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1 (1888) [Hauptbd.]
Entstehung
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XIV. Generation.

Von den sechs Söhnen Wedekind's II. v. U. wurden Ludolf und Melchior allein dieFortpflanzer des Geschlechts und die Stammväter der beiden nach ihnen benannten,noch jetzt blühenden Hauptlinien. Ihre Brüder Jobst, Hans VIII. und Ernst XVI. starbenohne Descendenz; Christoph dagegen hatte folgende vier Kinder:

106. Levin, starb jung.

107. Dorothea, desgl.

108. Dorothea war die erste Gemahlin des Heinrich von Münchhausen, Christoph'sSohn, auf Haddenhausen, welcher nach ihrem, vor 1615 erfolgten Tode sich mit AnnaMarie (geb. 1567), des Hieronymus von Hake, Erbherr auf Ohr, und der Dorothea geb.von Donop Tochter (Witwe des Christoph von der Malsburg zu Helwershausen inSachsen-Weimar), wiedervermählte.

109. Anna, vermählt mit einem Herrn von Münch.

Zweiter Abschnitt.

Die Generationen des Geschlechts von Ludolf und Melchior, denStammvätern der heutigen Linien, bis auf die Gegenwart.

Einleitung.

Mit dem Verfall der persönlichen Wehrpflicht der Vasallen seit Beginn des16. Jahrhunderts, also mit dem Uebergange vom Mittelalter zu der durch die Kirchen-Reformation eingeleiteten neueren Zeit, in welche die Entstehung der beiden Haupt-linien des Uslar'schen Geschlechts fällt, ging das Ritterthum zu Ende. GeworbeneSöldnerheere, durch einheitlichen Befehl geleitet, im Gebrauch des Schwertes, wie inder Handhabung der mehr und mehr zur Einführung gelangenden Feuerwaffen gleichgeübt, traten an die Stelle der stahlgepanzerten schwerfälligen Schaaren der Ritter undihres Gefolges, um von nun an die Schlachten zu entscheiden. Der kriegerische Adel,welcher früher die Meisterschaft in den Waffen so ausschliesslich in Anspruch genommenhatte, dass aus seiner Mitte die Städte ihre Hauptleute zu wählen pflegten, war jetzt ge-nöthigt, wenn er Ruhm, Sold und Beute erwerben wollte, sich in inländischen und aus-ländischen Diensten für die Dauer eines Krieges anwerben zu lassen, oder als Beamte inden Hof- und Givildienst der Fürsten zu treten. Dass trotz der Söldnerheere daneben noch deralte Lehndienst fortwährend Bestand hatte, zeigen uns die Regesten 943, 988, 1043, 1049.

Die Mitglieder des Adels verliessen ihre Burgen und übertrugen die Bewirthschaftungihrer Güter Verwaltern oder Pächtern. Diejenigen, welche von den Fürstensitzen undStädten fernblieben, erbauten, um die Verwaltung ihrer Güter in erfolgreicherer Weiseführen zu können, in oder bei den ihnen gehörigen Dörfern Herrenhäuser und Schlösser,bei deren Anlage jetzt mehr auf Bequemlichkeit, als auf Festigkeit und Sicherheit gegenUeberfall gesehen ward. Auf diese Weise entstanden die Uslar'schen Ansitze zuWöllmarshausen, Sennickerode, Wake u. s. w.

Mit dem Verschwinden der früheren einfachen Lebensweise und der so hochgehaltenen Selbständigkeit wurde die Erziehung der adeligen Jugend eine sorgfältigereund wenn sie auch nicht selten in heimischen und fremden Kriegsdiensten das väterlicheVermögen verbrauchte und damit den Wohlstand der Familie tief erschüiterte, sofinden wir doch auch schon manche Edelleute, die sich den Wissenschaften widmen,und namentlich die Hörsäle der Theologie und des für den Flofdienst unentbehrlichenrömischen Rechts auf den neu errichteten Hochschulen füllen. Reisen in das Ausland,namentlich nach Frankreich und Italien, pflegten dann ihre Erziehung zu vervollständigen,und zum Abschluss zu bringen.