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Am 24. Juni 1828 in gleicher Stellung (1. Beamter) nach Ahlden a. d. Allerversetzt, avancirte er am 4. Juni 184-6 zum Oberhauptmann und trat am 1. Octbr.1852 in den Ruhestand. Er lebte danach bis 1858 in Hannover und zog dann zumGebrauch der Bäder nach Salzhemmendorf, wo am 23. März 1859 ein Gehirnschlagseinem thätigen Leben ein Ende machte. •)
Seine Kinder siehe unten Nr. 353 u. ff.
346. g) Amalie Friederike Henriette, geb. 20. Septbr. 1789, gest. 14. März1814-, Stiftsdame zu Fischbeck.
347. h) Otto Ulrich, geb. 20. Septbr. 1789 (Zwilling) zu Scharnebeck, erhieltseinen ersten Unterricht von einem Hauslehrer im elterlichen Hause, besuchte späterdie Schule in Hannover und erwarb sich hier so bedeutende Kenntnisse, dass er schonim 24. Lebensjahre Justizrath wurde. Später kam er als Drost nach Ratzeburg, dannals Justizrath nach Stade. 2 )
Im April 1813 war er in Lüneburg, der ersten Stadt im Herzen Deutschlands,wo nach Napoleon's Niederlage in Russlands Ebenen eine allgemeine freiwillige Bewaffnungfür die grosse Sache Deutschlands Statt fand. Schon am 28. März hatten die Lüneburgersich bewaffnet und, vereint mit den wenigen in der Stadt liegenden Kosacken, die an-rückenden Franzosen erfolgreich zurückgeschlagen, allein gegen die Uebennacht desgeübten, mit Artillerie versehenen Corps des Generals Morand waren sie zu schwach.Nach tapferem Widerstande rückte Morand am 1. April in die Stadt und beschloss, anden Empörern ein Beispiel der Rache zu üben; 30 Bürger sollen als Schlachtopfer fallen.
Unterdessen hatte sich aus den in Lüneburg zurückgebliebenen Autoritäten eineVerwaltungs-Commission auf dem Rathhause gebildet, welcher der Drost Otto v. U. alsMitglied des Verpflegungs- Ausschusses angehörte. Ihre Absicht, eine Deputation zubilden, welche dem General Morand die Unterwerfung der Stadt erklären sollte, wurdedurch den feindlichen Angriff vereitelt. Schon am folgenden Tage (2. April) erschiender General v. Dörnberg mit seinem 2500 Mann starken Corps vor Lüneburg, nahm dieStadt durch Sturm und machte den tödtlich verwundeten General Morand mit demgrössten Theile seines Corps zu Gefangenen. Allein schon am nächsten Tage mussteDörnberg dem starken französischen Corps unter dem Marschall Davoust, Fürsten vonEckmühl, weichen und die Stadt ihrem Schicksale überlassen. Wirklich rückte derGeneral Montbrun mit der 6000 Mann starken Avantgarde dieses Corps am 4. April Nachts12 Uhr im Sturmschritte in die Stadt, und die Einwohner sollten nun die vorhergegangenenUnfälle entgelten. Von den in der Stadt Verbliebenen wurden am 6. April Nachts diehundert angesehensten und wohlhabendsten — darunter der Drost Otto von Uslar 3 ) —ausgehoben und zusammen eingesperrt, um die Namen der Aufrührer von ihnen zu er-fahren oder decimirt zu werden, sofern auch nur der Name eines Einzigen, der gegenfranzösische Soldaten die Waffen ergriffen, verschwiegen bliebe. Da wird Dörnberg zumzweiten Male der Retter Lüneburgs. Er erklärt dem General Montbrun, an den zahlreichgefangenen französischen Offizieren, und zuerst an Morand's Schwager, zehnfache Genug-tliuung nehmen zu wollen, sofern das Leben eines einzigen Einwohners Lüneburgs Preisgegeben würde. Durch diese Massregel wurden Otto v. U. und die übrigen Gefangenen,nach 4-Ostündiger angstvoller Haft, am 8. April in Freiheit gesetzt. 4 )
Finanzielle Verhältnisse veranlassten Otto später, nach Amerika auszuwandern,wo es ihm anfangs nicht gut ging. Als er sich dann aber mit grossem Eifer demStudium der Medizin hingab und den Doctorgrad erlangte, erhielt er bald unter demangenommenen Namen Otto Monroy in New-York eine grosse Praxis, und wurde da-neben auch in schwierigen juristischen Fragen oft consultirt, so dass er zu hohem An-sehen gelangte.
Seine am 17. Juli 1821 ihm im Alter von 14 Jahren angetraute, aus Montrealim Gouvernement Canada gebürtige Gemahlin Julia Anna war die Tochter des reichenaus Irland stammenden Captain Morrison-Lacy und soll von grosser Schönheit gewesen sein.
1) Aufzeichnung seines Sohnes Ludolf. — 2 ) Mittheilung seines ältesten Sohnes. — 3 ) Nach
den Erinnerungen eines Augenzeugen aus dem Jahre 1813 (Volger, Lüneburger Blätter, 1863, Jubelfest-blatt, S. 20) war OLto v. U. mit drei anderen Mitgliedern der Verwaltungs-Commission schon am 3. April
aus der Commission ausgetreten und durch andere Personen ersetzt. — 4 ) N. vaterl. Archiv, III (1823),
S. 301- u. ff.; Jahrg. 1829, I, S. 236, 252 u. ff.; Volger, die merkwürdigsten Begehenheilen in Lüneburgin den Jahren 1813 u. 1814, S. 16 u. ff.; S. 103, 106.