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1 (1888) [Hauptbd.]
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1)8. Jobst. (Jost.) Geb. 1507 (?). 1531 - todt 1566. Obgleich dieser zweiteSohn Wedekind's II. sein Leben auf fast 60 Jahre brachte, so fliessen doch die Nach-richten über ihn aus unseren Urkunden sehr dürftig.

Nachdem er von Ende des Jahres 1531 an mit seinem älteren Bruder denUnterricht des Conrad Mosseler im elterlichen Hause genossen hatte (Reg. 901), er-scheint er hier noch 1538 (Reg. 907) und ferner bis 1531, in welchem Jahre er nachAusweis des Reg. 914 an der Seite seines Bruders gegen die Ungläubigen kämpfte.Als im folgenden Jahre (1533) der Kurfürst Johann Friedrich 1. (der Grossmüthige) vonSachsen die Regierung seines Landes antrat, kam Jobst in den Dienst dieses hervor-ragenden protestantischen Fürsten. Solches bestätigen nicht nur die Chronisten unsererFamilie, welche glaubwürdig berichten, dass er acht Jalire lang am dortigen Hofe wegenseiner Tugenden in grossem Ansehen stand, sondern es verbürgen auch die im Gesammt-Archive zu Weimar aufbewahrten Gehalts-Quittungen aus den Jahren 1534 und 1535.(Reg. 919.) Damit ist aber auch unsere Kenntniss über ihn fast erschöpft. Geld-verlegenheiten veranlassten Jobst im Jahre 1538 zwei Wiesen vor Wöllmarshausen zuverpfänden (Reg. 935); als Eideshelfer seines Bruders treffen wir ihn am 16. Januar1545 in Cassel, um diesen vor dem landgräflichen Gerichte von dem Verdachte derBegünstigung der Mörder des jungen Heinrich von Bodenhausen zu reinigen (Reg. 938),und kurz darauf gerieth er mit seinen sämmtlichen Brüdern in den Ruf, den Land-grafen Philipp I. von Hessen zu ihrem Schutzfürsten erwählt, auch zu Schätzung undDiensten sich ihm verpflichtet zu haben. (Reg. 939.) Obgleich das Schreiben vom4. Juni desselben Jahres (1545) die Namen der Brüder v. U. nicht angiebt, welche aufden 16. Juni vor die herzogliche Canzlei zu Münden geladen werden, um die Streitig-keiten beizulegen, welche zwischen ihnen und Otto von Kerstlingerode über das im Baubegriffene Gebäude zu Sennickerode ausgebrochen waren (Reg. 941), so war Jobst dochals künftiger Besitzer des Hauses unzweifelhaft dort anwesend. Dagegen bleibt es frag-lich, ob er den Uslar von 1557 beizuzählen ist, welche unter den Rittmeistern Hansvon Oldershausen und Silvester von der Malsburg anscheinend dem Pierzog Erich II. (d. J.)von Braunschweig nach Spanien folgten. (Reg. 961.) Gewiss ist, dass Jobst sich EndeJuli 1556 in dem hildesheimischen Kloster Marienrode einfand, um dort die Urfehde-schwörung eines gewissen Andreas Klopper zu besiegeln. (Reg. 955.) Seinen Namennennen endlich zahlreiche Lehns- und Pfandurkunden aus der Zeit von 1541 bis 1564.

Mit seiner Gemahlin Gatharina von Westernhagen ') lebte Jobst wie es scheintin kinderloser Ehe zu Sennickerode, dessen Wohnhaus er und seine Brüder nach demVerfall von Altengleichen erbauten. (Reg. 941.)

Im Jahre 1566 oder kurz vorher muss Jobst gestorben sein, nachdem seine Ge-mahlin ihm bereits im Tode vorangegangen war. Dies folgt aus einem am 39. October d. J.zu Sennickerode aufgenommenen Verzeichnisse seines Nachlasses (Reg. 968), aus welchemdie bemerkenswerthesten Gegenstände hier folgen mögen.

Es fand sich vor an Vieh:

44 Kühe und Rinder, 9 Schweine, 26 Mutterschweine, 18 Ferkel, 7 Hammel,18 Schafe, 3 Ziegen, 2 reisige Pferde, 4 Wagenpferde.

An sonstigen Sachen:

Auf dem Saale: 4 Kummt- und 4 Sielen - Geschirre, 5 Wagenketten, 2 Harnische,11 Feuerbüchsen, 18 Piasengarne, 6 Bund Lappen, 1 Vogelgarn etc.

In einer schwarzen Lade auf Jobst's Schlafkammer: 1 rothes Paternoster vonKorallen, 1 Paternoster von Ametist und Gold, 8 goldene Ringe, klein und gross, davon2 mit Steinen, 2 vergoldete Ringe an Cordein, 6 Perlschnüre, 2 Sammtjacken, 8 Ober-hemden, 5 Halstücher, 3 Hauben, Borden, Plandschuhe etc.

In einer kleinen Lade: die Ehestiftung des Hans von Oldershausen mit Katharinavon Westernhagen, das Testament des Berthold von Westernhagen, Briefe, Nadelnund Klöpper.

In einer grauen Lade: Tücher, Hauben etc.

In einer kleinen gelben Kiste: 8 kleine Kissebühren, 16 Halstücher, 20 Shawl-tücher, 17 Oberhemden, 4 Unterhemden, 1 Pelz, 15 Mannshemden, 1 Leibstück etc.

In einem Schranke: 6 Schachteln mit Arznei, 1 Beutel mit allerlei.

1) Muthmasslich Witwe des Hans von Oldershausen. (S. unten.)

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