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lagernden Uebermacht Tilly's 6 Wochen lang Widerstand leistete. Als Bresche geschossenwar, übergab Morgan am 5. Mai die Festung und verliess dieselbe mit dem General-commissair Oberst v. U., sowie mit allen Ol'ficieren und Soldaten den Capitulations-
Bedingungen gemäss am — ^ ' 1628.')
Nachdem der König mit dem Kaiser zu Lübeck Frieden geschlossen (12./22. Mai1629), nahm Georg seinen Abschied und ging auf seine Güter. Allein schon im folgendenJahre, als Gustav Adolf am 6. Juli mit seinem Heere auf der Insel Usedom gelandetwar, trat er in dessen Dienste als Oberst eines Cavallerie-Regiments von 15 Compagnien,zu deren Werbung und Vertheidigung der Stadt er vom Könige nach Magdeburg ge-schickt wurde. Während Tilly und Pappenheim diese Festung belagerten, vermochteder König, aufgehalten durch die Unentschlossenheit der Fürsten und durch die Be-lagerungen der Oderfestungen, nicht, rechtzeitig Hülfe zu bringen und den unglücklichenJ0./20. Slai 1631 zu verhindern, der das blühende Magdeburg bis auf den Dom und etwa50 Häuser in einen Aschen- und Trümmerhaufen verwandelte und den grössten Theilseiner Bewohner unter dem Mordstahl der Feinde als Opfer fallen sah.
Als Morgens zwischen 6 und 7 Uhr das Zeichen zum Sturme auf die Stadt gegebenwar, drang Pappenheim an der Spitze von 500 Kürassieren in dieselbe ein. Der tapfere Com-mandant, Oberst Dietrich von Falkenberg, rnusste weichen, und als dieser den wahrscheinlichgesuchten Tod gefunden, trieb Pappenheim die entmuthigten Vertheidiger bis zur grossenLakenmacherstrasse (jetzt Stockhausstrasse) zurück. Hier erschien der Oberst von Uslarmit der Reiterei (150—300 Pferde) und der Reserve 2 ); die Weichenden ermannen sich,der Kampf wird erneuert. Da lodern an verschiedenen Enden der Stadt die Flammenempor, sei es entfesselt durch Zufall, oder — was wahrscheinlicher ist — durch denheldenmüthigen Falkenberg und die verzweifelnden Einwohner, welche den Eroberernden von ihnen heiss erstrittenen sicheren Stütz- und Ruhepunkt nicht überlassen wollten,und auch Uslar mit den Seinen wird, nachdem 'seine auf dem Neumarkt gesammeltenSoldaten dem Befehle zu einem neuen Angriffe sich widersetzt hatten, von den durch diehohe Pforte und das Lakenmacherthor in immer grösseren Massen hereindringendenFeinden zurückgeworfen. 3 ) Der Oberst v. U. gerieth in Gefangenschaft. 4 ) Seine Leib-kutsche und sonstige bewegliche Habe soll, wie die Chronik meldet, dem kaiserlichenOberst Breda zugefallen sein.
Nach dem entscheidenden Siege Gustav Adolfs über den bis dahin noch un-besiegten Tilly auf der Ebene von Leipzig (Breitenfeld) am 7./17. September 1631 gelanges dem Oberstlieutenant Friedrich Moritz von Uslar, seinen Bruder Georg aus der Ge-fangenschaft auf der Moritzburg bei Halle a. d. Saale zu befreien, worauf letzterersogleich für den König ein neues Regiment von 1000 Pferden warb. Als Werbeplatzscheint ihm die Gegend um Blankenburg angewiesen zu sein, wenigstens wird seinedortige Anwesenheit seit Mitte November bestätigt. 5 ) Mit diesem Regimente begegnenwir ihm schon Mitte December 1631 in dem von ihm eroberten Heiligenstadt, wo ersich 8 Tage lang aufhielt, 84-7 Thlr. 21 ggr. Contribution erhob und bei seinem Weg-zuge 118 der besten Pferde nebst vielen Wagen und Geschirren, über 5000 Thlr. werth,mitnahm. 6 ) Wenige Tage nachher (20. December) war der Oberst v. U. in Dingelstädt
1) Theatr. Europ., I, S. 1074; Khevenhiller, Annales Ferdinandei, XI, S. 209. In Stade gelangteGeorg durch den Tod seines Oheims Carl (1627) zum Seniorat der Familie. Siehe die Belehnungen inReg. 1036 u. 1038; auch 1039. — 2) Hoffrnann, Gesch. d. Stadt Magdeburg, III, S. 132 (auch I, S. 331,Note); de Villermont, Tilly ou la guerre de trente ans, II, p. 50 und Keyrn, Gesch. des 30 jähr. Krieges,
II, S. 141 geben die Kräfte der Vertheidiger auf 300 Reiter unter dem Oberst von Uslar, 1200 Infanteristender Regimenter Schneidevvind und Longius, sowie 800 vom Regiment Falkenberg unter dem Oberst-lieutenant Trost und 500 Stadtsoldaten an. Dittmar, Beiträge zur Gesch. der Stadt Magdeburg, I, S. 122(in „Halle'sche Abhandlungen zur neueren Gesch.", Heft XIX) kennt nur 250 Reiter. Vgl. Wittich, Magde-burg, Gustav Adolf und Tilly, I, S. 93, Note 7. — 3) d e Villermont, 1. c., II, p. 82; Hoffrnann,
0. v. Guericke, Bürgermeister von Magdeburg, S. 15; Opel, neue Mittheil. a. d. Gebiet hist. antiq.Forschungen, XIII, S. 449; A. v. Tromlitz, die Pappenheimer, 2. Abth., S. 92, 93; Gemeinnützige Unter-haltungen für 1808, Wochenschrift der liter. Gesellschaft zu Halberstadt, I, S. 159. — 4) von Hormayr,Taschenbuch für 1852 u. 53, S. 319; de Villermont, 1. c., II, p. 110; Theatr. Europ., II, S. 369; Keym,
1. c., II, S. 165; Hess, Gottfried Heinrich, Graf zu Pappenheim, S. 135; Calvisius, das zerstörte Magdeburg.
S. 40, 67, 102; Dreyhaupt, Beschreib, des Saal-Kreises, I, S. 389; Michael, Sachsen-Chronik, S. 499. —
5 ) Leibrock, Chronik von Blankenburg etc., 11, S. 76. — 6) Wolf, polit. Gesch. d. Eichsf., II, S. 185, Note;Derselbe, Gesch. u. Beschreib, der Stadt Duderstadt, S. 182; Derselbe, Gesch. u. Beschreib, der StadtHeiligenstadt, S. 66, 76; Derselbe, Gesch. des Gymnasiums zu Heiligenstadt, S. 15; Duval, Eichsfeld, S. 438;Urkundl. Gesch. der von Hanstein, II, S. 470, 544.