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1 (1888) [Hauptbd.]
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Ende Juni occupirten der General-Major von Uslar und der Graf von Thum denMarktflecken Sulzbürg, südwestlich von Neumarkt. Die 30 Mann starke Garnison liefselbst heraus, ergab sich auf Gnade und Ungnade und trat ausser dem Commandantenund zwei Offi eieren in schwedischen Dienst. ')

Am 12./22. August (1633) begann der Oberst Johann Jacob Graf von Thum mitseinen Regimentern die Belagerung des Schlosses Lichtenau. Ihm folgte der Generalv. U. mit 1000 Mann zu Ross, um die Eroberung zu beschleunigen. Am 15./25. Augustwurden die Mortiere aufgepflanzt und noch Abends begannen sie zu spielen. Das Feuerdauerte am folgenden Tage ununterbrochen fort. Das grobe Geschütz, welches Nürnberggeliefert hatte, that so gute Wirkung, dass Strasoldo, der Gommandant der Veste22 -Ausrust

Lichtenau, schon amT, . um einen Waffenstillstand bat und zu unterhandeln1. September

begehrte.

Am folgenden Tage kam eine Capitulation zu Stande, kraft welcher am24 August

3 September Um ^ Garnison mit Sack und Pack, Ober- und Untergewehr,

fliegenden Fahnen, mit zwei von ihr nach Lichtenau gebrachten Stücken und allerBagage die Festung verliess. Alle seit Behauptung des Platzes gemachten Gefangenenwurden frei gegeben und den Obersten überlassen, die Besatzung selbst aber von demGeneral von Uslar in Schutz genommen und nach Ingolstadt geleitet. 2 )

Während eines Zeitraumes von fast einem Jahre fehlt uns nun jede Nachrichtüber Georg v. U. Erst um die Mitte des Juni 1634 treffen wir ihn, mit 3000 Reiternnach Weissenburg vorausmarschirend, um diese Stadt als Depotplatz mit Kriegsbedarfund Lebensmitteln zu versehen. 3 )

24 August

Am g September muss ^ en ^0 Mann und drei Compagnien Dragoner den Ort

Eltmann berennen und so lange dafür sorgen, dass niemand von der Besatzung entwische,bis das Gros unter der Leitung des General - Majors v. U. und Obersten Prossardenachfolge. Die Unternehmung glückte in so fern, als dieVögel" noch im Nesteerwischt und in dem Orte festgehalten wurden. 4 ) Uslar folgte mit dem Gros am26 August

6 und wollte von Eltmann aus einen Streifzug in die obere Pfalz gegen

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den Oberst Wahl machen, dann aber sein Hauptquartier in Bamberg aufschlagen, vonda aus täglich mit einerSquadron" die Strasse nach Forchheim battiren, damitNürnberg hierdurch in Stand gesetzt würde, seinen Proviant von Ochsenfurt herbei-zuschaffen. 5 )

Diese Absicht wird durch die am folgenden Tage geschlagene Schlacht beiNördlingen vereitelt sein. Der Herzog Bernhard von Weimar wurde total geschlagenund musste sich mit den wenigen Ueberbleibseln des LIeeres nach dem Rheine zurück-ziehen. Der General-Major von Uslar hat an dieser Schlacht nicht Theil genommen,obwohl die Angaben der neueren Chronisten unserer Familie 6 ) solches vermuthen lassen.Er stand, wie wir gesehen haben, am Tage vor der Nördlinger Schlacht bei Eltmann,fast 3 Meilen nordwestlich von Bamberg, und 17 Meilen entfernt vom Schlachtfelde.

Herzog Bernhard trat nach der Niederlage bei Nördlingen in seiner Bedrängnissim October 1635 in den Dienst Ludwigs XIII. von Frankreich und wurde den Kaiserlichenbald wieder ein furchtbarer Feind. Georg v. U. folgte dem Herzoge auf diesem Wegenicht, sondern übernahm wieder ein Commando unter dem Herzoge Wilhelm von Sachsen-Weimar, welcher seit 1633 trotz der Proteste des Herzogs Friedrich Ulrich von Braun-schweig das Eichsfeld besetzt hielt. Hier begegnen wir Georg v. U. gelegentlich einesBesuches, welchen er am 22. Juli 7 ) 1634 dem Kloster Teistungenburg machte. 8 ) Erbesichtigte das Kloster, sowie dessen Felder, und erklärte den geistlichen Jungfrauen :ihr Kloster wäre ihm vom Herzoge geschenkt worden, sie müssten es räumen und

1) v. Soden, 1. c., II, S. 198. 2) Daselbst, III, S.463, 464. - 3) Daselbst, II, S. 510; Zeitscbr.

des Bergischen Geschichtsvereins, III, S. 131; Röse, Herzog Bernhard d. Grosse, I, S. 201; Droysen,

Bernhard von Weimar, I, S. 133 verlegt die Verproviantirung Weissenburgs durch den Gen.-Major Ussler

in den März 1633. 4 ) v. Soden, 1. c.; Theatr. Europ., III, S. 351. 5 ) v. Soden, 1. c., III, S. 21.

6) v. Steinmetz und Praetorius. ') Das Datum kann nach dem Vorhergehenden nicht richtig sein; es

muss später gewesen sein. 8 ) Wolf, eichsfeld. Kirchengesch., S. 205; Duval, Eichsfeld, S. 324 mit

falschem Jahr 1633.

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