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1 (1888) [Hauptbd.]
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Nach einer Angabe des Chronisten Specht ist Hans VIII. ohne Hinterlassung vonKindern im Jahre 1554 gestorben. Letzteres ist mit Rücksicht auf sein Erscheinen indem Vergleiche von 1556 (Reg. 957) unrichtig. Sein Tod fällt in dieses oder dasfolgende Jahr. Der Lehnbrief vom 25. Mai 1557 (Reg. 958) kennt ihn nicht mehr.

101. Ernst XVI. 1541 1546. Wahrscheinlich geboren 1512, findet sich Ernstausser in den vorhin schon allegirten Urkunden von 15411545 (Regg. 928, 932, 939,94-1) in einem Spruche der hessischen Lehnskammer vom 5. März 1546 (Reg. 942),durch welchen er und sein Bruder Ludolf ihrer hessischen Lehen verlustig erklärt wurden,weil sie schuldig befunden seien, den von den schmalkaldischen Bundesgenossen aufAnrufen der Städte Goslar und Braunschweig im Jahre 1542 aus seinem Lande ver-triebenen streng katholischen Herzog Heinrich II. (d. J.) von Braunschweig bei seinemauf Wiedereroberung seines Landes abzielenden Einfalle im Jahre zuvor (1545) gegenden Landgrafen Philipp 1. von Hessen unterstützt zu haben. Gleiches Schicksal traf nachdem Siege der Evangelischen beim Kloster Höckelheim (21. October 1545) die meistenMitglieder des hessischen Adels, welche sich dem Herzoge angeschlossen hatten. ') Erstim Jahre 1556 wurde das gegen Ernst und Ludolf v. U. gefällte Urtheil wiederaufgehoben und auch die übrigen Brüder Ernst's darin eingeschlossen. (Reg. 954.) Indemselben Jahre (1546) finden wir Ernst nochmals auf katholischer Seite im Lager desMarkgrafen Albrecht von Brandenburg-Culmbach an der Donau und zwar mit 16 Pferdenunter dem Rittmeister Günzel von der Grün. 2 ) (Reg. 943.)

Ueber seine Thätigkeit im schmalkaldischen Kriege bleiben wir im Dunkeln. NachSpecht's Uslar'scher Chronik starb er im Lager vor Landerwieg. Da ein solcher Ort abernicht existirt, wir aber wissen, dass der Kaiser sich beim Anmärsche der verbündetenFürsten nach Landshut zog, um sich dort zu verschanzen, so mag diese Stadt gemeint sein.

Ernst's Leiche wurde nach Specht's Angabe zunächst in Bamberg beigesetzt, vierWochen später aber auf Veranlassung seiner Mutter in das Erbbegräbniss zu Reinhausenüberführt.

Die Erwähnung von Ernst's Namen noch in dem Erkenntniss vom 8. December1564 (Reg. 967) beruht auf einem Irrthume. Schon der Lehnrevers von 1550 (Reg. 949)kennt ihn nicht mehr.

Melchior, Stammvater der Melchior'sehen Linie, siehe unten Nr. 379. (Stamm-tafel VII.)

102. Catharina, geb. 1516 (?), heirathete nach 1557 den Oberst Bernhard vonHabel (gest. 12. Mai 1582). Sein Epitaphium von Stein: ein knieender betender Ritter(dessen untere Hälfte jedoch durch den Fussboden verdeckt ist), befindet sich im Innernder (wahrscheinlich 1472 erbauten, 1590 inwendig ausgebauten) Kirche zu Gelliehausen,und zwar an der nördlichen Umfassungsmauer. In dem Friese sieht man vier Wappen:von Habel, von Uslar und zwei unbekannte. Darüber die Inschrift:Anno 1582 den12. Mai ist der gestrenge edle und ernveste Bernhart von Habel Oberster in Got selig-lichen endschlafen." 3 )

103. Anna. Geb. 1524. (?)

104. Agnes. Geb. 1530. (?)

105. Magdalena. Geb. 1531. (?) Diese drei anscheinend jüngsten TöchterWedekind's II. lebten mit ihrer, später dem Oberst von Habel vermählten SchwesterCatharina bei der Mutter auf Ältengleichen, als dieses Schloss im Jahre 1545 derPlünderung durch einen landgräflich hessischen Oberst anheim fiel. (S. Seite 41.) Am15. October 1557 klagten sie dem Landgrafen Philipp I. (dem Grossmüthigen) von Hessenihren dabei erlittenen Verlust, den sie auf 3000 Thlr. schätzten, und baten ihn, alsEntschädigung für ihre eingebüssten Kleider, Kleinodien und Schmuck ihnen etwas zu-kommen lassen zu wollen. (Reg. 959; vgl. Reg. 990.) Ob der Landgraf grossmüthiggenug war, dem Gesuche Folge zu geben, erfahren wir nicht.

Dass die Schwestern Anna, Agnes und Magdalena im Jahre 1566 noch un-vermählt waren, zeigt uns Reg. 970.

1) O. von Heinemann, 1. c., II, S. 375; s. Seite 214, Note 3. 2 ) Ein im IG. Jahrhundert ausder Pfalz nach Sachsen gekommenes Adelsgeschlecht. (Kneschke, Adels-Lexikon, IV, S. 69.) 3 ) Mithoff,

Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen, II, S. 62, wo fälschlich Juli statt Mai steht; Mscpt.

der Biblioth. d. hist. V. f. Nieders. zu Hannover. (Kirchen zu Göttingen etc.)

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