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Assistenz des Hauptmanns Ferdinand v. U.-G. als Vertreter der Melchior'schen Linie —zu ihrem Bevollmächtigten Zwecks Erwirkung der landesherrlichen Bestätigung diesesvon der Familie als ein uraltes Recht in Anspruch genommenen Titels. Auf die vonbeiden Repräsentanten der Familie an das Cabinet S. M. des Königs Ernst Augustvon Hannover gerichtete und durch Urkunden belegte Eingabe vom 20. Mai 1845 erfolgteunterm 5. Mai 1847 die Allerhöchste Genehmigung zur Führung des Freiherrn-Titelsfür die dem Königreich Hannover angehörenden Mitglieder der Familie und dereneheliche Nachkommen, weil die eingelieferten wie die sonst ermittelten Urkunden dieAbstammung der Familie von einer Familie, welche vor dem 14. Jahrhundert demdeutschen Herrenstande angehört habe, mit historischer Wahrscheinlichkeit erkennenlasse. (Regg. 1111, 1113 und S. 2 d. B.)
Als nach dem Tode des Seniors Eduard v. U.-G. (stirbt 1857) das Amt desFamilien - Aeltesten auf ihn kam, hat er die ihm daraus erwachsenen Pflichten mitseltener Treue bis zu seinem am 27. April 1870 erfolgten Tode wahrgenommen.
Seine ihm am 29. Decbr. 1822 ehelich verbundene Gemahlin Philippine LouiseCharlotte (geb. 11. Febr. 1800), Tochter des Landraths Otto Friedrich Juliusvon Münchhausen a. d. H. Schwöbber und der Charlotte Dorothea Wilhelmine geb.von Reden a. d. H. Hameln, verlor er schon am 29. Juli 1845 durch den Tod. DieKinder aus dieser Ehe siehe Nr. 348 u. ff.
345. f) Wilhelm Leo Georg Herbord, geb. 2. April 1787 zu Scharnebeck,besuchte die Schule zu Hannover, studirte in Göttingen von October 1803 bis October1806, wurde am 23. Februar 1807 hannoverscher Amtsauditor beim Amte Scharnebeckund schon 1808 vom Herzog Carl II. von Mecklenburg-Strelitz zum Drost „acl honores"ernannt, am 15. Januar 1810 auch von seiner Landesregierung zum Supernumerair-Drost bei dem genannten Amte, welches er während der russischen, schwedischen undfranzösischen Durchmärsche und Occupationen administrirte und wie sein Vater mitgrossen eigenen Opfern viel Unheil von seinen Amtseinwohnern abwandte, auch manchenRekruten der französischen Conscription entzog. Den Oberforstmeister von Beaulieu-Marconnay befreite er bei einem solchen Anlasse aus persönlicher Noth.
Von April 1811 bis 13. Novbr. 1813 war er unter Jerome Canton-Maire, auchNotaire in Oldenstadt und Receveur der Domainen- und Forstkassen der Aemter Olden-stadt, Bodenteich und Isenhagen, unter allgemeiner Anerkennung der dortigen Gemeindenüber sein uneigennütziges Wirken und seine persönliche Bravour. Als er einst, am 5.und 6. Nov. 1811 die Spritze nach dem grossen Brande in Bevensen begleitete, nahmenihn Kosacken, weil sie das Instrument nicht kannten, gefangen, und schleppten ihn zuPferde Tag und Nacht hindurch nach dem belagerten Hamburg, bis der Graf Woronzow— später General - Gouverneur, — eingedenk seiner Lebensrettung, die er während derAnwesenheit der Franzosen im Lande unserm Wilhelm v. U. verdankte, ihm unterehrender Anerkennung die Freiheit wiedergab.
Nach Rückkehr der Franzosen aus Russland organisirte Wilhelm den Landsturm,und als die Franzosen 1813 das Land verliessen, wurde er als Drost der AemterScharnebeck-Bütlingen eingesetzt. Am 5. August 1814 wurde er an das Amt Rotenburgversetzt und vom Herzog von Cambridge als Gouverneur von Hannover am 19. Septbr.1815 zum Commandanten des dortigen Landsturmes ernannt, mit welchem er aucheinen Zug gegen das von den Franzosen allein noch besetzte Uelzen machte, welchesdiese ohne Kampf aufgaben.
Am 11. Juli 1816 wurde er an das Amt Ilten versetzt zum allgemeinen Bedauernder Rotenburger, welche so lange bei der Regierung petitionirten, bis sie erlangten,dass ihr früherer Chef einen Theil der dortigen Geschäfte von Ilten aus weiter führendurfte. Am 14. März 1817 erfolgte seine Ernennung zum wirklichen Drost des AmtsFriedeburg in Ostfriesland, von wo aus er 1817 und 1818 als Badecommissair inNorderney fungirte. Am 21. Septbr. 1818 verlieh ihm der Prinz Regent (Georg IV.)das Ritterkreuz des Guelfen-Ordens. An das Amt Vörden zu Malgarten am 1. Mai 1819als Interims-Administrator versetzt und am 30. Novbr. d. J. zum ersten dortigenBeamten ernannt, vermählte er sich am 22. Juni 1821 mit Sophie Charlotte CarolineFriederike (geb. 13. Nov. 1797, gest. 16. Octbr. 1866), des Reichsgrafen FriedrichAugust Jacob Sigismund von Gronsfeld-Limpurg-Diepenbroick, kurhess. Major a. D. undder Wilhelmine Amalie Charlotte Louise geb. Freiin von der Horst a. d.H. Halden Tochter.