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1 (1888) [Hauptbd.]
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fürstlichen Lehnsleuten und Unterthanen den Dienst gegen den Kaiser verbot, sah ersich genöthigt, dem Kriegsdienste ganz zu entsagen.

1627 verheirathete er sich zu Appenrode mit Maria, des Obersten Hans Ernstvon Uslar Tochter (Nr. 168), und wurde Kriegscommissair des Herzogs Friedrich Ulrichvon Wolfenbüttel, als dieser 1632 seine Truppen vermehrte und unter die Befehleseines General-Majors Thilo Albrecht von Uslar stellte.

Als Kriegscommissair erscheint Curd Hans Heinrich am 29. Juni 1633 beim Rathezu Münden zur Empfangnahme von 150 Thlr. Contributionsgelder,') am 24. März 1634 indem Landtagsabschiede Friedrich Ulrich's zu Braunschweig, 2 ) am 27. September d. J. indem Landtagsabschiede zu Hannover 3 ) und endlich im Mai (Decbr.?) dess. J. als Special-Commissair des Herzogs im Göttingischen, wo der Herzog Wilhelm zu Sachsen-Weimarohne Bücksicht auf die Proteste des Landesherrn die Gartedörfer für die Krone Schwedenin Besitz nahm und namentlich Kerstlingerode und Bischhausen mit einer CompagnieDragoner besetzt hielt, deren Plünderungen und Ausschreitungen Curd Hans Heinrichv. U. mit dem Aufgebot der Bauern vergebens zu steuern versuchte. (Reg. 1044.)

Nach Friedrich Ulrich's Tode (11. August 1634) wurde, wie der zeitgenössischeChronist Specht angiebt, Curd Hans Heinrich auch Land - Commissair des Fiii -st.ent .h nmsGöttingen. Es scheint, dass der Hildesheimer Landtagsabschied vom 4. Februar 1638, 4 )welcher ihm alsCommissair" die Ueberwachung der Soldatesca im Göttingischen zu-weist, diese Stellung im Auge hat. Die letzte Kunde von ihm erhalten wir im Jahre164-0, als er im August über die Völker des Herzogs Georg von Lüneburg Musterunghält 5 ) und zu einer ungenannten Zeit desselben Jahres die im März 1633 vom HerzogWilhelm von Sachsen-Weimar aus Heiligenstadt vertriebenen und nothleidenden Jesuitenunterstützte. (Reg. 1050.) Beide Nachrichten nennen ihnKriegscommissair."

Sein Todesjahr kennen wir nicht; 1656 wird er als verstorben genannt. Erhinterliess keine männliche Erben. Seine drei Töchter lernen wir unten sub Nr. 208u. ff. kennen.

201. b) Ludolf Carl. Geboren 1596, lernte er den Krieg in den Niederlanden,diente beim Ausbruch des 30 jährigen Krieges zu Pferde unter dem Herrn von Tonnaund fiel in Böhmen 1619. Zu Budweis ist er begraben.

202. c) Heinrich Friedrich. Geboren 1597, diente er, wie sein vorgenannterBruder, zu Pferde in Böhmen und fiel im Jahre 1619. Auch er ist zu Budweis begraben. 6 )

Bernd Sittich's Kinder zweiter Ehe hiessen:

203. d) Agnes Margarethe, heirathet Friedrich Ernst von Stockheim (gest.29. April 1660), Major.

204. e) Hans Werner. Ohne Angabe seines Geburtsjahres beschränkt sichder gleichzeitige Chronist Specht auf die Angabe, Hans Werner habe in dem schwedischenRegimente des Obersten Ostringer seine militärische Laufbahn als Fähnrich begonnen,während der spätere Chronist Praetorius den Landgrafen Wilhelm VI. von Hessen-Casselals seinen ersten Kriegsherrn aufführt. Später soll er 7 ) unter dem kaiserlichen OberstHeister als Regiments-Quartiermeister gedient haben und dann braunschw.-lüneb. Landes-hauptmann des Fürstenthums Göttingen geworden sein.

Er heirathete am 6. März 1642: Anna Christine (geb. 1614, gest. 12. Decbr. 1697),Tochter des Jost Erich von Westernhagen zu Berlingerode und Teistungen und derAnna Catharina geb. von Schlotheim, und starb, nachdem er kurze Zeit Senior fam.gewesen war, am 14. Juni 1667. In unseren Urkunden erwähnt ihn nur die Belehnungvon 1659. (Reg. 1057.) Seine Kinder s. unten Nr. 211 u. ff.

205. f) Carl, gest. 1626 an der Pest zu Göttingen.

206. g) Ernst, gest. 1626 an der Pest zu Göttingen.

207. h) Dorothea Elisabeth, gest. nach 1636.

Ausserdem starben noch zwei ungenannte Töchter Bernd Sittich's 1626 zuGüttingen an der Pest. (S. oben Nr. 199.)

') Lotze, Gesch. der Stadt Münden, S. 92. 2 ) Spittler, Gesch. des Fürstenth. Hannover, II,Beilagen, S. 47, woCurd" stattCarl" zu lesen ist. 3) Daselbst, Beilagen, S. 56, mit demselbenFehler. 4 ) Pfeffingen Historie des braunschw.-lüneb. Hauses, III, S. 323. ä ) N. vaterl. Archiv, 1828,I. S. 167, mit falschem Vornamen Carl. 6) Specht, 1. c., Gap. XIV, ?) Nach Praetorius, 1. c., Seite K.

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