Jedocherst am 23. Juli 1812 fand die Brigade, und namentlich das 1. Dragoner - Regiment,Gelegenheit, sich in dem Gefechte bei Garzia Hernandez auszuzeichnen, und da demRittmeister Friedrich v. U. dabei eine eben so entscheidende wie ruhmvolle Thätigkeitzufiel, so scheint eine kurze Darstellung des Gefechts nach authentischen Quellen 4 ) geboten.

Am 23. Juli vor Tagesanbruch erhielt die aus 6 Schwadronen (ä 120 Pferden)bestehende schwere Dragoner-Brigade unter dem General-Major von Bock Befehl, dieam Tage vorher bei Salamanca geschlagene französische Armee zu verfolgen. An derTormes angekommen, stiess Lord Wellington und die leichte Cavallerie - Brigade desGeneral-Majors Anson (12. und 16. englische Dragoner-Regiment zu je 4 Schwadronenä 100 Pferden) nebst einer Schwadron vom 5. englischen Garde-Dragoner-Regimente,sowie die erste und die leichte Infanterie-Division zur Brigade von Bock.

') Nach Aufzeichnungen seines Grosssohnes. 2 ) 1 Compagnie = l/ 2 Schwadron. 3) Nacheigenhändiger Aufzeichnung (im Besitz der Erben des weil. Oberappell.-Raths v. U.-G. in Celle); v. d. Decken,die Familie v. d. Decken, S. 93. 4) Hannov. milit. Journal, 1834, 4. Jahrg., 1. Heft, S. 67 u. ff., S. 92;B. von L (insingen)-G(estorf), Aus Hannovers milit. Vergangenheit, S. 280 u. IT., S. 490; Beamish' Gesch'.der Kgl. deutschen Legion, II, S. 85 u. ff. (nicht zuverlässig), Anhang B, S. 28; vgl. den Bericht einesfranzösischen Augenzeugen bei L. von Wissel, Interessante Kriegsereignisse der Neuzeit, Heft III, S. 90;v. d. Decken, 1. c.