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verkaufte. (Reg. 1103.) In Folge des Goncurses des Letzteren, so wie durch die mehr-jährigen Ausplünderungen der Franzosen und beständige Einquartierung in den Jahren1803 — 1805 und 1813 und 1814 verarmte er, so dass er sich genöthigt sah, Gellie-hausen und seine sonstigen Güter seinen Gläubigern abzutreten. Den in den Kriegs-jahren erlittenen Verlust berechnet er selbst auf 5490 Thlr. baar, ungerechnet den durchDiebstahl der befreundeten Russen erlittenen Schaden an Silberzeug, Leinen, Pretiosen etc.')Am 2. Novbr. 1792 errichtete er unter eigenen pecuniären Opfern die erste Industrie-schule für Kinder in Scharnebeck. 2 ) Im Jahre 1801 kaufte er von dem OberhauptmannFriedrich Ludwig von Hardenberg und dessen Brüdern etc. das adelige freie landtags-fähige Allodialgut und geschlossene Gericht Geismar mit allen Pertinenzien, Rechten undZubehörungen. (Reg. 1105.) Ob mit dem ungenügend bezeichneten Besitzer einesfreien kanzleisässigen Hofes zu Ebstorf seit 1774 unser Drost v. U. gemeint ist, ist nichtzu erweisen. 3 )
Mit seiner ihm seit 1778 vermählten Gattin Eleonore Luise Christiane (geb.24. März 1751, gest. 24. August 1819), der Tochter des grossbr. - hannov. LanddrostenBörries von Münchhausen a. d. FI. Remeringhausen und der Magdalene Sophie Christianegeb. aus dem Winkel a. d. FI. Wettin, hatte er folgende Kinder:
:x. Gene- 340. a) Sophie Caroline Albertine Marianne, geb. 14. August 1779, gest.
rat'on. jp October 1825, Stiftsdame in Lüne, vermählt 16. Octbr. 1802 mit Carl Friedrichvon Scheither (gest. 16. Aug. 1836), Oberst a. D. auf Alt-Luneberg und Nückel.
341. b) Charlotte Eleonore Florentine Annette Wilhelmine Sophie,
geb. 24. Octbr. 1780, gest. 14. Juli 1847, vermählt am Hochzeitstage ihrer SchwesterSophie mit Ferdinand Wedekind Götz von Olenhusen (geb 27. Novbr. 1768, gest.23. März 1812), mecklenb. - strelitzscher Oberforstmeister auf Olenhusen, Heissenthal,Bodenfelde etc.
342. c) Carl Börries Adolf Wilhelm Philipp Friedrich, geb. 1. Novbr.1781 zu Scharnebeck, war zuerst Auditor, dann Hof- und Canzlei-Rath, trat im Be-freiungskriege in das Scharfschützen-Bataillon Grubenhagen (v. Beaulieu'sches Jägercorps)ein und starb unvermählt am 24. Mai 1815 im Militair - Lazareth zu Bellecroix beiSoignies im Hennegau an einem hitzigen Fieber, welches er sich durch Erkältung zu-gezogen, als er während des Marsches durch ein tiefes Wasser watete.
Er war als tüchtiger Reiter und Waidmann bekannt. 4 )
343. d) Ernst August Albert, geb. 12. März 1783 zu Scharnebeck, wardim elterlichen Hause von einem geschickten Flauslehrer erzogen, trat demnächst alsCadet in das churhannoversche erste Cavallerie- (Leib-) Regiment (von Jonquieres),verliess diese Laufbahn 1800, ward mecklenburg - strelitzscher Kammerjunker, studirtezwei Jahre zu Göttingen schöne Wissenschaften, besonders lebende Sprachen, undmachte dann unter Führung seines Vaters eine Reise durch einen Theil von Deutschlandund Frankreich. Sein lebhafter Wunsch, im Vaterlande zu dienen, ward durch dieErnennung zum Flofjunker in Hannover am 30. December 1802 erfüllt. Am 10. Juli1816 erfolgte die Beförderung zum Kammerjunker und am 12. December 1821 zumwirklichen Kammerherrn. 5 ) Am 9. April 1818 war er zum Deputirten der Galenberg-Grubenhagen'schen Ritterschaft erwählt und am 9. December 1824 folgte seine Wahlzu deren Landrathe, sowie auch für diesen Zeitraum zum Deputirten der ersten Kammerder General-Stände-Versammlung. Im August 1821 erhielt er den Auftrag, die irdischenUeberreste I. M. der Königin Karoline von England von Stade bis an die braunschweigischeGrenze zu begleiten.
Von früher Jugend an zeichnete er sich durch echte Religiosität, durch Liebe undAnhänglichkeit an König und Vaterland und durch wahrhaft uneigennützige Nächstenliebeaus. Sein edler, biederer Charakter scheute keine Mühe und kein Opfer, um Anderennützlich zu werden. So trug er, um nur ein Beispiel anzuführen, kein Bedenken,während der westfälischen Fremdherrschaft für einen wegen politischer Vergehen alsverdächtig eingezogenen mehrjährigen Freund — v. M. — bei dem Chef der Polizei
') Notiz seines Grosssohnes Ludolf in Crefeld. — 2) Annalen der br.-lüneb. Churlande, VII. Jahrg.,
I. Stück, S. 93; 3. Stück, S. 472, 476. — 3) Manecke, topographisch-historische Beschreibung der Städte etc.,
II, S. 5. — 4) Aufzeichnung seines Neffen Ludolf in Crefeld. — 5) v. Horn, der Guelfenorden des König-reichs Hannover, S. 258.