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1 (1888) [Hauptbd.]
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vom 21. December 1615 ein schnelles Ende fand. Dann nahm er seinen Abschied und lebteanscheinend mit seinem Bruder Thilo Albrecht zu Wake. An demselben 21. Mai 1616,an welchem Letzterer seinem Freunde Caspar von Hanstein zu Oberellen einen Vers indessen Stammbuch schrieb, trug auch Georg die folgenden Strophen darin ein:

Zhu guder gedechtnisse.

Wer eine Wulff drauwett auf der HedeUndt einem Baurn bei seinem EdeUndt einem pfaffen bei seinem gewissenDer wierdt von allen dreiengeschehen den 21. May 1616.

Jeörg von Usler.

Gleich nach dem in die erste Hälfte des Jahres 1618 fallenden Tode des Vaterswird Georg mit seinen Brüdern zuerst in den Urkunden (Regg. 1029 1031) aufgeführt.Ihrem kriegerischen Sinne eröffnete sich sodann durch den Ausbruch des 30 jährigenKrieges ein neues Feld. Georg trat zunächst als Oberstlieutenant in den Dienst desprotestantischen Herzogs Johann Ernst zu Sachsen-Weimar, gerieth aber in der Schlachtam weissen Berge vor Prag (8./18. Novbr. 1620) in Gefangenschaft, verlor seine sämmtlicheBagage und konnte sich nur durch Zahlung von 1000 Thlr. ranzioniren. Sogleich trater wieder als Oberstlieutenant über 3000 Mann in die Armee des Grafen Ernstvon Mansfeld ein, und zwar unter dem Herzog Wilhelm von Sachsen-Weimar. Mitdiesem kämpfte er gegen die Katholischen in der Pfalz. Als dann der Markgraf GeorgFriedrich von Baden-Durlach für die pfälzische Sache auf den Kampfplatz trat und demHerzog noch 1000 Reiter und 3000 Mann zuführte, erhielt Georg v. U. auch dasCommando über diese Truppen. Allein bei einer Expedition fiel er in spanische Ge-fangenschaft, wurde nach Oppenheim a. Rh. geführt und konnte sich nur durch denVerkauf eines seiner Güter auslösen. Dennoch stand Georg in so hohem Ansehen beimHerzog Wilhelm, dass dieser ihn bei Gründung des Ordens der Beständigkeit am 21. Juli1621 im Feldlager vor Waidhaus unter die Zahl der Ordensritter aufnahm. 1 ) Noch indemselben Jahre ging Georg nach Sennickerode und vermählte sich dort mit Sibylla(geb. 1591), der Tochter des Jobst von Berckefeldt und der Anna geb. von Seidersdorf(SierstorfP). Während er im folgenden Jahre zu Sennickerode verblieb, wurde er Mitgliedjener sonderbaren Verbindung, welche Ludwig, Graf von Askanien, Fürst zu Anhalt-Köthenunter dem Namen derfruchtbringenden Gesellschaft," oder wie sie seit 1651 auchgenannt wurde desPahnenordens" in Weimar am 24. August 1617 vorzüglich zurVerbesserung der deutschen Sprache und Litteratur nach italienischem Vorbilde gestiftethatte. Jedes der 200 Ordens - Mitglieder erhielt einen poetischen, dem Orden ent-sprechenden Gesellschaftsnamen, und eine Pflanze, Blume oder Frucht zum Symbol, undwar berechtigt, einen in Gold geschmelzten Gesellschaftspfennig 2 ) am papagei - grünenBande zu tragen, dessen eine Seite Namen, Gemälde und Sinnspruch (Alles zum Nutzen")der Gesellschaft, die andere aber Name, Gemälde und Wort (Sinnspruch) des Mitgliedszeigte. Als Gesellschaftsname wird Georg v. U. beigelegt:der Erfrischende," alsSymbol: eine Zucker-Melone zum Durste." 3 )

Im Jahre 1623 trat Georg wieder als Oberstlieutenant unter dem Prinzen FriedrichWilhelm von Altenburg in den Dienst des Herzogs Christian von Braunschweig (destollen" Herzogs), focht in der unglücklichen Schlacht bei Stadtlohn im Münsterschen

1) (Vulpius), Curiositäten der Vor- und Mitwelt für gebildete Leser, V, 1, S. 37. Die Statutendes Ordens, der nach dem Prager Frieden (1635) wieder eingegangen zu sein scheint, waren im Wesent-lichen folgende: 1. Die Träger des Ordens sollen Soldaten von Profession sein oder den Orden quittiren.2. In bewiesenen Fällen der Noth soll den Ordensbrüdern von dem Ordensherrn und den Rittern dasnothwendige Geld vorgestreckt werden. 3. Unrechtmässige Rede soll jeder Ordensbruder vertheidigen,als wenn die Sache seine eigene wäre. 4. Im Fall der Gefangennahme sollen die Ordensbrüder zurRanzionirung mit ihrem Vermögen verpflichtet sein. 5. Uneinigkeiten unter den Ordensrittern sollendurch den Ordensherrn oder durch die Ritter ausgeglichen werden. Das Ordenszeichen ist nicht bekannt.

2 ) Abbildung bei König, deutsche Litteraturgeschichte, 13. Auflage, S. 24-9. 3) Neumark, neusprossenderdeutscher Palmbaum, S. 236. Näheres über den Orden, der bis 1680 dauerte, in: Zeitschr. d. V. f. thüring.Gesch. u. Alterthumsk., II, S. 28 u. f.; Zeitschr. d. Harz-Vereins, 1884, S.329; Glafey, Kern der Gesch.

des hohen chur- u. fürstl. Hauses zu Sachsen, S. 443; von Rommel, neuere Gesch. v. Hessen, II, S. 513;IV, S. 12, Note; Krause, der fruchtbringenden Gesellschaft ältester Erzschrein; Rarthold, fruchtbringendeGesellschaft.