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1 (1888) [Hauptbd.]
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im Dienste des Königs von Spanien in den Niederlanden 1605 auf dem Felde derEhre, 19 Jahre alt, gestorben ist.

Der Chronist v. Steinmetz (S. 25) nennt als Devise seines Lebens:Dissimula,simula, non omnia crede, cuncta lauda, age caute quod agis."

177. m) Thilo Albrecht. Wir haben oben bereits gesehen, dass von den7 Söhnen des Obersten Hans Ernst nur dessen vierter Sohn Thilo Albrecht denStamm bis in die vierte Generation fortsetzte, während die Descendenz seines jüngstenSohnes Friedrich Moritz schon mit dem Tode von dessen einzigem Sohne wieder erlosch.(St.-T. III.)

Mehr noch wie seine Brüder Erbe der kriegerischen Eigenschaften seines Vaters,gelang es Thilo Albrecht in den wilden Zeiten des 30 jährigen Krieges durch seinehervorragenden Leistungen eine so hohe Stellung zu erringen, dass wir ihn trotz derihm beschiedenen kurzen Lebenszeit den bedeutendsten Uslar aller Zeiten und eine wahreZierde unseres Geschlechts nennen dürfen.

Geboren am 13. December 1586 zu Wake, besuchte Thilo Albrecht nachgenossenem Privat-Unterrichte im elterlichen Hause bis zu seinem 14. Lebensjahre mitseinem Bruder Johann Ludolf die damals blühende Stiftsschule des Klosters Walkenried ')und das Pädagogium zu Göttingen. Weiteren Studien abgeneigt, wurde er 1601 Edelknabeam Hofe des Kurfürsten Johann Adam von Mainz, ging nach dessen am 10. Januar 1604erfolgtem Tode unter dem Hauptmann Friedrich von Westphalen als Volontair im DiensteSpaniens nach den Niederlanden. In's.Vaterland zurückgekehrt, trat er im folgendenJahre trotz seines jugendlichen Alters auf wiederholtes Bitten des braunschweigischenHauptmanns Andreas von Mandelsloh als Fähnrich in dessen Compagnie zum Kriegegegen die Stadt Braunschweig. 1606 diente er unter demselben Hauptmann Aviederumden Spaniern als Fähnrich, brachte auch nach erhaltenem Abschied die geführte Fahnemit nach Haus, die dann noch lange in der Kirche zu Wake aufbewahrt wurde. 1610begab er sich zu seiner Ausbildung nach Frankreich, kehrte aber schon gleich nach derErmordung König Heinrich's IV. (14. Mai) nach Deutschland zurück. Um auch denDienst zu Pferde zu erlernen, trat er von 16121614 als Freireiter (Aventurier) in dieReihen der Holländer. Als 1615 abermals der Krieg mit der Stadt Braunschweigentbrannte, kämpfte er als Hauptmann für seinen Landesherrn Friedrich Ulrich im Re-gimente des Obersten Jobst von Adelebsen bis zum Ende des kurzen Krieges. In derfolgenden Zeit, die er wohl grösstentheils in Wake verlebte, begegnen wir ihm nebstseinem Bruder Georg in dem Stammbuche ihres gemeinsamen Freundes Caspar von Hansteinzu Oberellen mit folgender Inschrift neben dem schön gemalten Wappen:

Ein schon schwert Undt einne schone Jungffraue Undt ein schon pfertWer das nicht begert der ist auff diser Welt nicht einen heller Wert.

Zu guder gedechtnisse geschriben den 21. May 1616.

Tile a 1 brecht Von Usslerdes Obersten Sohn."

Der in der ersten Hälfte des Jahres 1618 erfolgte Tod des Vaters brachte dieBrüder in den Besitz der Güter. Sie geriethen sogleich in Verwickelungen überForderungen, welche von ihrer aus Westfalen stammenden Mutter herrührten (Reg. 1029),und welche, wie aus Regest 1039 ersichtlich, noch im Jahre 1630 schwebten. Diefürstlichen Lehnbriefe von 1618 erwähnen der Brüder in den Regesten 1030 und 1031.

Als in der Zeit allgemeiner Verwilderung, welche den Ausbruch des 30 jährigendeutschen Krieges begleitete, die längst erstorbene Sitte der Wegelagerung noch einmalwieder auflebte, gerieth Thilo Albrecht und sein Bruder Friedrich Moritz in den Verdacht,mit ihrem Diener und dem Krugwirth zu Wake einen Strassenraub unweit Casselverübt zu haben. Die Fragmente der vorhandenen Akten 2 ) berichten darüber Folgendes:

Unter dem 16. Februar 1619 erklären die hessischen Räthe, dass die von Uslarnebst ihrem Diener und Wirth des Strassenraubes so verdächtig wären, dass man zuderen vom Herzog von Braunschweig erbetenenCaptur und Accusation" gerechteUrsache habe. Wolle Herzog Friedrich Ulrich sich nicht willig erzeigen, so habe man

] ) Eckstorm, 1. c. Die allgemeinen im Folgenden benutzten Quellen sind: Leichenpredigt aufThilo Albrecht v. U. im gräfl. Stolberg'schen Archiv zu Stolberg a. H. und im Staatsarchive zu Hannover;Havemann, Gesch. d. Lande Braunschw. u. Lüneb. (Ausg. v. J. 1853/57), II, S. 682 und die bekanntenChronisten der Familie. 2 ) Im Staatsarchive zu Marburg.

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