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Heinrich v. U., war es nicht unbekannt geblieben, dass der von seinem Grossvater wegenseines wüsten und ausschweifenden Lebens aufgegebene Dichter zu nichts weniger ge-eignet war, als zu trockenen Amtsgeschäften, und dass er die Stelle nur annahm, umsich aus äusserster Noth zu befreien.') Der Oberst widersetzte sich deshalb seinerWahl aufs Aeusserste, drang aber nicht durch, weil Bürger sowohl unter einflussreichenFreunden, wie unter den Verehrern seiner Dichtung innerhalb der Uslar'schen Familie 2 )mächtige Beschützer hatte. Auch ein Versuch des Obersten, durch eine unterm 1. Novbr.1772 beim Hofgerichte zu Hannover präsentirte Klage, den neuen Beamten zu entfernen,scheiterte an der milden Beurtheilung der von Bürger dawider beim Hofgerichte ein-gereichten Verantwortung. 3 ) So blieb der grosse Dichter und schlechte Beamte unterder Protection seiner Freunde zum Schaden der Familie im Amte, bis er in Folge einervon dem Senior, General August v. U., bei dem Ministerium zu Hannover unterm9. August 1784 eingereichten ernsten Beschwerde 4 ) sich veranlasst sah, seine Stelleniederzulegen. 5 )
Fünf Jahre später, am 5. August 1789, schied der General zu Flofgeismar, vomSchlage gerührt, aus dem Leben. Seinen einzigen Sohn aus erster Ehe und seine11 Kinder zweiter Ehe lernen wir unten sub Nr. 292 und St.-T. VI näher kennen.
Ihm und seiner zweiten Gemahlin ist in dem Baumgarten des Untergutes Appen-rode ein Monument aus Sandstein errichtet.
287. b) Anna Sophia Dorothea, geb. 10. Januar 1738, gest. 1784 (?), seit1777 Chanoinesse im Kloster Walsrode. 6 )
288. c) Friedrich Moritz, geb. 30. December 1739, gest. 10. Januar 1740.
Die Töchter des Majors Johann Friedrich Moritz Messen:
289. a) Marie Eleonore, geb. 27. April 1751, vermählt 23. November 1768mit Hans Lebrecht Friedrich Ludwig von Uslar, Dr. jur., Oberhauptmann zu Ilten.(Melchior. Linie, St.-T. VIII.)
290. b) Henriette Sophie Amalie, geb. 13. Novbr. 1752, gest. 20. März1794, vermählt mit J. LI. Geissei, Pastor in Bremke.
291. c) Johanna Christine Juliane Pauline, geb. 19. April 1754-, gest.16. Decbr. 1830, vermählt 23. Juni 1771 mit August Christian Wilhelm von Linsingen(geb. 14. Decbr. 1729, gest. 24. Febr. 1802), Sachs. -Goth. und holländischer Oberst-lieutenant a. D. auf Tilleda. (1783 Kais. Reichsfreiherr.)
Die oben erwähnten 12 Kinder des Generals August, von denen jedoch nur dreiden Stamm fortsetzten, waren:
xix. Gene- a) Georg Friedrich Leo, dessen Biographie und Descendenz unten sub Nr. 339
ration. ( V g]_ St .-T. VI) folgt.
292. b) Justine Sophie Henriette Friederike, geb. 2. Mai 1765, gest.3. Februar 1816, Stiftsdame zu LIerford (1796), Dechantin des Stifts Obernkirchen (1801).
293. c) Johann Carl Ernst, geb. 3. Juni 1766, gest. 3. März 1769.
294. d) Carl Justus Wilhelm, geb. 19. Juli 1767 zu Münden, wurde nachAbsolvirung seiner Studien in Göttingen am 1. Juni 1790 als Auditor beim AmteRotenburg angestellt, avancirte am 2. Januar 1795 zum tit. Drost daselbst, erhielt am
') Döring, Gottfried Aug. Bürger, S. 51, 54-; Althof, Nachrichten von den LebensumständenGottfr. Aug. Bürger's, S. 33. — 2 ) Als solche sind bekannt: Hofrath Georg v. U. zu Hannover, DrostHans v. U. in Ilten. Drost Georg v. U. in Scharnebeck. (Strodtmann, Briefe von und an Gottfr. Aug.Bürger, II, S. 171, 247; S. 181; S. 187.) — 3 ) K. Goedeke, Gottfr. Aug. Bürger in Göttingen und Gellie-hausen (Hannover, 1873), construirt aus dieser von ihm ausführlich mitgetheilten Entscheidung des Hof-gerichts eine Apotheose auf den Dichter B., vermischt mit gehässigen Ausfällen gegen die damals lebendenUslar. Leider fehlen seit Bürger's Amtsniederlegung die über den Richter B. sprechenden Akten inunserem Familien-Archive, um an ihrer Hand die von K. Goedeke so hoch gehaltene Objectivität in dasrechte Licht zu stellen. — 4) Döring, 1. c., S. 375_u. ff.; Althof, 1. c., S. 49. — 5) N ac h dem Vorbildevon Laube's „Karlsschüler" hat S. H. Mosenthal ein fünfaktiges Schauspiel „ein deutsches Dichterleben"geschrieben, in welchem dem General (August) von Uslar die Rolle des Unterdrückers des Bürger'schenGenius zugetheilt wird. Auch Otto Müller in Stuttgart hat einen Roman „Bürger, ein deutschesDichterleben" geschrieben, welcher jedoch die Uslar kaum berührt. — O von Hodenberg, Lüneb. Urkb.,Abth. XV, S. 331.