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durch Ertheilung eines Expectanz - Briefes auf die nach dem Aussterben der vonKerstlingerode heimfallenden, zum Hause Altengleichen gehörenden Lehngüter. (Reg. 1013.)Am 27. März 1599 bestellte der Herzog als Oberster des niedersächsischen Kreises ihnzum Hauptmann über ein zu werbendes Fähnlein von 500 Mann,') das er mit 9 anderenFahnen Fussvolk und einigen Fahnen Reiter gegen die Spanier führen sollte, welcheseit dem Herbst des vorigen Jahres mit 22000 Mann aus aller Herren Ländern unterFranz von Mendoza das Jülichsche, Geldrische und Clevesehe überflulheten, um von hieraus den Rhein hinab den freien Niederlanden beizukommen. Da aber die Niederländerunter ihrem tapfern Statthalter Moritz sie abzuwehren wussten, so stürzten sich dieEindringlinge in's Kölnische, Münstersche, Bergische und Märkische, überall Schrecken,Plünderung, Mord und Gräuel aller Art verbreitend. 2 ) Der Chronist Specht weiss zuberichten, dass unter den von den deutschen Fürsten und Ständen zur Vertreibung derSpanier entsandten Heerhaufen eine Meuterei ausgebrochen sei, welche Hans Ernst durchsein Ansehen von seiner in Emmerich befindlichen Abtheilung so völlig fern zu haltenverstand, dass es ihm sogar gelang, die schon weggenommenen Fähnlein wiederherbeizuschaffen, und damit nicht allein die Ruhe, sondern auch des Herzogs Ansehenzu sichern. 3 )
Im August desselben Jahres (1599) war Hans Ernst noch nicht vom Rheinzurück, wie wir aus dem Fortgange des Streites über den Ballenhäuser Zehnten(Reg. 1015) ersehen. Im September 1600 treffen wir ihn in Wake, wo er von seinemVetter Wilhelm die Zusicherung erhält, dass sein und seines kinderlosen Bruders MoritzWedekind's Antheil an Wake nach dem Tode des Letzteren ihm allein zufallen soll.(Reg. 1016.) Dafür consentirt Hans Ernst im folgenden Jahre zu der Verpfändung vonderen Gerechtigkeit an Einkünften aus dem Dorfe Sieboldshausen bezw. des Frucht- undFleischzehnten zu Wöllmarshausen an den braunschweigischen Kanzler Dr. Johann Fischerzu Göttingen. (Reg. 1018.) Am 4. Novbr. 1600 unterzeichnet er den zu Elze auf-gerichteten Landtags-Abschied (Reg. 1017) und am 10. October 1601 geschieht seinerErwähnung als einer der Deputirten, welche auf dem Landtage zu Gandersheim diezwischen dem Herzoge und den Landständen entstandenen Streitigkeiten auszugleichenhatten. (Reg. 1019.)
Am 4. August 1602 erhielt er vom Herzog eine neue, auf der Veste Erichsburgausgestellte Bestallung über ein Fähnlein von 200 Mann, bestimmt zum Schutz vonEinwohnern seines Landes, welche von einem Haufen eingefallener Rebellen beraubtund misshandelt wurden. 4 ) Als in demselben Jahre der Sultan Mahomet III. in Ungarneinfiel, sandte der Herzog auf Befehl des Kaisers eine 200 Musketiere starke Compagnie- die, wie die übrigen dorthin entsandten Compagnien (im Ganzen 1000 Mann) langeschwarze Röcke und schwarze Tripärmel trugen 5 ) — zur Belagerung der Festung Ofennach Ungarn. Die für Hans Ernst v. U. als Befehlshaber der Compagnie zu Wolfenbüttelausgefertigte herzogliche Bestallung 6 ) datirt vom 25. Novbr. 1602.
Im Jahre 1605 finden wir unsern Hans Ernst wieder in der Heimath als Oberst-lieutenant über ein Regiment vom Ausschuss 7 ) beim Herzog Heinrich Julius, als diesersich genöthigt sah, den Widerstand der Stadt Braunschweig mit Gewalt zu brechen.Schon lange hielten die Bürger dieser Stadt ihre Privilegien für gefährdet und als derherzogliche Kanzler Jagemann einen auf dem Landtage zu Salzdahlum (21. October 1594)protestirenden Abgeordneten hatte verhaften lassen, steigerte sich die Erbitterung so,dass die Braunschweiger dem Herzoge die Huldigung versagten. Dieser verbündete sichmit seinem Schwager, dem König Christian IV. von Dänemark und schritt am 28. October
') Cal. Des. 21, Wolfenb. Reg. im Staatsarchive zu Hannover. — 2 ) Max, Gesch. des Flirstenth.Grubenhagen, 1, S. 397; Stüve, Gesell, des Hochstifts Osnabrück, II, S. 458; Bender, Gesch. der vormal.Herrschaft Hardenberg im Bergischen, S. 48. — 3 ) Die Angabe Specht's, der Herzog habe aus Dank-barkeit dem Hans Ernst v. U. und seiner männlichen Descendenz eine Expectanz auf die Garte-Dörfer(vgl. Reg. 1084) für den Fall des Aussterbens der von Kerstlingerode ertheilt und den Lehnbrief nachEmmerich gesandt, ist falsch und beruht scheinbar auf einer Verwechselung mit dem Inhalt des Reg. 1013.Nach Reg. 10(10 und den Angaben bei Havemann, 1. c., II, S. 684, Note 1, wurde der Grosssohn HansErnsl's, Falk Adolf v. U. (nicht Rudolph v. U., wie Havemann fälschlich angiebt) aus ganz anderer Ver-anlassung am 13. Decbr. 1660 mit den durch den Tod Otto Christophs, des letzten Herrn von Kerstlinge-rode, schon am 5. August 164-1 heimgefallenen Garte-Dörfern belehnt. (Vgl. Wolf, pol. Gesch. desEichsfeldes, II, S. 50 und die Biographie Falk Adolfs v. U. [Nr. 184.]) — 4 ) Cal. Des. 21, Wolfenb.Reg. im Staatsarchive zu Hannover. — 5 ) Max, 1. c., I, S. 398. — 6 ) Cal. Des. 21, Wolfenb. Reg. imStaatsarchive zu Hannover. — ?) Daselbst.
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