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1 (1888) [Hauptbd.]
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seine geworbenen Truppen bedeutend vermehren zu wollen, bestehen.') Er ernannteden General-Major von Uslar zum commandirenden General seiner Truppen und zumObersten eines Cavallerie - Regiments (des blauen Regiments) und eines Infanterie-Regiments. 2 )

Die schon errichteten und von Uslar noch zu errichtenden geworbenen Truppensollten 2 Cavallerie- und 3 Infanterie - Regimenter bilden, zu deren Anwerbungs- undErrichtungskosten U. aus eigenen Mitteln 22 000 Thlr. hergab, zu welchen in der Folgenoch 20 000 Thlr. hinzukamen. Der Herzog räumte ihm zu seiner Befriedigung dasHaus und Amt Uslar pfandweise ein 3 ) und zwar in der Art, dass er sich aus den Ein-künften 4 ) desselben sowohl wegen seiner gehabten Auslagen, als auch wegen seinerihm bewilligten Gage als General, Regiments- und Compagnie - Chef bezahlt machen,den Ueberschuss aber zu des Fürsten Rechnung stellen sollte. 5 )

Zum Zweck der Errichtung vorgenannter Regimenter schrieb Uslar zu Anfang 1633im Göttingischen starke Contributionen aus, zu denen z. B. die Stadt Münden wöchentlich150 Thlr. und 6 Malter 1 '/ 2 Scheffel Roggen, 13 Malter Hafer und 156 Centner Heubeitragen musste. Bei Versäumniss der Contribution sollten die Aemter so langeSoldaten verpflegen und jedem Soldaten täglich l j 2 Thlr. geben, bis dieselbe voll bezahltsei. Dennoch beschwerte sich der Oberstlieutenant Alexander Ostringer 6 ) über rück-ständige Lieferungen von Hafer, wie aus zwei Schreiben Uslars d. d. Ohr, 8. Maiund 9. Juni an den Rath zu Münden hervorgeht. 7 )

Als Herzog Georg von Lüneburg trotz des Protestes Oxenstierna's und desschwedischen Feldmarschalls Dodo von Knyphausen am ll./21.März 1633 8 ) mit der schwe-disch-deutschen Armee die Belagerung der seit 1626 in den Händen der Kaiserlichenbefindlichen Festung Hameln begann, 9 ) fehlten ihm zu diesem Unternehmen eigentlichdie wesentlichsten Erfordernisse. Er litt Mangel an Belagerungsgeschützen, 10 ) an Munitionund Kriegsvorräthen, und selbst seine Armee, die nach Abzug mehrerer Besatzungen ineroberten Städten kaum 10 000 Mann grösstentheils Cavallerie zählte, war nichtstark genug, um gleichzeitig eine Belagerung zu führen und ausserdem ein Observations-corps gegen einen eventuellen Entsatz aufzustellen.

Vergebens wandte sich Georg an die Herzöge von Celle und Wolfenbüttel umGeschütze, Proviant und Truppen. Aus zum Theil kleinlichen Rücksichten wurden dieseihm versagt. Friedrich Ulrich von Wolfenbüttel verbot sogar seinem General-Majorvon Uslar, der mit den wolfenbüttelschen Truppen bei Göttingen stand, des HerzogsOrdres zu befolgen. In Folge dessen verhinderte U. die Werbungen, welche der vondem Herzog Georg in's Göltingische entsandte schwedische Oberst von Tiessenhausenzur Ergänzung seines Regiments daselbst vornehmen sollte. Uslar erhielt dafür von demHerzog Georg unterm 28. Februar 1633 einen sehr nachdrücklichen Verweis, worüberer sich bei dem Herzoge Friedrich Ulrich aufs Bitterste beschwerte. u )

Trotz aller Hindernisse schloss Herzog Georg die mit einer Besatzung von2000 Fusssoldaten, 200 Reitern, 12 ) etwa 60 Geschützen und reichlichem Proviant verseheneFestung Hameln, welche von dem Oberstlieutenant Hans Wilhelm von Schellhammer

') v. Sichart, Gesch. der König], hannov. Armee, 1 S. 24 u. ff.; v. d. Decken, Herzog Georgvon Braunschw. -Lüneb., II, S. 126238. 2 ) Nach v. Wissel, Gesch. d. Errichtung der Ghur-br.-lüneb.Truppen, S. 331 das 1. Bataillon des Gellischen Leib-Regiments (von 17831803 erstes Inf. Regt.). Th.

Albrecht v. U. wurde auch herzgl. Kriegsrath (s. seine Leichenpredigt und die Chronisten der Familie).

3 ) Vgl. Specht, Stammbuch etc. Gap. XVII; Heise, Antiq. Kerstling., S. 222 (rect. 122); Annalen der

Braunschw. - Lüneb. Churlande de 1790, IV. Jahrg., 3. Stück, S. 617; Haveinann, 1. c. (v. J. 1853/57), II,

S. 684, Note 1; v. Zedlitz, neues preuss. Adels-Lexicon, V, S. 456; auch S. 36 d. B. 4 ) Die Einkünftedes Amts Uslar wurden bei der fürstlichen Theilung im J. 1634 zu 3364 Thlr. angeschlagen. (Büsching,

Magazin für die neue Hist. u. Geogr., VII, S. 493.) 5 ) Dieser zwischen Friedrich Ulrich und demGeneral-Major v. U. geschlossene Vergleich ergiebt sich aus den noch vorhandenen Akten des Processes,den die Erben des Letzteren in der Folge gegen den Herzog Georg führten, (v. d. Deken, I.e., II, S. 127,

Note.) Später, im Lager vor Hameln, bat U. den Herzog Friedrich Ulrich, dass dieser auch die Celle'sche

Linie zur Unterzeichnung des Reverses, den er ihm über die pfandweise Ueberlassung des Amts Uslar

ertheilt habe, veranlassen möge, da solches ihm zur Sicherstellung seiner Forderung nothwendig schiene.Er betont daneben, dass Herzog Georg, der mit seinem Betragen im Felde viele Zufriedenheit bezeige, ihm

seine Geneigtheit, den Revers zu unterschreiben, versichert habe. (v. d. Decken, 1. c., II, S. 164.) 6 ) DerSchwager Thilo Albrecht's v. U. ') Lotze, Gesch. der Stadt Münden, S. 91. 8j Hallwich, Johann

Merode inGestalten aus Wallenstein's Lager", 1, S. 83. 9 ) v. Sichart, 1. c., 1, S. 93 u. ff.; v. d. Decken,

1. c., II, Beilagen Nr. 107, 109, 110, 112, 114, 115, 121125, 128, 130132, 135, 136 a, 145; Havemann,1. c., II, S. 683, 685. l0 ) Diese Angabe v. Sichart's bestreitet Hallwich, 1. c., Note. ") v. d. Decken,1. c., II, S. 147, 328. l2 ) Hallwich, 1. c., S. 83, nennt nur 1200 Mann zu Fuss und kaum 600 zu Ross.