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1 (1888) [Hauptbd.]
Entstehung
Seite
299
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Davoust, dessen drei Divisionen, zu denen noch eine dänische Division hinzukam, dieKopfzahl der Wallmoden'schen Armee um das Doppelte übertrafen. Dennoch gelanges dem deutschen General, seinen Gegner in der Gegend von Schwerin über seineStärke vollständig zu täuschen und ihn von seinem Vorrücken auf Berlin abzuhalten.Nachdem Davoust in einem am 21. August unternommenen Recognoscirungs-Gefechte beiVellahn, in welchem das 5. Bataillon die Feuertaufe empfing, zu dem gewünschten Re-sultate nicht gelangt war, sali er sich genöthigt, vor Fortsetzung der Operationen fasteine ganze Division unter dem General Pecheux auf das linke Elbufer zum Einziehenvon Nachrichten zu detachiren. Zur Vernichtung Pecheux' ging Wallmoden mit 8000Mann Infanterie, 2000 Pferden und 12 Geschützen in der Nacht vom 14./15. Septemberbei Dömitz über die Elbe und schlug ihn am 16. an der Göhrde vollständig. An diesemruhmreichen Gefechte nahm Thilo Ludwig v. U. Theil.

Als nach der Schlacht bei Leipzig Napoleon über den Rhein zurückgejagt war,fiel der russisch - deutschen Legion die Aufgabe zu, gegen die mit den Franzosen ver-bündeten unter dem Commando des Prinzen Friedrich von Hessen stehenden Dänenzu kämpfen, dieses etwa 12000 Mann starke Corps zunächst auf ihrer Rückzugsliniefestzuhalten und sie von Schleswig oder Rendsburg so lange zu trennen, bis der Kron-prinz von Schweden zu ihrer völligen Vernichtung würde herangekommen sein. ZurErreichung dieses Zweckes gelang es dem General - Lieutenant von Wallmoden am10. December 1813, durch Besetzung des Dorfes Sehestedt die Dänen zum Stehen zubringen und diesen strategisch wichtigen Punkt eine Zeitlang zu behaupten. Allein dietapferen Vertheidiger erlagen der Uebermacht und mussten das Dorf räumen. Kaumwar dies geschehen, so ertheilte der General von Arentsschildt dem 5. Bataillon derLegion, welches während des Gefechtes noch zurück war, den Befehl, Sehestedt wiederzu nehmen. Das Bataillon rückte in Sectionskolonne auf dem Knickwege so muntervor, dass die erschöpften Soldaten unter der Last ihres Gepäcks auf dem kothigenWege dem braven Capitain von Uslar, welcher die Tete - Gompagnie im Kampfeseiferzu rasch führte, nicht folgen konnten. Das Bataillon kam in dem steilen Hohlwege,der zu dem hoch gelegenen Dorfe führte, auseinander. In diesem ungünstigen Momentestürzten 3 Schwadronen fünischer Dragoner in langen rothen Mänteln aus dem Ortehervor; urplötzlich und ungesehen waren sie heran und brachen in die noch immervorrückende Bataillons - Golonne ein. Der Gommandeur, vollständig überrascht, verlordie Gewalt über das Bataillon. Die erste Gompagnie (Uslar) und ein Theil der zweitenGompagnie gewannen noch Zeit, den Weg zu verlassen und auf dem Felde einendichten Knäuel zu formiren. Der Rest des sehr auseinander gekommenen Bataillonsliess die Dragoner mitten hindurch und war gesprengt. Zugleich ging die feindlicheInfanterie zum Angriff über, und so Avar, ehe sie sich dessen versah, die im Wege auf-gelöste Mannschaft gefangen.') Der Haufen unter dem Capitain v. U. dagegen hieltfest zusammen und vertheidigte sich heldenmüthig, bis er endlich durch Säbel undKugeln der Cavallerie und Infanterie zugleich niedergemetzelt und aufgelöst wurde.Von mehreren Hieben in den Kopf und einer Kugel in die linke Seite getroffen, sankder tapfere Uslar zu Boden.

Mit diesem Berichte von Quistorp's stimmt die Erzählung in dem citirten All-gemeinen Militair-Almanach, III, S. 72 u. ff. in allen Avesentlichen Punkten überein. DerVerfasser des Aufsatzes in letztgenanntem Werke 2 )' fügt noch hinzu, dass der ausHessen gebürtige (?) Hauptmann von Uslar- ein Mann, der Avegen seines in Spanien be-Aviesenen ausnehmenden Mutlies, seiner grossen persönlichen Kraft, 3 ) besonders aberAvegen seines stolzen Hasses gegen die Franzosen, schon unter den westfälischenTruppen die allgemeine Aufmerksamkeit erregt hatte seinen Leuten zugerufen habe,Avelche Schande es für sie sei, unter solchen Umständen eine Niederlage durch Cavalleriezu überleben. Er selbst habe bei diesen Worten einen dänischen Officier vom Pferdegestochen, und ein neben ihm stehender alter Soldat dem feindlichen Gommandeur,Oberst von Hedemann, das Bajonet in's Auge gebohrt. 4 ) Es sei dann so schliesst

') Vgl. die Kritik von Quistorp's über diesen Gefechtsmoment auf S. 205 u. ff. seines cit. Werkes.

2 ) General von StafT, gen. von Reitzenstein, wahrscheinlich der in dem ganzen Feldzuge vielfach rühm-

lich genannte Lieutenant (später Hauptmann) von Staff vom Generalstabe. 3 ) Er konnte ein Hufeisen

zerbrechen wie Glas, und zinnerne Teller aufrollen wie Papier. (Privat-Aufzeichnung.) 4 ) Nachv. Quistorp, 1. c., S. 178 geschah der tödtliche Stoss (und Gefangennahme) des Obersten von Hedeinannerst später und von Soldaten des zweiten Bataillons.

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