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1 (1888) [Hauptbd.]
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niemals in einem solchen Verdacht gehabt, sein Fürschreiben aber erst derartigeGedanken in ihm erweckt, erwiederte Pappenheim unterm 19. Juli aus Paderborn, dassihm der General bis dahin unbekannt gewesen und er weder mit ihm noch mit einemanderen hessischen Officier jemals in Correspondenz gestanden habe; er (Pappenheim)bäte deshalb den Landgrafen, jeden Verdacht gegen seinen General schwinden zu lassenund ihn nach der dem Landgrafen besser als ihm bekannten Treue zu achten. Uebrigensbeklagte sich auch Uslar in einem Schreiben an Pappenheim über seine Verwendung,denn er könne dieselbe nur als vondem höchsten Missgönner und Verfolger seinesehrlichen Namens"" ausgehend betrachten."

Aehnlich wie Landau äussert sich auch von Rommel x ) bei Besprechung derVorgänge vor Volkmarsen. Unter völliger Ignorirung des freisprechenden kriegs-gerichtlichen Erkenntnisses sagt er, Uslar habe schlechte Verpflegungsanstalten und diespäte Zusendung der Geschütze zwarvorgeschützt," dagegen werfe man ihm schlechteKundschaft, schlechte Anordnung und die eigenmächtige (!) Belagerung von Volkmarsenvor, ja, von Rommel unterbreitet dem Landgrafen Wilhelm sogar die Bemerkung, dassEhrgeiz und Beutelust den General verführt hätten.

Herr von Rommel bleibt uns die Quelle schuldig, aus welcher er diesen schwerenVorwurf schöpfte. Aeusserte der Landgraf wirklich dergleichen, so steht doch fest, dassbei ihm bereits 8 Tage nach dem Ereigniss bei Volkmarsen eine mildere Beurtheilungder Verhältnisse die Oberhand gewonnen hatte, da ohne eine solche sein erwähntesSchreiben an den Herzog Johann Ernst von Sachsen-Eisenach vom 24. Juni 1632 sichereine andere Fassung würde bekommen haben. Der Landgraf schreibt dem Herzoge, 2 )dass in seiner Abwesenheit sich seine Truppen, zumeist Cavallerie, und einiges com-mandirte Fussvolk vor die Stadt Volkmarsen gelegt hätten, um die dort liegenden neugeworbenen Truppen des Feindes zu zerstreuen und aufzuheben,efs durch allzulangescunctiren und Versehens desselben, indem etzliche tage darbey zupracht worden, undmann der Schanzen nicht recht wahrgenommen, dahin ausgeschlagen und Sie das Un-glück so weith betroffen, dass Ihnen der Feind am nechstabgelauffenen Sonntag ohn-vermuthet, und als sie sich des Platzes albereidts durch accord bemächtiget gehabt undtdarin geblundert, mit einer starcken Gavallerie undt etzlichen Compagnieen Tragonerunterm commanto des Graven von Groessfellden ubern halfs kommen undt also denOrth entsezet, darueber sie, die Unsrigen, nicht allein in desordre gerathen, sondernauch in etwas schaden gelitten undt deren theils plieben, theils aber, sowohl von hohenundt andern Officieren als auch gemeinen Soldaten und Reuttern gefangen und darzuevom Feinde beneben der artillerie, als 6 Stücken geschutz, darunter 4 kleine Regiments-stücklein, wie auch einen Feuermorschell (Mörser), 6 Standarten erobert undt darvonpracht worden." Der Landgraf spricht dann die Ueberzeugung aus, dass der Verlustwahrscheinlich wäre vermieden worden, wenn er selbst anwesend gewesen wäre. InFolge jener Niederlage seien die Pappenlieim'schen Truppen weit in das hessische Landvorgedrungen, und selbst Gassei sei von ihnen bedroht worden; jetzt aber hätten siesich bereits wieder zurückgezogen in der Richtung auf Hameln.

Unbezweilelt würde auch der Landgraf, wenn er ernstlich den von Herrnvon Rommel behaupteten Vorwurf gegen seinen General erhoben hätte, solchen in dieAnklage gegen ihn aufgenommen haben, allein die vom Landgrafen gestellten 16 Klage-punkte, welche der motivirte Spruch des Kriegsgerichts, wie erwähnt, mit völliger Frei-sprechung beantwortete, enthalten nichts von solchem Verdachte. Auch wurde dasgute Einvernehmen zwischen dem Landgrafen und dem General in keiner Weise getrübt.In einem Schreiben vom 11. September 1632 3 ) klagt Uslar dem Landgrafen die vielenVerleumdungen, denen er ausgesetzt sei, erhofft den Sieg seiner gerechten Sache undbittet den Landgrafen um seine Entlassung. Wann diese erfolgte, ist nicht genau fest-zustellen. Ende October 1632 hatte Thilo Albrecht Cassel bereits verlassen und befandsich in Erfurt bei seiner schwer kranken Gemahlin. Er bittet von dort aus am 29. d. M.den schwedischen Rittmeister in der hessischen Armee, Peile von Berckefeld, allenOfficieren und Reutern seinen Dank dafür zu sagen,dass sie sich ihm jederzeit alsredliche Leute erzeigt" und ihnen sein Bedauern auszusprechen, dass die Umständeihm nicht gestattet hätten, sich persönlich von ihnen zu verabschieden. 4 )

') In: Neuere Gesch. von Hessen, IV, S. 197, Note 261. 2) Kriegssachen 1G32, Fase. 9682 imStaatsarchive zu Marburg. 3) i m Staatsarchive zu Marburg. 4 ) Daselbst.