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1 (1888) [Hauptbd.]
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(6. August 1623) und ging, nachdem die Armee des Herzogs drei Monate späteraufgelöst wurde, abermals auf seine Güter.

Im September 1625 ging Wallenstein bei Allendorf über die Werra und zogplündernd und die Dörfer niederbrennend durch das Amt Friedland dicht neben Göttingenvorbei nach Einbeck. Den Göttingern annectirte er 800 Kühe von der Weide weg, ohnedass der von dem Herzoge Friedrich Ulrich gesandte Ausschuss und die Reisigen derRitterschaft solches verhindern konnten. Die Bürgerschaft bat deshalb, dass man denauf der Masch vor dem Thore liegenden Ausschuss von 10 Compagnien in die Stadtnehmen und den Oberstlieutenant Georg von Uslar zum Commandanten bestellen möge,was auch geschah. (Reg. 1034.)') Wallenstein brach aber schon am 28. Septembermit seiner Armee wieder auf, ohne den Göttingern weiteren Schaden zuzufügen. Alleinschon am 5. October rückten Abtheilungen von Tilly's Armee vor ihre Stadt. Der Rathwarb neben dem Ausschuss noch 300 Söldner an, und ernannte darüber Georg v. U.wiederum zum Commandanten, sowie Burchard von Linsingen zum Capitain. Die feindlichenReuter versuchten zwar, der Stadt das Wasser abzuschneiden, zu welchem Zwecke sieam 27. October die Schleuse über der unteren Walkmühle zerstörten, allein durch einenglücklichen Ausfall der Besatzung gelang es den Göttingern, das Wasser wieder zuerlangen.

1626 wurde die Gefahr dringender. Herzog Christian von Braunschweig ernannteam 7. Januar 1626 den Oberstlieutenant von Uslar zumKriegsgubernör" der Stachund wurde ihm auch für kurze Zeit sein Bruder, der Rittmeister Friedrich Moritz mitseinem 120 Reiter starken Geschwader zur Seite gestellt Die Monate Januar, Februarund März des Jahres 1626 verflossen unter kleinen Gefechten und Ausfällen, bei welchendie Göttinger oft gute Beute machten, die Ligisten dagegen mit Sengen und Brennenin der Umgegend fortfuhren. In den ersten Apriltagen begannen sie die BelagerungNortheims, dessen Beschiessung sie bis zum Ostertage fortsetzten, eilten aber auf dieNachricht, dass Herzog Christian mit 10 Regimentern zum Entsätze aus dem StiftePaderborn heranziehe, nach der Weser zurück. Die Göttinger, besorgt, dass ihreStadt durch die Einquartierung dieser Entsatztruppen zu stark könnte belastet werden,sandten, gestützt auf ein altes Privilegium, welches die Zahl der Truppen bestimmte,mit welcher ein Landesfürst die Stadt betreten durfte, ihren Commandanten Georg v. U.dem Herzoge mit der Bitte um Schonung entgegen. Dennoch rückte dieser am 13./23. Aprilmit 2 Regimentern zu Pferde und 3 zu Fuss in die Stadt, so dass der Rath nunwünschte, der selbst erbetene Entsatz wäre im Paderbornischen geblieben. 2 )

Durch Patent d. d. Güttingen den 25. April 1626 3 ) ernannte Herzog Christianin seiner Eigenschaft als Kgl. dänischer General den Oberstlieutenant Georg v. U. zumObersten über 2000 Mann Fussvolk. Als solcher kämpfte er mit seinem Regimente am17./27. August d. J. unter dem Könige Christian IV. von Dänemark in der Schlacht beiLutter am Barenberge, 4 ) entkam auch in der allgemeinen Flucht glücklich nach Wolfen-büttel. Als er sich nachher in Braunschweig aufhielt, verlor er bei einer nächtlichenFeuersbrunst in seinem Hause Alles, was er mit sich führte; dazu verbrannte er sichselbst so sehr, dass er ein Vierteljahr bettlägerig war.

In Stade, wohin die bei Lutter geschlagene Armee sich zurückzog, um sich durchZuzug aus England und Schottland zu verstärken, ernannte ihn der König 1627 zumGeneral - Kriegscommissair dieser Stadt und Festung, wie auch zum Oberst über einRegiment von 3000 Mann zu Fuss. Commandant der Festung war jedoch nicht, wiedie Chronisten angeben, Uslar, sondern der dänische Generallieutenant Norpraht,welcher im November 1627 mit einem grossen Theile des Fussvolkes nach Holsteinging, wo seine Truppen bald auseinander gingen. Uslar beschuldigte ihn der Ver-rätherei und veranlasste eine Untersuchung; seine Verurtheilung erfolgte aber widerErwarten nicht. 5 ) Norpraht wurde im Commando durch den englischen Oberst SirCharles Morgan ersetzt, welcher mit nur 2500 Mann seit März 1628 der die Stadt be-

) Zeit- u. Gesch.-Besehreib. von Göttingen, I, 1, S. 176; Archiv des hist. V. f. Nieders., 1848,

S. 73 u. f., S. 91, 97, 98, 144; Havemann, 1. c. (v. J. 1837/38), II, S. 37 ; Billerbeck, Gesch. d. StadtGöttingen, S. 291. 2 ) Opel, der niedersächsisch-dänische Krieg, 11. S. 537. 3 ) Concept im Landes-hauptarchive zu Wolfenbüttel. 4 ) Wahrscheinlich nahm Georg v. U. auch schon im Juli und August1626 an der Belagerung von Calenberg und an dem dadurch herbeigeführten Treffen bei Rössing (8. Aug.)auf dänischer Seite Theil. 5) v . Kobbe, Gesch. u. Landesbeschreib. der Herzogth. Bremen u. Verden,II, S. 238.