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neuen Gerichtsherrn vorstellte und ihnen den — noch vorhandenen — Unterthanen-Eid abnahm. ! )
Nachdem der Recess vom 12. Septbr. 1665 den Bruder des Herzogs GeorgWilhelm, Johann Friedrich, in den Besitz der Fürstenthümer Calenberg, Göttingen undGrubenhagen gesetzt hatte, vollzog Letzterer am 27. September 1666 zu Flannover dieBelehnung Falk Adolfs mit den Gartedörfern. Nach dem Lehnbriefe (Reg. 1063) em-pfing er die Dörfer mit allen hohen und niederen, peinlichen und bürgerlichen Gerichten,weltlichen Lehen und aller Gerechtigkeit an Zehnten, Zinsen, hohen und niederenJagden, Diensten, Fischereien, Mastungen, Schäfereien, Triften, Hude, Weide und allenanderen Nutzbarkeiten und Zubehörungen, welchen Namen sie haben mögen, wie auchdie geistlichen Lehen und davon dependirende Patronatrechte. Daneben sagt der Lehn-brief, es sei durch den Recess vom 13. Decbr. 1660 (Reg. 1060) verfügt, dass, falls dervon Uslar ohne männliche Leibeserben verstürbe, seinen Allodial-Erben vor anderweiterBelehnung die Summe von 20000 Thlrn. ausbezahlt werden solle. Dagegen soll derLehnsmann den Herzögen treu und hold, auch mit zwei gewappneten Pferden undMannen zum Rossdienst gewärtig sein. 2 )
Urkundlich wird Falk Adolf zuletzt 1668 (Reg. 1066) erwähnt. Er starb am2. November 1675 im 45. Lebensjahre als braunschw.-lüneb. Kriegs-Commissair 3 ) undcalenb. Landschafts - Deputirter auf dem von ihm ausgebauten und bewohnten GuteRittmarshausen. 4 ) Seine Leiche wurde im Erbbegräbniss zu Wake beigesetzt. DerKirche zu Rittmarshausen schenkte er und seine zweite Gemahlin einen noch dort be-findlichen silber-vergoldeten Kelch. 5 )
Die mit seiner, ihn bis 1700 überlebenden Gemahlin gezeugten Kinder, sowieden Sohn aus erster Ehe siehe unten Nr. 189 u. ff.
185. c) Hans Christoph, starb jung.
186. d) Jürgen Bnrchard, desgl.
187. e) Wilhelm Christoph. Geb. 19. Januar 1632, gest. vor 1639. Zu seineram 1. Februar, Mittags 12 Uhr, statt gehabten Taufe hatte der Vater den LandgrafenWilhelm V. von Hessen und dessen Familie geladen. 6 )
188. f) Elisabeth Margarethe, stirbt jung.
Falk Adolfs Kinder waren:
xvii. Gene- 189. a) Albrecht Achatz. Geboren zu Uslar den 28. Mai 1657 als einziges
ration. aus c ] er ersten Ehe Falk Adolfs v. U., verlebte er seine erste Jugend im elterlichen
Hause unter Leitung tüchtiger Lehrer. Dann bereitete er sich auf dem Gymnasium zuGöttingen für die juristische Laufbahn vor, studirte nachher in Tübingen Jura, Sprachenund Philosophie, und vollendete seine Ausbildung durch Reisen nach Frankreich,Dänemark und anderen Ländern. Mit reichen Kenntnissen ausgestattet, war er eineZeitlang Kammerjunker der Königin Amalie von Dänemark, heirathete in dieser Stellungzu Kopenhagen deren Hofdame Eleonore Justine, Tochter des K. dänischen Geh.Raths und Landdrosten Hieronymus Georg v. d. Osten und der Marie Sibillegeb. von Bülow a. d. H. Wehningen, und trat dann als Drost des Amts Salzderheldenin den braunschweig-lüneburgischen Staatsdienst. Am 19. Juni 1689 vertauschte er, umseinem Gute Rittmarshausen (?) 7 ) näher zu sein, dieses Amt mit dem zu Radolfshausen.Daneben war er auch braunschw.-lüneb. Rath und Landcommissair.
Den weiteren Ausbau seines Gutes Rittmarshausen hat er wesentlich gefördert,auch daselbst an Stelle des verfallenen, von Otto von Kerstlingerode im Jahre 1536fundirten Siechenhauses, um das Jahr 1698 ein neues Siechenhaus errichtet, dessenBaustelle jetzt der Clus-Hof heisst. 8 )
') Heise, 1. c., S. 222 (recL 122) u. ff.; vgl. Annalen der br.-lüneb. Churlande, 3. Jahrg., 2. Stück,S. 235; v. Zedlitz, neues preuss. Adelslexicon, V, S. 456; Mithoff, Kunstdenkm. u. Alterth. im Hannov.,11, S. 195; Guthe, die Lande Braunschweig u. Hannover, S. 401. — 2 ) Um's Jahr 1639 stellte das HausUslar drei Pferde. (Reg. 1049.) — 3) Nach Angabe der Chronisten v. Steinmetz u. Praetorius, auchHeise, I.e., S. 225 (rect. 125). — Heise, I.e., S. 271 (rect. 161). — 3) Mithoff, 1. c., II, S. 183; vgl. S. 5Nr. 7 d. B. — 6 ) Ms. Hass. fol. 151 in der ständischen Landesbibliothek zu Cassel. — ') Es wird Wakegemeint sein. Rittmarshausen war von 1683 (s. unten) bis zum Tode seines Bruders Adolf Friedrich(1090) in dessen Besitz. — 8) Heise, Antiq. Kerstling., S. 226, 271, 295 (rect. 126, 161, 185); v.Steinmetz,1. c., S. 29; Harland, Gesch. der Stadt Einbeck, II, S. 489; Mithoff, 1. c., II, S. 22, wo jedoch nach derfalschen Angabe bei Heise, 1. c., S. 295 (rect. 185) das Jahr 1636 statt 1536 angegeben ist. (Vgl. Heise, 1. c., S. 46.)