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dort mit dem wehrlosen Vater ringenden Einspännigen so schwer verletzte, dass dieservon seinem mörderischen Vorhaben ablassen musste. (S. Seite 213.)
Einige Jahre später kam Ludolf nach den Angaben der Chronisten') als Page anden fürstlich braunschweigischen Hof und machte mit dem Herzog Erich 11. (d. J.) späterdie grosse europäische Tour durch England, Frankreich und andere Länder.
Bis zu des Vaters Tode bleibt dann das Leben Ludolfs für uns dunkel. Erst alsnach dem väterlichen Ableben das Seniorat der Familie auf seinen ältesten BruderChristoph überging, treffen wir ihn mit diesem in allen Belehnungs-Urkunden der Jahrevon 1541 —1566. Im Jahre 1545 reinigt er als Eideshelfer seines Bruders Christophdiesen vor den Bichtern des Landgrafen Philipp I. von Hessen von dem Verdachte derWissenschaft an der Ermordung des jungen Heinrich von Bodenhausen. (Reg. 938.)Sein zu diesem Zwecke erforderlicher Aufenthalt in Cassel brachte ihn und seine Brüderin den Verdacht des Abfalls von ihrer rechtmässigen Landesherrschaft, indem sie an-geklagt wurden, den Landgrafen zu ihrem Schutzfürsten erwählt zu haben, wogegenjedoch die Brüder unterm 20. Februar d. J. protestiren. (Reg. 939.) Ludolf und seinBruder Ernst XVI. traten sogar noch in demselben Jahre offen auf die Seite des ver-triebenen Herzogs Heinrich II. (d. -J.) von Wolfenbüttel, des katholischen Gegners Philipp's,als dieser in sein Land einfiel, von den schmalkaldischen Bundesgenossen, mit demLandgrafen von Hessen an der Spitze, aber am 21. October 1545 beim Kloster Höckel-heim geschlagen und gefangen genommen wurde. Der Landgraf bestrafte die Brüderdafür mit dem Verluste ihrer hessischen Lehen (Reg. 942), die sie erst zehn Jahrespäter gegen das Versprechen Ludolfs, für den Landgrafen ein Geschwader Reiter werbenzu wollen, zurück empfingen. (Reg. 954.)
Als im folgenden Jahre (1546) der Krieg der schmalkaldischen Bundesgenossenmit Kaiser Karl V. zum Ausbruch kam und der eben zur katholischen Kirche zurück-gekehrte Herzog Erich II. am 14. März 1547 zu Nördlingen vom Kaiser den Befehlerhielt, mit einem in Westfalen zu sammelnden Heere eine mächtige Diversion in Nord-deutschland zu machen, um die Hansestädte und die protestantischen Fürsten Nieder-sachsens zu beschäftigen und von der Theilnahme am Kriege in Oberdeutschland solange abzuhalten, bis er die Hauptmacht seiner Gegner würde niedergeworfen haben,schloss sich Ludolf seinem fürstlichen Gönner an und rückte mit dem von Erich beiSoest gesammelten Kriegsvolke vor Bremen. Die Belagerung dieser Stadt war schonlängere Zeit von dem kaiserlichen Oberbefehlshaber, Jobst von Groningen, Statthaltervon Seeland, mit dem von ihm ebenfalls in Westfalen geworbenen Heerhaufen ohneErfolg geführt und nach dessen Tode von seinem Nachfolger Christoph von Wrisbergganz aufgehoben. Als Erich II. aber herankam und den Oberbefehl übernahm, begannman sofort eine zweite Belagerung. Allein die Stadt widerstand muthig allen Angriffenund drohenden Aufforderungen zur Uebergabe, bis der Graf Albrecht von Mansfeld mitdem von den befreundeten Städten und dem Kurfürsten von Sachsen aufgebrachtenKriegsvolke zum Entsätze der hart bedrängten Stadt heranrückte. Auf die Nachrichtvom Nahen des Feindes hob Erich am 22. Mai die Belagerung von Bremen auf undzog auf dem linken Weserufer dem Mansfelder entgegen, Wrisberg anweisend, dieStrasse am rechten Ufer und in möglichst gleicher Höhe mit ihm einzuschlagen. InHoya wollten sie sich treffen und dann gemeinsam auf dem rechten Ufer des Flussesdem Feinde entgegen ziehen. Aber Erich traf den durch grundlose Wege aufgehaltenenBundesgenossen nicht. Er setzte deshalb, die Weser überschreitend, den Marsch aufRodewald allein fort, kehrte aber um, als er auf feindliche Vorposten stiess und nahmbei Drakenburg Stellung. Noch bevor Wrisberg angekommen war, erlitt Erich hier am24. Mai 154-7 eine vernichtende Niederlage, aus welcher er •— wie der Chronist Spechtberichtet — die eigene Person nur rettete, weil Ludolf von Uslar ihm eine Furth inder Weser zeigte, durch welche er glücklich nach Nienburg gelangte. Sein Streitrossund alles Geschütz fielen den Siegern in die Hände, zugleich über 2500 Gefangene,während wohl 3500 Katholische erschlagen wurden.
Nach dieser verunglückten Unternehmung kehrte Erich nach kurzem Aufenthaltebei dem Kaiser in Halle, wo er vergebens Wrisberg's Bestrafung zu erwirken versuchte,
') Darunter sind ferner, wenn nicht Anderes ausdrücklich gesagt wird, stets die oft erwähnten,meist gleichlautenden Chroniken von Specht, v. Steinmetz und Praetorius - sämmtlich oder einzeln —verstanden. Wird im Folgenden keine Quelle angegeben, so ist die betreffende Nachriebt entweder derenWerken entnommen, oder aus den bekannten Specialwerken von Havemann und O. v. Heinemann geschöpft.