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1 (1888) [Hauptbd.]
Entstehung
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247
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uncl empfing daselbst von einer Deputation der eichsfeldischen Stände das Versprecheneiner Beisteuer von 16000 Thlrn. zu der von dem Herzoge Wilhelm von Weimar aus-geschriebenen Contribution. (Reg. 1041.)

Am 25. Januar des folgenden Jahres (1632) kam der Oberst v. U. mit den vondem Herzog Wilhelm von Weimar commandirten schwedischen Truppen nach Einbeckund begehrte Quartier, welches ihm jedoch versagt wurde.') Das Corps marschirtedarauf nach Göttingen, um diese Stadt von langen unsäglichen Leiden zu befreien.Obwohl der kaiserliche Befehlshaber, Hans Georg von Carthaus, nur 300 Fusssoldatenund 50 Reiter zu seiner Verfügung hatte, so vertheidigte derselbe den ihm anvertrautenPlatz doch tapfer und wies trotzig jede Aufforderung zur Uebergabe zurück. Dennochgelang es am 11. Februar, die an acht verschiedenen Punkten angegriffene Stadt mitSturm zu nehmen, wobei der Oberst v. U. den ligistischen Abt von Walkenried gefangennahm und ihn mit mehreren seiner Anhänger nach Heiligenstadt abführen liess. Cart-haus ergab sich in der s. g. Blutkammer des Rathhauses, bei dessen Plünderung diedarin aufbewahrten Archivalien von den Soldaten zerstreut und befleckt wurden, 2 ) aberder Vernichtung entgingen. 3 ) Am folgenden Tage nahm der Oberst v. U. mit allenanderen Obersten an dem Dankesgottesdienste Theil, den der Herzog Wilhelm in derSt. Johannis-Kirche abhalten liess. 4 )

Die Göttinger waren damit freilich den Feind aus ihren Mauern los, allein ihreLage blieb bei den erdrückenden Lasten des Krieges trostlos, bis nach der entscheidendenSchlacht bei Hessisch - Oldendorf (28. Juni 1633) der General-Major Thilo Albrechtvon Uslar durch sein Schreiben aus Ohsen an den Rath zu Göttingen 5 ) den Muth unddie Hoffnung der Bürger neu belebte und durch seine Fürsorge wesentlich dazu beitrug,dass der schwergeprüften Stadt die äusserste Noth erspart blieb.

Bald nach der Einnahme Göttingens wird der Oberst v. U. zum General - Majorbefördert sein. Bei dem Mangel einer beglaubigten Nachricht über die Zeit dieser Be-förderung wird man auf den Monat Februar 1632 schliessen müssen, weil der ChronistSpecht sagt, dass sie ein halbes Jahr nach der Schlacht bei Leipzig statt gefunden, unddie urkundliche Geschichte des Geschlechts von Planstein 6 ) sich in ähnlichem Sinne aus-spricht. Muthmasslich erfolgte sie in Anerkennung seiner Leistungen bei der Einnahmevon Göttingen.

Tilly hatte sich nach der Schlacht bei Leipzig auf den Ruf des KurfürstenMaximilian zum Schutze von dessen Ländern nach Baiern begeben, verfolgt von demsiegreichen Schwedenkönig. Nachdem Tilly bei einem Gefechte am Lech verwundetund in Ingolstadt gestorben war, stellte sich Wallenstein den Schweden am G./16. No-vember 1632 bei Lützen entgegen, wurde aber total geschlagen. Nach der Behauptungdes Chronisten Specht commandirte der General - Major von Uslar in dieser Schlachtmit dem General-Major (?) Bullach den rechten Flügel der schwedischen Armee, undhielt ihn selbst dann, als er einen Augenblick zu weichen begann. Diese Nachricht istungenau und nach der Forschung von Hess 7 ) dahin zu berichtigen, dass der OberstClaus Conrad Zorn gen. Bullach nur den rechten Flügel des zweiten Treffens be-fehligte, auf dessen äusserster Linken wir in den urkundlichen Quellen übereinstimmendden General-Major v. U. verzeichnet finden.

Sonst sind die Nachrichten über die Schlacht überaus schwankend. Der gelehrteHistoriker Droysen in Halle stellt im 5. Bande derForschungen zur deutschen Geschichte",S. 71 u. f. das gesammt'e über die Schlacht bei Lützen existirende Quellenmaterial sorg-fältig zusammen, um am Schlüsse zu der Erkenntniss zu gelangen, dass mit Rücksichtauf die zahllosen Widersprüche in den einzelnen Angaben selbst nicht ein annäherndrichtiges Bild von dem Gange der Schlacht geliefert werden könne. Sicher scheint nachDroysen nur zu sein, dass der König den schwedischen rechten Flügel selbst commandirte(S. 162), und auch hier nicht wie Schiller und andere Geschichtschreiber behaupten,auf dem linken Flügel, den Bernhard von Weimar befehligte seinen Tod gefundenhat. (S. 207, 208.) 8)

Eben so widersprechend, wie die Quellen sich über die Details des Verlaufesder Schlacht äussern, sind auch die Aufzeichnungen über die Stärke der von den

) Harland, Gesch. der Stadt Einbeck, II, S. 285. 2 ) Kaestner, Nachrichten über das Archivder Stadt Güttingen, S. 1. 3 ) Schmidt inHansische Geschichtsblätter", 1878, S. 3. 4 ) Archiv deshist. V. f. Niedersachsen, N. F., 1848, S. 144. 5) Daselbst, S. 163. 6) Th. II, S. 470. ') GottfriedHeinrich, Graf zu Pappenheim, S. 264. 8) Hess, 1. c., S. 264.