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Angaben stimmen mit den Aussagen Gruelein's überein. Als er den Edelmann nieder-geschlagen — so ergänzt er die Erzählung seines Spiessgesellen — habe der Knechtausgerufen: „Schonet, schonet, das ist ein Edelmann von Bodenhausen," und auch derJunker habe gerufen: „Schonet, ich heisse Heinrich von Bodenhausen." — Bezüglichder Theilung des Raubes schliesst sich Voipel ebenfalls in der Hauptsache den Aus-sagen Gruelein's an; dagegen erklärt er vor Gericht, abweichend von der, seinen Com-plicen gegenüber gemachten Aeusserung, dass er dem Edelmanne in der Nacht ausdessen Ranzen 18 Gulden gestohlen und jeder seiner Genossen davon 12 Schneebergererhalten habe. Aus den Taschen des Edelmanns seien ihm zwei Gulden zugeflossen.Neben schon bekannten Dingen giebt Voipel an, es sei viel Seidenzeug, Federn undeine schwarze Haube bei dem Ermordeten gefunden, welches Alles Wolff und Marggraferhielten; Letzterer aber habe Seidenzeug und Haube im Thurme zu Gleichen zurück-gelassen.
Christoph von Uslar wird von Voipel noch schwerer, als von Gruelein belastet.Voipel bestätigt nicht nur das dem Junker seitens des Wolff etwa vier Wochen vorJakobi gemachte Geschenk des Wamses, sondern behauptet auch, derselbe habeausserdem den goldenen Hutkranz aus desselben Mörders Hand angenommen.') Auchhabe der Junker zu Wake bald nach der Mordthat, als er von einem - Ritt nach Berns-hausen zurückgekehrt sei, mit Wolff und Gruelein (al. Peters) im Hause HeinrichGappel's zu Wake Bier getrunken, und obgleich sich der Junker an demselben Tageseinen Leuten gegenüber dahin geäussert, dass er den Wolff des Mordes wegen wollegreifen lassen, so habe er doch beim Biere diese Drohung nicht wahr gemacht. Dagegenhabe er' den Hans Marggraf in der Walpurgisnacht wirklich festnehmen lassen, dochsei dieser schon in der folgenden Nacht wieder entlaufen. 2 ) Obgleich nun Marggrafbald nachher Gelegenheit suchte und fand, im Hause des Heinrich Tolde zu Wake mitdem Junker, der hier beim Biere sass, zu reden, so hat dieser doch der Entweichungnicht weiter gedacht.
Ueber das Verhältniss Gruelein's zum Junker Christoph befragt, giebt Voipel an,der Junker habe von Gruelein ein Geständniss des Mordes gefordert, und falls er diesabzulegen sich weigere, gelobt, ihn an einen Ort bringen zu wollen, wo er wohlgestehen würde.
Den schwersten Vorwurf erhebt Voipel gegen den Junker Christoph durch dieBehauptung, dieser sei kurz nach der That zu ihm in seinen hinter der Kirche zuWake gelegenen Stall gekommen und habe verlangt, er solle die Beute mit ihm theilen,sonst wolle er anders zugreifen. Allein Voipel habe ihn mit dem Bescheide abgewiesen,er habe kein Geld, und sei fortgegangen.
Am Schluss der Verhandlung ruft Voipel aus: „Wen seine Junckern die vonUssler lüde weren und tethen als ander Junckheren, so hetten sie auch frome leuthunder sich, den sie haben disse sache hinden und forne gewusst und wir arme gesellenmüssen darumb sterben und sye sollen quit auslauffen das müsse godt erbarmen."
Das dritte Protokoll vom 15. März 1536 enthält die Aussage der AdelheidVoipel, der Ehefrau des vorgenannten Hans Voipel. Sie bekennt freiwillig, wie folgt:
„Als die beiden Wanderer kurz nach Ostern bei ihr eingekehrt und sie ihnenauf ihr Ersuchen zu essen gegeben, habe sich ihr Mann zu ihnen gesetzt und sie überihre Reise ausgeforscht. Der junge Mann habe seinen Ranzen auf die Bank gelegt undsei sehr schweigsam gewesen. Dann habe ihr Mann auf der Strasse mit Hans Grueleinüber die zu machende Beute Rücksprache genommen, und nachdem Gruelein denToldike Wölfl' und Hans Marg-graf zur Stelle geschafft, habe ihr Mann länger als eineStunde darüber verhandelt, wie sie die Beiden umbringen wollten. Was sie beschlossen,wisse sie nicht; sie könne nur sagen, dass der Edelmann am Abend auf die Hausdielegegangen sei, sich dort niedergesetzt und seine Hände seufzend in die Wangen gelegthätte, wie wenn ihm nicht wohl gewesen wäre. Als ihr Mann zurückgekehrt sei, habeer den Edelmann weiter über seine Reise ausgeforscht und von ihm erfahren, dass ernach Duderstadt oder Nordhausen — sie wisse es nicht genau — wolle und in 20 bis30 Wochen heimkehre. Dann möchten sie ihm zu einem Edelmann verhelfen; sie
1) Demnach hatte Marggraf den Kranz an Wolff überlassen, und die von Gruelein erwähnte
„andere Verehrung" Wolff's an den Junker war eben dieser Kranz. — 2 ) Unter Zurücklassung der vorhinerwähnten Sachen im Thurme zu (Alten-)Gleichen.
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