— 279 —
Als er 18 Jahre alt war, schildert er uns die Sehnsucht seines Herzens in folgendemVerse, den er einem ungenannten Freunde in's Album schrieb:
Anno 1616.
W. G. V. Id. W. G.
(Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut.)
„Sechs Rappen in einem Stall,
„Eine schöne Mufsica mit ihrem schall,
„Eine schoene Jungfraw im bettht„Das seint die drey Düngk so ich gern hett."
Friederich Moritz vonn Ufsler.
In demselben Jahre 1618, in welchem wir ihn zuerst nach des Vaters Tode mitseinen Brüdern in den Urkunden (Regg. 1029—1031) antreffen, versuchte er unter Fried-rich Wilhelm Vitzthum von Eckstädt in der Armee der Union seine ersten Waffen,anfangs als Reiter, dann als Corporal.
Vor seinem Abgange in's Feld scheint er mit seinem Bruder Thilo Albrecht imGebiete des Landgrafen von Hessen jene Beraubung an dem Kaufmann Hermann Barlo-meyer aus Bielefeld verübt zu haben, über welche wir in der Biographie dieses Brudersdas uns Bekannte schon berichtet haben. Nach seiner Rückkehr in die Heimath, dieschon zu Anfang des Jahres 1619 erfolgt sein muss, wurde den Brüdern dieserhalb vondem Landgrafen der Prozess gemacht, welcher mit ihrer in contumaciam am 27. April1621 erkannten Achtserklärung und Ausschliessung von der hessischen Belehnung aufLebenszeit sein Ende erreicht zu haben scheint.
1620 nahm Herzog Wilhelm zu Sachsen-Weimar ihn in Prag zu seinem „Auf-warter" (Pagen) an, beförderte ihn schon 1621 zum Gapitain - Lieutenant seiner Leib-compagnie zu Ross und 1622 zum Rittmeister über die von ihm selbst geworbeneCompagnie. Während der Werbung derselben wurde er zu Natzungen im Stift Pader-born von Groaten des kölnisch - bairischen Heeres gefangen genommen, wie aus demBerichte des Chur-Mainzischen Amtmanns zu Steinheim, Oberstlieutenant Joh. Heinr.von Eitz, an den Chur-Mainzischen Kanzler d. d. Heiligenstadt, 19. März 1622 hervor-geht. Es heisst darin 1 ): „dass den Braunschweigern 800 Mahn niedergelegt, RittmeisterUsslar und zwei von der Malssborgk neben des Obristen Carppenson's Weib, 2 ) ihreschwester gefangen, auch der Obrist sich in Hessen salvirt, das wirt Ihro Churfürstl.Gnaden umbstendlich bereits zugeschrieben worden sein." Er blieb lange in Gefangen-schaft, bis Herzog Christian von Braunschweig, Bischof von Halberstadt, ihn ranzionirte.Dann focht er mit demselben in der unglücklichen Schlacht bei Höchst am Main gegendas ligistisch-spanische Heer (9./19. Juni 1622), nahm gleich darauf aber seinen Abschiedund ging in die Heimath, wo er sich am 31. August 1623 mit Anna Cordula, derTochter Erich's II. von Hardenberg auf Lindau und der Marie Hedwig geb. von Spörckenverheirathete. (Reg. 1033.)
Im Jahre 1626 berief ihn Herzog Christian in seiner Eigenschaft als dänischerGeneral wiederum als Rittmeister über zwei von ihm selbst für das RheingräflicheRegiment geworbene Compagnien zu Ross in seinen Dienst. Zur Unterstützung seinesin Göttingen als „Kriegsgubernör" fungirenden Bruders Georg sandte ihn der Herzogmit einem d. d. Schöningen, 21. Februar 1626 ausgefertigten Patente dorthin. Darinheisst es: „Wir befehlen hiermit unserm Rittmeister und lieben getreuen FriedrichMoritz von Uslar kraft dieses offenen Briefes ernstlich, dem Feinde nach bestem Ver-mögen bei jeder Gelegenheit Abbruch zu tliun und, wie einem ehrliebenden Rittmeisterwohl ansteht, treulich sein schuldiges devoir zu thun; bitten auch den Rath zu Göttingen,in dieser LIinsicht kein empeschement zu gestatten." 3 ) Dennoch verweigerte der Rathihm und seinen 120 Reitern hartnäckig den Einzug in die Stadt, so dass der Herzogsich veranlasst sah, am 26. März 1626 von Wolfenbüttel aus ein scharfes Drohschreibenan den Rath zu erlassen, in Folge dessen sich ihm die Thore öffneten und jedem Reiterwöchentlich 1 Thaler Sold aus gemeinem Seckel der Stadt verabreicht wurde. 4 )
0 Acta s. R. Eichsfeld Nr. 47 im Staatsarchive zu Magdeburg. — 2) Carpenzon liess 1623 seine
Ehefrau zu Leer auf wilden Argwohn hin enthaupten. (Stüve in „Mittheilungen des Vereins f. Gesch. u.Landeskunde von Osnabrück," XII, 1882, S. 56; Francken, Historie der Grafschaft Mansfeld, S. 347.) —
3 ) Archiv des hist. V. f. Nieders., N. F., 1848, S. 9S. — 4 ) Daselbst, S. 101.