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den Befehlen des Herzogs Friedrich Ulrich nachkommend, sich von ihm trennte undnach dem Hildesheimschen abrückte, um die hier vom Feinde besetzten festen Oerteranzugreifen. Auch dem Obersten von Mützephal musste Georg die Rückkehr nachHannover gestatten. Mitte Juli 1633 stand U. bei Bockenem und erhielt die Erlaubniss,zuerst die Stadt Peine anzugreifen. *)
Am 16. Juli kam der kaiserliche Oberst Floris 2 ) de Merode, Baron d'Aste, umsich der gegen ihn wegen seiner Feigheit in der Schlacht von Hessisch - Oldendorf vomGrafen von Gronsfeld verfügten Untersuchung durch die Flucht zu entziehen, 3 ) imHauptquartier zu Bockenem an. U. sandte ihn nach Braunschweig, wo er am 18. einenPass auf Hamburg erhielt. Einer von Merode, welcher mit einer Abtheilung zu Fussund einigen Reitern von Hildesheim nach Wolfenbütte] marschirte, um den dortigenCommandanten abzulösen, wurde von Uslar's Reitern aufgehoben.
Auf die Nachricht, dass ein kaiserlicher Transport, der von 300 Mann zu Fuss,50 Reitern und 20 Dragonern escortirt werde, von Neustadt am Rübenberge nachHildesheim im Anmärsche sei, detachirte der General-Major von Uslar den Major Hopingmit einem Cavallerie-Regimente. Dieser traf den Transport am 22. Juli in der Nähevon Galenberg und bemächtigte sich desselben. Die durch 60 Mann von der GarnisonGalenberg verstärkte Escorte ward niedergehauen oder gefangen, eine Fahne nebst derBagage und sämmtlichen Pferden erobert, während von den Braunschweigern nur 5 Mannerschossen und 8 verwundet wurden. 4 )
Um den kaiserlichen Oberst Geleen, welcher, erhaltener Nachricht zufolge, aufWolfenbüttel marschirte, daran zu verhindern, traf Uslar mit seinen Truppen um dieseZeit beim Hause Steinbrück ein. Als U. seine Absicht vereitelt sah, setzte er den Marschnach Peine fort, wo er am 24. Juli mit Tagesanbruch eintraf. Der Oberst von Mütze-phal, welcher, wie wir wissen, nach der Schlacht bei Oldendorf seine Garnison Hannoverwieder bezogen hatte, war während dessen von dort ebenfalls auf Peine marschirt undvereinigte sich hier mit Uslar. Mützephal versuchte sogleich, sich der Stadt zu be-mächtigen; allein sein Angriff scheiterte ebenso an der hartnäckigen Vertheidigung derBesatzung, wie die Aufforderung Uslar's, die Festung zu übergeben, an der Energie deskaiserlichen Commandanten Pliegmeier. U. liess nun Granaten in die Stadt werfen,welche auch einen Brand verursachten, der aber bald gelöscht wurde. Es wurde nunzur Belagerung geschritten. Als die Approchen bis an den Graben vorgerückt waren,zog sich die Besatzung am 28. Juli früh in das feste Schloss zurück. U. liess diesesnoch an demselben Tage beschiessen, nachdem er über die reparirte Brücke Geschützeund Mannschaften in die Stadt hatte bringen lassen. Am folgenden Tage erfolgte eineabermalige Aufforderung an den Commandanten, das Schloss zu übergeben, aber auchdiesmal lautete der Bescheid ablehnend. Auf das Gerücht, der Feind beabsichtige, dieGarnison von Plildesheim durch Truppen aus Nienburg und Neustadt am Rübenbergezu verstärken, wurde der Oberst von Mützephal an demselben Tage mit 1000 Pferdenund einigen Musketieren in die Gegend von Pattensen entsandt, traf aber nicht auf denFeind, weil dieser sich auf das Gerücht von dem Anmärsche Mützephal's wieder zer-streut hatte.
Als Uslar unter fortdauernder Beschiessung des Schlosses und unter den Vor-bereitungen zum Sturme, am 1. August nochmals zu capituliren aufforderte, bat derCommandant für den folgenden Tag um Entsendung eines Officiers auf das Schloss zurVerhandlung über die Bedingungen der Uebergabe. Diese kam noch an demselben Tage(2. August) zum Abschluss. Am 3. August Morgens zwischen 7 und 8 Uhr zog die Be-satzung in Gegenwart des Tags zuvor aus Braunschweig bei seinen Truppen eingetroffenenHerzogs Friedrich Ulrich mit Sack und Pack ab und wurde von einer Compagnie zuPferde nach Wolfenbüttel geleitet. Am folgenden Sonntage wurde auf Befehl desHerzogs für diese Uebergabe, sowie für den am 22. Juli beim Schlosse Galenberg er-rungenen Sieg in allen Iörchen Braunschweigs gedankt.
1) v. Sichart, 1. c., I, S. 100 u. ff.; HaVemann, 1. c. (v. J. 1853/57), II, S. 687, 693, 694, Note;Mithoff, Kunstdenkmale u. Alterthümer im Hannoverschen, III, S. 211. Die folgenden Ereignisse bis zurCapitulation Peines nach den Kriegsakten im Staatsarchive zu Hannover. (Cal. Br. Arch., Des. 16, Gene-ralia Nr. 98, 103.) Vgl. Görges, vaterl. Gesch. u. Denkw. der Vorzeit, 2. Aufl., 1881, II, S. 151. —
2 ) Nicht FranQois, wie fälschlich angegeben wird. (Hallwich, 1. c., S. 93, Note.) — 3 ) Vgl. v. d. Decken,1. c., II, S. 179, 191. — 4 ) So nach den cit. Kriegsakten im Staatsarchive zu Hannover. Abweichend bei
v. d. Decken, II, S. 191, und danach bei v. Sichart, I, S. 100, wo statt des Majors Hoping der Oberstlieut.Anton Meier genannt wird, die 300 Mann zu Fuss fehlen und auch sonst Verschiedenheiten sich zeigen.
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