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Theile der Bürgerschaft Achtung, dagegen wurde er von einigen Militairs um so bitterergehasst. Sie nannten ihn einen Tyrannen gegen die Freunde des Kurfürsten, einenVerräther am Vaterlande. Zufällig hörte er einmal derartige Aeusserungen in der Näheder Hauptwache. Wüthend rief er, auf die entblösste Brust zeigend, mit donnernderStimme: „hierunter schlägt ein treues Hessenherz, wer Muth hat, der werde an mirzum Banditen und durchbohre dies Herz!" Dann riss er den Degen aus der Scheideund schwur jedem den Tod, der fortan subordinationswidrig handeln würde. Das wirkte.Niemand wagte es mehr, öffentlich gegen ihn zu reden, dagegen stellte man ihm nunheimlich nach. Noch an demselben Abend hätte ihn beinahe eine Kugel, welche einnie entdeckter Schurke durch das Fenster, an welchem er sass, in sein Zimmer schoss,den Kopf zerschmettert.
Unterdessen lavirte der französische General-Gouverneur in Cassel mit denMinistern von Baumbach und von Waitz in dem von Truppen fast entblössten Landezwischen Proklamationen, Drohungen, Versprechen von Amnestie u. s. w. ohne Erfolg.Selbst die am 28. December in Eschwege eintreffende Erklärung der Landesregierung,laut welcher niemand gezwungen werden solle, französische Dienste zu nehmen, wurdeso wenig gehört, dass gerade an diesem Tage der Beschluss gefasst wurde, Cassel zustürmen und die Franzosen von da zu vertreiben. Der Hauptmann v. U. verhinderteindess dies Vorhaben.
Am 29. und 30. December strömten neue Schaaren von Soldaten in die Stadt,aber mit ihnen kam ein trotziger, aufrührerischer Geist unter die Leute, welcher sichnicht in die Schranken militairischer Disciplin einzwängen lassen wollte. Der Hungerund die Noth der ihres Soldes beraubten Soldaten führte zu gänzlicher Demoralisation,so dass Ende December das ganze Land am Abgrunde der vollständigsten Anarchie stand.Uslar war dieser täglich sich mehr und mehr unter den Soldaten ausbreitendeanarchische Geist nicht entgangen, allein so beliebt und tapfer er auch war, so überstiegdoch die Aufgabe, den durch die hessischen Berge brausenden wilden Strom derEmpörung in ein geregeltes Bett zu leiten, und die unlauteren Elemente fern zu halten,seine Kräfte, und der schöne Plan, den er anfangs gehegt haben mochte, zerrann vorseinen Augen in Nichts. Von seinen eigenen Leuten beargwöhnt und bewacht, bliebihm keine Möglichkeit zum Rücktritt. Nur mit Vorsicht und ganz im Stillen konnteer, während er seine Befehle immer noch weiter gab, auf Niederlegung der Waffenhinwirken.
Mit dem ersten Tage des neuen Jahres rückte der General Barbot mit kaum3000 Mann, die vom Rhein und Main herangezogen waren, von Marburg auf Allendorfund Eschwege vor. An ersterem Orte wurden die Soldaten am 2. Januar 1807entwaffnet; in Eschwege, dem Hauptheerde der Insurrection, erschien an demselbenTage ein Commissair des General - Gouverneurs mit der kategorischen Aufforderung,entweder die Waffen niederzulegen, oder zu gewärtigen, dass die Stadt in einenAschenhaufen verwandelt werde. Dieses Ultimatum übte eine so verzweifelte Wirkungauf die Bürger, dass diese, längst des wüsten Treibens und Zechens der exaltirtenSoldaten müde, die Hauptwache überrumpelten und die Soldaten entwaffneten und in dieFlucht trieben. Unter diesen Umständen hielt Uslar es für gerathen, auf seine Sicherheitbedacht zu sein. Er schwang sich auf ein Pferd, aber die Bürger hatten die Thoregeschlossen und wehrten ihm den Ausgang. Rasch entschlossen setzte er am kleinenWertchen durch die Werra, in deren hochgehenden Wellen er fast sein Grab gefundenhätte, und entkam glücklich nach dem Eichsfelde, wo er in Appenrode eine Zufluchts-stätte fand. So entging er der über ihn in contumaciam erkannten Todesstrafe durchErschiessen,!) während der Fourier Schumann, in Mühlhausen ergriffen, am 17. Februarin der Karlsaue zu Gassei erschossen wurde.
Der General Barbot, der am 4. Januar in Eschwege eingerückt war, verliess4 Tage später die Stadt wieder und schleppte alle hessischen Soldaten, deren er habhaftwerden konnte, mit sich fort. 5 von den Gefangenen wurden in Cassel zum Todeverurtheilt und am 21. Februar zu Eschwege erschossen. Ausserdem liess der mit einemTheile der Pariser Garde in Eschwege einrückende General Rabbee eine grosse Zahlder Betheiligten ergreifen und unter schrecklichen Martern in die Citadelle von Besangontransportiren, wo sie erst nach 11 Monaten schwerer Haft die Freiheit erhielten.
1) Aus Familien-Papieren.
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