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1 (1888) [Hauptbd.]
Entstehung
Seite
317
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in Cassel, General Bongars, als Vertheidiger aufzutreten, und sich persönlich als Bürgenfür die Schuldlosigkeit des Angeklagten zu erbieten.

Während der ersten Hälfte des Befreiungskrieges war er einer der ersten, welcherzu den Waffen griff und als Lieutenant in dem Beaulieu'schen Jäger-Corps (Grubenhagen-sches Scharfschützen-Bataillon) namentlich die Belagerung von Hamburg mitmachte,wofür ihm am 15. August 1817 vom Senate zu Hamburg die hanseatische Ehrenmedailleverliehen wurde. Er war auch Ritter des Johanniter-Ordens.

Spin Streben, gemeinnützige Anstalten zu befördern, hat sich ein schönes Denkmaldadurch begründet, dass er zuerst die Errichtung eines Credit-Vereins für die Ritter-schaft der Fürstenthümer Calenberg, Grubenhagen und Hildesheim nachher durchdie Königliche Verordnung vom 5. August 1825 bestimmt in Antrag brachte. Undnoch wenige Wochen vor seinem Ende liess er in dem Hannoverschen Magazin einenAufsatz abdrucken, worin die Vorzüge des Massiv-Baues vor hölzernen Gebäuden, so-wie für die eine und andere Bauart, seinen Mitbürgern dargelegt wurden.*)

Sein reges Interesse für die Angelegenheiten der Gesamtfamilie bethätigte ersowohl durch Sammeln von Familien-Nachrichten, 2 ) wie auch dadurch, dass er imJahre 1819 die bedeutenderen Mitglieder des Uslar'schen Geschlechts, mit Wedekind II.(St.-T. I, Nr. 92) beginnend, in einer Stammtafel vereinigte. Um eine Unterscheidungder ritterbürtigen Familie v. U. von der gleichnamigen Patrizier-Familie herbeizuführen,erwirkte er ein Mandat seiner Vettern, welches ihn ermächtigte, bei der hannoverschenRegierung die Erlaubniss nachzusuchen, ihrem Familien-Namen die BenennungGleichen"hinzufügen zu dürfen. Wenige Wochen vor seinem Tode folgte seinem unterm25. Februar 1825 eingereichten Gesuche die Genehmigung des Königs für alle imKönigreich Hannover angesessenen Mitglieder der Familie. (Reg. 1107; auch S. 2 d. B.)

Seine Gesundheit war durch den Winterfeldzug vor Hamburg untergraben;späterhin veranlasste ein Sturz mit dem Pferde ein inneres, unheilbares Uebel (Brust-geschwür), welchem er nach mehrjährigen Leiden am 30. April 1825 während einesBesuches bei seinem Bruder in Celle standhaft unterlag.

Vermählt war er nicht.

344. e) Bernhard Emmerich Adolf Alexander, geb. 1. December 1784zu Scharnebeck, wurde am IG. August 1805 als Hofgerichts-Auditor angestellt, avancirteam 16. Februar 1816 zum Hof- und Canzleirath, und wurde am 3. Decbr. 1828 Ober-Appellationsrath in Celle. Mit der Verleihung des Guelfen - Ordens 4. Classe am22. Decbr. 1842 erhielt er den Rang von General-Major; 3 ) das Ritterkreuz desselbenOrdens empfing er am 5. Juni 1850. Er war der einzige von allen hannoverschenJustizbeamten, welcher aller Vorstellungen ungeachtet im Jahre 1807 sich weigerte, demKönige Jerorne von Westfalen den Eid der Treue zu leisten, dennoch aber und mitRücksicht auf die, auch von den Franzosen gewonnene Ueberzeugung, dass er auchohne Eid seine Dienstpflichten treu erfüllen werde, unbeeidigt im Dienste belassen wurde. 4 )

Wie sein Bruder Ernst widmete er sich mit Vorliebe der Förderung der Familien-Interessen. In den Jahren 1821 und 1836 petitionirte er bei der hannoverschen Regierungum Wiederabtretung des im Eigenthume der Landesherrschaft befindlichen Felsens, sowieder Burgruine Neuengleichen. Im Jahre 1837 zuletzt abschläglich beschieden, erneuerteer im Jahre 1843 sein Gesuch, das jetzt unter Erbieten eines jährlichen Erbenzinses nurauf Wiedererlangung der eigentlichen Ruine bis an den ersten Burggraben gerichtet war.Nachdem diesem Gesuche auf der Basis einer völligen Aequivalirung des Werthes vermögeLandesaustausches seitens der Regierung unterm 14. Juli 1843 statt gegeben war, wurdeam 13. August 1847 der auf Seite 44 näher ausgeführte Tausch-Contract abgeschlossen,durch welchen der Ober-Appellationsrath Bernhard v. U.-G. und seine Erben (nicht dieGesamtfamilie) gegen Abtretung von 30 Q. - Ruthen cultivirbaren Forstgrundes in denBesitz der oberen, 116 Q.-Ruthen grossen uncultivirbaren Kuppe von Neuengleichen mitder darauf stehenden Burgruine, von oben herab bis an den ersten vormaligen Burg-graben, gelangte.

Als die hannoverschen Behörden einzelnen Mitgliedern der Familie die Führungdes Freiherrn-Titels glaubten untersagen zu müssen, erwählte die Familie ihn unter

0 N. vaterl. Archiv, 1826, I, S. 195; Neuer Nekrolog der Deutschen, 3. Jahrg., 2, S. 1436; Staats-

u. Adresskalender f. d. Kgr. Hannover v. J. 1826, Anhang, S. III. 2 ) Vaterl. Archiv, 1820, III, S. 176.

3 ) Hannov. Zeitung vom 24. Febr. 1843. 4) Aufzeichnung seines Neffen Ludolf in Crefeld.