der Verfasser — ein wüthendes Gemetzel entstanden, bis Hauptmann v. U., völlig zer-hackt (u. a. war ihm das Kinn abgehauen), unter einem Haufen von Todten undSterbenden beider kämpfenden Parteien begraben war.')
Thilo Ludwig erhielt für sein ausgezeichnetes Benehmen den russischenSt. Wladimir - Orden, aber es ist eben so unrichtig, wenn der mehrfach citirtevon Quistorp S. 178 sagt, dass er wenige Tage nach dem Gefechte, und zwar ehe erdiese Auszeichnung empfangen, sein Heldenleben geendigt habe, wie es auch den That-sachen nicht entspricht, wenn der genannte Verfasser (in theilweisem Widerspruche mitseinen eigenen Angaben auf S. 808) sagt, dass unser Held im Jahre 1814 zu Neu-münster an seinen bei Sehestedt empfangenen Wunden gestorben sei. (Vgl. S. 276.)
Thilo Ludwig v. U. starb allerdings im Jahre 1814, und zwar am 29. März,an den Folgen seiner Wunden, doch nicht zu Neumünster, sondern während einesBesuches bei seinem Bruder Carl auf dem Obergute Appenrode, wo — ein seltsamesSpiel des Zufalls — an seinem Todestage seine Ernennung zum Major und Stadt-commandanten von Memel eintraf.
Im Garten des Gutes zu Appenrode ist er am 4. April 1814 begraben und ihmein Denkmal errichtet.
Verheirathet war er nicht.
246. c) Justus, geb. 1771, gest. 19. Decbr. 1781 an der Auszehrung.
247. d) August Dietrich Hans Ernst Friedrich, geb. 15. Januar 1772, gest.19. Decbr. 1781.
248. e) Johann Amadeus Friedrich Heinrich Eduard, geb. 19. Juni 1773,wurde mit Patent vom 19. Januar 1794 Fähnrich im 1. chur-hannoverschen Infanterie-Regimente, marschirte in demselben Jahre von seinem Standcjuartiere Münden aus nachden Niederlanden, um mit den übrigen als Verstärkung dorthin nachgesandten hannover-schen Truppen Anfangs April den Befehlen des Feld - Zeugmeisters Grafen Clerfait unter-stellt zu werden. Bei der Selbstbefreiung der Garnison von Menin (30. April 1794)deckte sein Regiment deren rechte Flanke. Am ersten Tage der Schlacht bei Tourcoing(17. Mai) wurde dasselbe beim Angriff auf die Position von Moucron durch zwei feind-liche Cavallerie-Regimenter abgeschnitten und bis auf 5 Officiere und 200 Manngefangen genommen. Der Fähnrich Eduard v. U. rettete bei dieser Gelegenheit dieFahne des Regiments, wurde aber am Beine verwundet. Später marschirte das Corpsnach Holland, machte dort sämmtliche Belagerungen mit und kehrte erst Ende 1795in sein neues Standquartier Hameln zurück.
Seine durch die Feldzüge sehr geschwächte Gesundheit, sowie die Folgen seineram 17. Mai 1794 erhaltenen Verwundung veranlassten den Fähnrich v. U. bei der dannfolgenden Reduzirung der Armee (1798) seinen Abschied zu nehmen, den er mit Pensionerhielt. Er wohnte dann von 1810—1817 in Mühlhausen, später in Appenrode, zuletztin Göttingen, wo er am 24. Januar 1857, 83 Jahre alt, an Altersschwäche starb.
Senior der Familie war er von 1846 bis zu seinem Tode.
Mit seiner Gemahlin Marie Christiane (geb. 1. Mai 1787, gest. 20. April 1867),der Tochter des Advocaten und Secretairs Heinrich Wilhelm Hentrich zu Heiligenstadtund der Martha Elisabeth geb. Schotte, die er am 4. März 1810 heirathete, hatte er dieunten sub Nr. 256 u. ff. genannten Kinder. 2 )
249. f) Caroline Ernestine Philippine, geb. 21. Januar 1774, gest. 9. Febr.1829, heirathet den Advocaten Erich Ephraim Goltze in Göttingen.
250. g) Detlev Alexander Georg Wilhelm Adam Friedrich, geb. 12. April1776, wurde am 30. Januar 1794 als wirklicher Fähnrich im 1. chur-hannoverschenInfanterie -Regimente angestellt, machte als solcher die Feldzüge 1794 und 95 in denNiederlanden mit, wurde am 6. Mai 1802 See.-Lieutenant, und trat nach der durchdie Convention von Lauenburg (5. Juli 1803) bedingten Auflösung der Armee alsLieutenant mit Patent vom 21. Januar 1806 in das 1. leichte Bataillon der Kgl. deutschen
') Das Resultat des Gefechts bei Sehestedt war, dass der Abzug der Dänen nach Rendsburg nichtgehindert werden konnte. Die Legion cemirte diese Festung. Die Reste des fünften Bataillons wurdenvertheilt. — 2) Quellen: Aufzeichnungen im Familien - Archive; Jacobi u. Kraut, Annalen etc., VIII. Jahn?.,S. 506; v. Sichart, 1. c., IV, S. 79, 332, 439, 449, 627.