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1 (1888) [Hauptbd.]
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Jahre 1632 von dem verstorbenen Herzog Friedrich Ulrich vollzogenen Akt, durchwelchen dem General für die aus eigenen Mitteln für Werbung und Sold von 3 Regi-mentern zu Fuss und 2 Regimentern zu Pferde hergeliehenen 42 000 Thlr. das Hausund Amt Uslar versetzt worden war. (s. Seite 36.) Zugleich tritt der Herzog, nach-dem inzwischen Thilo Albrecht's Forderung durch ein neues Darlehn von 31 000 Thlrn.auf 73 000 Thlr. angewachsen war, seinem General - Lieutenant, der sichalso tapferund unerschrocken präbiret, dass es notori und weltkundig", das ganze Amt Uslar mitallen Pertinenzien Rechten, Gerichten und Jagden als Lehngut ab, erlaubt ihm, dass ersichwie von Alters her von Ussler, also auch jetzo fürters zugleich von und zu Usslerschreiben und tituliren möge," behält sich jedoch die hohe landesfürstliche Superioritätund die Regalien vor. Auch soll im Falle, dass die männliche Nachkommenschaft desThilo Albrecht ausstirbt, das Lehn nicht auf seine Agnaten übergehen, sondern dasAm t, für 73 000 Thaler rviederum eingelöst werden. (Reg. 1046; vgl. auch S. 36.)

Die kaiserliche Besatzung Mindens unter dem Oberst Waldecker vertheidigte sichtapfer gegenüber der schwachen Belagerungsarmee und dem unvollständigen Belagerungs-material, das der Herzog mit sich führte. *)

Unter den vielen Offlcieren, welche der Herzog während der Belagerung verlor,befänden sich nach dem Urtheile der massgebenden Geschichtschreiber 2 ) zwei der aus-gezeichnetsten im ganzen Heere. Am 14. October 1634 fiel in den Laufgräben, voneiner Kanonenkugel getroffen, 3 ) der General - Lieutenant von Uslar, und in dem OberstenAnderson von Trana, seinem General - Commissair, der ebenfalls fiel, verlor Georg einenwarmen Freund und treuen Waffengefährten. Nach dem Ausspruche des BiographenGeorgs 4 ) bedauerte der Herzog den Verlust Uslar's, dessen militairische Talente er sehrschätzte, aufrichtig, so sehr sich auch dieser General, als er in Friedrich Ulrich's Dienstenstand, als sein Widersacher bewiesen hatte.

Die Leiche Thilo Albrecht's v. U. wurde auf Befehl des Herzogs Georg einbalsamirt,über Hildesheim nach Wake in das dortige Erbbegräbniss gebracht und daselbst inGegenwart der Vertreter des Herzogs und des Herzogs Wilhelm von Sachsen-Weimarzugleich mit der Leiche seines Bruders Friedrich Moritz am 16. Juni 1635 feierlich bei-gesetzt. 5 )

Der Chronist von Steinmetz nennt (S. 27) als den Wahrspruch seines Lebens:

!facere \ ( potes,

concupiscere I omnia J vides,

loqui [ quae j scis,

credere J l audis.

178. n) Hans Ernst. Nur durch unsere Familien - Chronisten erfahren wir vonihm, dass er als ein tüchtiger Kriegsmann die niederen Chargen des Soldaten durchliefund vor seinem an einem hitzigen Fieber im Jahre 1616 zu Sennickerode erfolgtenTode Hauptmann im Dienste Herzogs Friedrich Ulrich von Wolfenbüttel war.

179. o) Werner Adrian, starb jung 1611.

180. p) Friedrich Moritz. Dieser am 11. August 1598 geborene jüngste Sohndes Obersten Hans Ernst, dessen Leben uns jetzt zu beschreiben obliegt, glich in allenmilitairischen Tugenden seinen Brüdern Georg und Thilo Albrecht und würde, wie diese,gewiss zu noch höherem Ruhme gelangt sein, wenn nicht der Tod seinem Wirken schonim rüstigsten Mannesalter ein Ziel gesetzt hätte.

Aus seiner Jugendzeit berichten unsere Quellen, 6 ) dass schon als Kind sich beiihm eine grosse Vorliebe für kriegerische Spiele bemerkbar machte, so dass der Vatersich veranlasst sah, ihn früher aus der Schule zu nehmen, als dies sonst üblich war.

9 Köhler, 1. c., VIII, S.390. Die Festung capitulirte und wurde am 10. Novbr. geräumt, (v. Sichart,

1. c., I, S. 104. 2 ) v. d. Decken, I.e., II, S. 238; v. Sichart, 1. c., I, S. 103. 3 ) Nach einer in unserm

Familien-Archive befindlichen gleichzeitigen Aufzeichnung des Otto Melchior v. U. wurde Thilo Albrecht

v. U. mit einer Falkonetkugel durch die Backe geschossen, während Chemnitz, vom teutschen Kriege, II,

S. 584, von einer Kanonenkugel spricht. Ebenso Specht u. A. Das Theatr. Europ., III, S. 385, sagt nur,

er sei durch den Kopf geschossen. 4 ) v. d. Decken, 1. c., II, S. 238; III, S. 66. 5) LeichenpredigtThilo Albrecht's; Specht, 1. c. Cap. XVII. Die Descendenz Thilo Albrecht's siehe unten Nr. 183 u. ff.6 ) Die Chronisten der Familie, sowie seine Leichenpredigt im gräflich Stolbergschen Archive zu Stolberg a. H.und im Staatsarchive zu Hannover.