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1 (1888) [Hauptbd.]
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Conrad von Uffeln mit 400 Mann der Stadt Caub, wobei einige von der spanischenBesatzung sich auf das Schloss und den Diebsthurm retteten. Uffeln zog sodann vordie Burg und den Pfalzgrafenstein, fand jedoch tapfern Widerstand, bis der OberstThilo Albrecht von Uslar mit drei halben Karthaunen so scharf auf das Schloss feuerte,dass beide Burgen auf dem Berge und im Rheine sich ergaben. Am 8. Januar 1632ward die Besatzung mit fliegenden Fahnen und mit Sack und Pack zu Wasser von denHessen bis Coblenz begleitet. ')

Der Rheingraf nahm an des Landgrafen Stelle die Städte Bacharach, Oberwesel,Boppard, und Herzog Bernhard von Weimar überrumpelte in einer Nacht die pfälzischeHauptfestung Mannheim.

Nach vergeblichen Friedensverhandlungen und nach Rückkehr des Landgrafenaus Cassel erneuerte sich noch in demselben Winter der blutige Kampf in West-falen und Niedersachsen. 2 ) Nach vielen Hin- und Hermärschen sah der Landgraf sichgenöthigt, zum Schutze seines Landes gegen Pappenheim seine Truppen bei Cassel zuversammeln. Dass er hier Ende Januar 1632 bereits eingetroffen war, bestätigt ein ausCassel datirtes Schreiben Thilo Albrecht's vom 29. Januar, worin dieser den Landgrafen,dessen Gemahlin, Söhne und Töchter auf den 1. Februar, Mittags 12 Uhr, zur Taufeseines Sohnes (Wilhelm Christof) und darauf folgendem Essen einladet. 3 )

Landgraf Wilhelm V. rief nach Hülfe zur Vertreibung Pappenheim's. Da dieseihm jedoch unter allerlei Vorwänden versagt wurde, so konnte Pappenheim, seine Feindetrennend, mit seiner ganzen Macht bis vor Einbeck rücken. Vor den Thoren dieserStadt stand mit einigen hessischen Regimentern der Oberst Thilo Albrecht von Uslar.Sein Erbieten, die Vertheidigung der Stadt übernehmen zu wollen, beantwortete derMagistrat damit, dass er ihm die Stadtthore verschloss. 4 ) Pappenheim, mit Gronsfeldvereint, war es dadurch ein Leichtes, an der Spitze von 10 000 Mann Uslar zurück-zutreiben, die Uebergabe der Stadt nach unbedeutender Vertheidigung zu erzwingenund seine Beute glücklich nach Hameln zu führen. (22. März.)

Die Besetzung von Höxter zu verhindern, eilten Uslar und der schwedische OberstKagge mit zwei hessischen Regimentern dem von Pappenheim bedrängten schwedischenGeneral Rosen zu Llülfe, doch es war zu spät. Schon war die Stadt und der wichtigePass dieser Zankapfel während des ganzen 30jährigen Krieges in Pappenheim'sHänden und beide mussten sich in grosser Eile und mit so beträchtlichem Verlustezurückziehen, dass Uslar sich genöthigt sah, vier grosse Stücke, Musketen, Pulver etc.zurückzulassen, auch einen grossen Feuermörser und zwei andere der besten Stücke, dieLandgraf Moritz der Gelehrte einst hatte giessen lassen, in die Weser zu werfen 5 ) unterden Flammen von 7 angezündeten Dörfern, welche ihm die Nacht erleuchteten, in derer mit seinem Corps abzog. 6 ) Dem Nonnenkloster Brenkhausen bei Höxter nahm Uslardrei starke schöne Pferde aus der von Steinberg Hause weg und in sein Quartier,welches er bei Hermann Möring hatte. 7 ) Kagge zog über Einbeck und Goslar in'sMagdeburgische, Uslar nach Göttingen und Münden.

Thilo Albrecht v. U. stand am 25. März (1632) in und um Volkmarsen, in denersten Apriltagen in der Herrschaft Itter, von wo aus er sich weiter südlich nach demdamals zu Hessen-Darmstadt gehörenden Oberfürstenthum wandte, dort unter Protestder Darmstädter Regierung sein unter ihm stehendes Regiment 8 ) einquartierte und an-scheinend die vom Landgrafen d. d. Cassel, 17. April 1632 ihm aufgetragene Werbungvon 12 Compagnien ä 150 Köpfe 9 ) hier ausführte.

Der Landgraf vertrieb unterdessen die kaiserliche Besatzung aus Höxter und triebPappenheim nach Stade, welcher von da aus das Erzbisthum Bremen überfiel, sich aberdort nicht halten konnte, deshalb über Verden nach Nienburg zog, und, indem er seine

') von Starnberg, Rheinischer Antiquarius, Abth. 2, Bd. 5, S. 107; Theatr. Europ. zum Januar1032, II, S. 548 (604); Haltaus in ZeitschriftDaheim,'' 12. Jahrg., 1876, S. 503. -) v. Rommel,

1. c., IV, S. 186 197. 3) Ms. Hass. fol. 151 in der ständischen Landesbibliothek zu Cassel.

R v. d. Decken, Herzog Georg von Braunschw.-Lüneb., II, S. 50; Hess, 1. c. S. 189. Die Angabe beiHarland, Gesch.' d. Stadt Einbeck (1854/59), II, S. 287, dem Oberst v. U. sei am 11. März ein Nachtlager

bewilligt, bezieht sich wohl nur auf seine Person. 5 ) Pappenheim entdeckte sie und Jiess sie wieder

herausziehen. 6 ) Justi, die Vorzeit, Taschenbuch f. d. Jahr i825, S. 31; Droysen inZeitschr. f. preuss.Gesch. u. Landesk.," 8. Jahrg., S. 419; Tross, Westphalia, Zeitschr. f. Gesch. etc., v. 26. März 1825,

S. 94; Hess. 1. c. S. 193; Hess. Blätter, Nr. 1320, vom 19. März 1887. 7 ) Wigand, denkwürdige

Beiträge für Geschichte u. Rechtsalterthümer, S. 52. 8 ) In den Kriegsakten des Staatsarchivs zu

Marburg dasblaue" genannt. 9 ) Orig. im Landeshauptarchive zu Wolfenbüttel.