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1 (1888) [Hauptbd.]
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er habe die Reiterei wegen allerhand eingetretenen Mangels nicht eingelassen. Auchhabe nicht der Rath, sondern er, Zilla, die Bewachung der Stadt übernommen.

Als nun am anderen Tage dieser Accord unter den Soldaten bekannt wurde,machten sie an ihre Befehlshaber grosse Ansprüche rückständigen Soldes; obgleich dieStadt die Hauptleute richtig und vollständig bezahlt hatte, auch diese den Soldatenetwas Geld geben liessen, so wolltep sie doch sich damit nicht begnügen, sondern volleBezahlung haben. Da dies nicht geschah, liefen sie den Conmiandanten mit grossemUngestüm vor die Quartiere und beängstigten sie so, dass sie zu dem schwedischenObersten vor die Stadt schickten und den Einmarsch von zwei Compagnien begehrten,um sie vor ihren eigenen Soldaten zu schützen und das Volk aus der Stadt zu treiben.Als nun der Oberst v. U. mit einem Cornet und etlichen Reitern in die Stadt kam,erklärten sich die Kaiserlichen für schwedisch, legten die Waffen nieder, rissen denbeiden Fähnrichen mit Gewalt die Fahnen von den Stangen und liessen sich vomFeinde bestellen und unterhalten. Die Soldaten begingen Meutereien und die Officierekonnten den accordmässigen Abmarsch nicht ausführen. Rothenburg erhielt trotz allerBitten eine Compagnie zu Pferde') von Uslar's Regiment als Garnison, welche zugrossem Leidwesen der Nachbarschaft Streifzüge unternahm. Die kaiserlichen Officiere,mit Ausnahme des Commissairs Alessandro Massonj, wurden nach Würzburg transportirt,jedoch bald darauf wieder entlassen. Massonj bereute es sehr, dass er nicht demBegehren des Rathes von Rothenburg nachgekommen und am 16. d. M., dem Tage vordem Scharmützel, aufgebrochen sei.

Der Oberst von Uslar empfahl nun dem Rathe von Rothenburg, durch Absendungeiner Deputation nach Würzburg, die gewünschte Verschonung der Stadt mit einerbeabsichtigten Garnison vom Könige Gustav Adolf direkt zu erbitten. Diese ging auchdahin ab, empfing von dem Könige den Rath, die in ihrem Interesse nothwendigeBefestigung und Besetzung mit Soldaten trotz vorgeblicher Entblössung von allen Mittelnthunlichst durch Anleihen zu beschaffen, im Uebrigen wolle er ihnen Alles selbstüberlassen.

Wir erfahren nun von Friedrich Moritz nichts Näheres bis zur Eroberung von Mainz(13./23. Decbr. 1631), bei welcher Gelegenheit er, wie auch bei Einnahme der Rheinpässeund anderer fester Orte in Franken, nach der Versicherung der Chronisten Tüchtigesgeleistet haben soll.

Nach der Einnahme von Mainz reiste Friedrich Moritz mit. 6 wöchigem Urlaubenach Alt-Stettin, wo seine Frau bald nach der Geburt ihres siebenten Kindes undeinzigen Sohnes gestorben war. 2 ) Nachdem er sie am 12. Januar 1632 in der dortigenStadtkirche im Beisein von vier fürstlichen Personen bestattet, erkrankte er selbst aufder Rückreise zur Armee unweit Braunschweig am Fleckfieber, und starb, erst 34 Jahrealt, am 13. Februar 1632. Zugleich mit der Leiche seines, am 14. October 1634 vorMinden gefallenen Bruders Thilo Albrecht, wurde er erst am 16. Juni 1635 in derKirche zu Wake beigesetzt.

Der König Gustav Adolf, der hohe Pathe von Friedrich Moritz' einzigem Sohne,beklagte tief den frühen Tod seines Obersten. Er soll, als er die Kunde davon ver-nommen, unter Thränen gesagt haben:oportuisset illum aut nunquam nasci, aut nun-quam mori." 3 )

Von den 7 Kindern, welche seine Gemahlin ihm schenkte, starben 5 Töchterjung. Es überlebte ihn eine Tochter:

" Gene ' 181. a) Anna (Helene?) Hedwig, geb. 1. Januar 1630, verm. mit Elias Longinus

raion - von Zenge auf Hallungen, und ein Sohn:

182. b) Gustav Adolf. Was wir über ihn wissen, beschränkt sich auf denTag seiner Geburt (1. Mai 1631), der seiner Mutter 17 Tage später das Leben kostete,und auf die chronikale Angabe, dass König Gustav Adolf von Schweden die Verdiensteseines Vaters dadurch ehrte, dass er Pathenstelle bei ihm vertrat.

') Klein, 1. c., S. 156 nennt 60 Reiter unter dem Gornet Conrad von Rinkenberg. 2 ) Die cit.Leichenpredigt und Specht, 1. c., Cap. XVIII. Als ihr Todestag wird der 18. Mai 1631 angegeben.3 ) v. Steinmetz etc., S. 24. Die Angabe des Chronisten Praetorius, Friedrich Moritz v. U. habe beinahendem Alter den Kriegsdienst quittirt und sei Landrath der calenbergischen Ritterschaft geworden, istfalsch und wird ganz oder zum Theil auf seinen Bruder Georg zu beziehen sein.