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auf diese Personen im Hessischen zu fahnden. Unterdessen liess am 24. Februar derHerzog seinem Drost in Münden, Hans von Westernhagen, anbefehlen, mit denenvon Uslar vertraulich zu reden, damit sie sich gebührend accomodirten und den Klägercontentirten, sonst wolle er ihre Güter einziehen und sie selbst beim Kopfe nehmen.Hierauf schrieb Tile Albrecht von Ussler, des Obristen Sohn, d. d. Wake den 3. März1619 an die herzogliche Regierung: er werde schmerzlich berichtet, wie er und seinBruder abermals eines vermeintlichen Angriffs halber durch den Landgrafen Moritz denGelehrten verklagt worden wäre, unterdessen sei er nicht allein zur Zeit der Anschuldigungin Sennickerode gewesen, sondern kenne den Kläger auch ganz und gar nicht. Er bittedaher, dass man ihn mit der gefänglichen Haft gegen Caution verschone und ihm mitseinem Kläger Termin zur Rechtsausführung ansetze, welches die WolfenbüttelerRegierung unter dem 18. März bewilligte. Hiergegen berichtet aber der Kläger HermannBarlomeyer aus Bielefeld in der Grafschaft Ravensberg an die hessische Regierung: es seiallerdings wahr, dass er und seine Begleitung, als sie 1618, Ende des Dreikönigsmarktes,von Cassel hätten heim reisen wollen, eine Meile davon durch vier Reisige angesprengtund ihnen 1000 Thlr. raublich abgenommen worden wären. Auf geschehene Erkundigunghabe sich ergeben, dass dies die beiden Söhne des seel. Obersten Hans Ernst von Uslarnebst zwei Dienern gewesen wären, die bereits eine Nacht im Wirthshause zu Wahls-hausen und die andere Nacht bei Johann Otto Wolf von Gudenberg zu Meimbressen,auf sie lauernd, zugebracht und nach vollbrachter That spornstreichs über Münden sichwieder nach Wake verfügt hätten. Er, Hermann, sei darauf nach Wake in den Kruggeritten, und habe in dem Wirthe nicht allein einen der Thäter erkannt, sondern beiihm auch einige der geraubten Sachen gesehen. Ferner hätten bei dem Raubedie Thäter einen Hut und einen Handschuh fallen lassen, die jetzt bei fürstlicherGeheim - Canzlei verwahrt würden, und habe der Schneider bekannt, dass er denHandschuh für den von Uslar gemacht habe. Endlich habe er auch einem Gerichtstagebeigewohnt, der von denen v. U. gehalten worden wäre, und dabei die Thäter, diebeiden v. U., gar wohl erkannt. Dergestalt sei es mit ihrer Sennickeröder Ausredebeschaffen, die nicht zugleich bestehen könne. Die v. U. hätten sich auch danachnebst ihren Mitgehülfen aus dem Wege gemacht, während welcher Zeit der eine ihrerDiener erstochen worden sei und so seinen Lohn gefunden habe. Er trüge nunmehrdarauf an, dass die Thäter nach Cassel vor ein peinliches Halsgericht geladen undgebührlich verfolgt würden. Man gab letzterem Antrage zu Cassel Folge und citirtedie Gebrüder Thilo Albrecht und Friedrich Moritz v. U. d. d. 15. Januar 1620.
Damit schliessen die Akten. Ueber den weiteren Verlauf der Sache erfahren wirnur, ] ) dass die hessischen Räthe am 5. October 1625 beim Landgrafen Moritz beantragen,die Brüder von Uslar, welche wegen des begangenen Strassenraubes in contumaciamvcrurtheilt und am 27. April 1621 in die Acht erklärt sind, von der Belehnung aus-zuschliessen und die unter hessischer Hoheit befindlichen Lehnsstücke derselben bis anihr Lebensende einzuziehen.
Inzwischen war Thilo Albrecht, nachdem er noch das Pathenamt bei der Taufedes am 9. Januar 1620 geborenen ältesten Sohnes des Adolf Ernst von Wintzingerodeversehen hatte, 2 ) dem Rufe des Herzogs Johann Ernst von Sachsen-Weimar zum Eintrittals Hauptmann in dessen Regiment gefolgt, erhielt auch bald seine Ernennung zumOberstwachtmeister, weil — wie die Leichenpredigt sich später ausdrückt — Thilo Albrechtin seinen Pflichten niemals gern der Letzte, sondern lieber der Erste war. Unterdemselben Herzoge wurde er mit seinem Bruder Georg in der Niederlage der Protestantenam weissen Berge vor Prag (8./18. November 1620) gefangen genommen, und musstesich, wie dieser, mit 1000 Thlr. auslösen. Mit demselben Bruder trat er auch im fol-genden Jahre als Oberstlieutenant eines Reiterregiments in die Bestallung des HerzogsWilhelm von Sachsen-Weimar, der ihn, wie jenen, am 21. Juni 1621 bei der Gründungdes Ordens der Beständigkeit im Feldlager vor Waidhaus unter die Zahl der Ordensritteraufnahm. 3 )
Dem Herzoge begegnen wir im Januar des folgenden Jahres (1622) im Göttingischen;mit ihm Thilo Albrecht, welcher von Wake aus für sich und einige Personen Herbergein Göttingen bestellte, vom Rathe aber abschläglich beschieden wurde, weil Herzog
') Nach Lehnsakten der Familie zu Hannover (Lehen zu Bremke, Gelliehausen etc.) vol. I, fol. 48u. 49. — 2) Familien-Chronik der von Wintzingerode, Mscpt. auf Schloss Bodenstein. — 3) Näheresüber den Orden s. Seite 244.