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1 (1888) [Hauptbd.]
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einzelnen Führern commandirten Abtheilungen. Nach einer Angabe im DresdenerArchive standUslers" mit 12 Compagnien Infanterie, 400 Mann stark, in derSchlachtordnung, während nach einer schwedischen Nachricht diese 12 Compagniennur 322 Mann stark waren. Eben derselbe schwedische Bericht, welcher den Generalvon Uslar baldYslors", baldGeorg Yssler" nennt, unterstellt ihm ferner noch160 Cavalleristen, die im Dresdener Berichte fehlen. (S. 97, 98.) Endlich giebt Droysennoch eine Disposition Gustav Adolfs, in welcher die Infanterie Uslar's überhaupt weg-fällt. (S. 107.) Nach dem Schlachtplane des Königs (Nr. 2 bei Droysen) stand Uslarim zweiten Treffen der Schlachtordnung und gehörte mit seinen Reutern zum Hinter-halte am rechten Flügel. J )

Droysen zeigt uns auch S. 164 die Quellen, aus welchen die bei Chemnitz, vomteutschen Kriege, I, S. 467; Theatr. Europ., II, S. 751; v. Rommel, neuere Gesch. vonHessen, IV, S. 148, Note; v. Vincke, 1. c., S. 54 u. a. 0. sich findende Nachricht ge-flossen, laut welcher ein General-Major von Uslar bei Lützen gefallen ist. Sie entstammteinem Schreiben vom 23. November 1632, dessen unbekannter Verfasser denObristIssler" als gefallen meldet, 2 ) und einer Relation über die Schlacht von 1632, welchesagt, dass auf schwedischer Seite von hohen Officieren nurGeneral-Major Issler" ge-blieben. 3 ) Diese Angaben sind falsch. Georg v. U. kämpfte noch mehrere Jahre fürdie evangelische Sache, wie die Folge lehrt; von seinen Brüdern kann der General-MajorThilo Albrecht nicht an der Schlacht Theil genommen haben, wie seine Biographie zeigt,und Friedrich Moritz, der Oberst, war bereits im Februar 1632 gestorben. Ein andererUslar aber, der seinem Range nach hier gemeint sein könnte, existirte in keiner derUslar'schen Familien.

Nach der Schlacht bei Lützen marschirte der General-Major v. U. mit der Armeedes Herzogs Bernhard von Weimar unter der interimistischen Führung der General-MajoreLohausen (Infanterie und Artillerie) und Zorn gen. Bullach (Cavallerie) nach Frankenund hatte Antheil an deren Siegesmarsche bis Nürnberg. Schon von Schweinfurt aushatte der wegen Krankheit in Jena zurückgebliebene Herzog an BullaCh den Befehlgesandt, mit dem grössten Theile der Cavallerie in die Oberpfalz einzudringen und dortfesten Fuss zu fassen. Am 19. Februar 1633 überbrachte Uslar diese Ordre, welcheBullach sofort ausführte. 4 ) Von Nürnberg wandte der Herzog sich auf Oxenstierna'sBefehl zur Vereinigung mit dem Feldmarschall Horn der Donau zu. Am Sonntag den17./27. März hatte die aus fünf Regimentern unter dem Commando des General-MajorsGeorg von Uslar bestehende Avantgarde, nämlich das Weimar'sche, Uslar'sche, Branden-stein'sche, Steinbock'sche und Becker'sche Regiment sich in Fürth und den umliegendenOrtschaften einquartiert und setzte am anderen Tage den Marsch gegen die Altmühlfort. 5 ) Am 19./29. März kam U. mit 2200 Pferden ohne die Bagage nach Ansbach.Zwei Tage später traf auch der Herzog dort ein. Sämmtliche Regierungsmitglieder,nämlich: Christoph Sebastian von Jaxheim, von Dachau, Hans Urban Münch von Münch-hausen, Lorenz Lenk, Conrad Müller, Hans Rom und Johann Casselius verfügten sichin Folge Anweisung der Markgräfin und des Grafen Solms aus Crailsheim zu demGeneral von Uslar in die Wohnung. Dieser zeigte ihnen ein Schreiben des HerzogsBernhard vor, kraft welchem fürstliche Vormundschaft einen Vorrath von 10 000 PfundBrod anschaffen sollte. Am anderen Tage kam vom Herzog Bernhard selbst ein Schreibenan die Räthe, in welchem er 20 000 Pfund Brod forderte. Man lieferte sogleich aufdem Markte für das Uslar'sche Volk 1975 Pfund, weil man nicht mehr auftreiben konnteund wendete sich um Brodhülfe nach Rothenburg.

Am 21./31. März war General von Uslar in Merkendorf. Er schickte ein vomnachrückenden Herzog Bernhard ihm zugeschicktes, nach Donauwörth bestimmtes Schreibenzur Bestellung an die Regierung nach Ansbach, weil er keinen Boten finden konnte.Diese Behörde führte bei dem Grafen Friedrich von Solms grosse Klagen über dieEinquartierung der Uslar'schen Reiterei. Solms antwortete aus Crailsheim, man mögesich bequemen so gut wie möglich. 6 )

) Vgl. auch die Situationspläne bei v. Vincke, die Schlacht bei Lützen, und bei Hess, 1. c.,dessen Angaben im Texte S. 264 hiermit übereinstimmen. 2 ) Vgl. Söltl, Religionskrieg in Deutschland,III, S. 353. 3) Daselbst, S. 334. Gedruckte Relationen über die Schlacht bei Lützen in:Materialienzur neueren Geschichte", Nr. 1 (Halle 1880), S. 21, 44. 1) v. Soden, Gustav Adolph und sein Heer inSüddeutschland, Tb. II u. III; Droysen, Bernhard von Weimar, 1, S. 115. 5) v . Soden, 1. c., 11, S. 00;Droysen, 1. c., I, S. 133. 6) v. Soden, 1. c., II, S. 62.