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1 (1888) [Hauptbd.]
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Jahres 1466 der Rath zu Göttingen den älteren Bruder Georg als zweiten Hauptmannin den Dienst der Stadt berief, folgte Hildebrand ihm ebenfalls dahin und trat ohneausgesprochene Stellung mit jährlich 6 Mark in den Sold der Stadt. Dort finden wirihn noch 1467 (Reg. 783), und vermuthen, dass er nach dem Frieden zu Quedlinburg(29. Mai d. J.) aus seiner nur für die Kriegszeit übernommenen Dienstverpflichtungentlassen war.

Seine Freundschaft mit Fleise von Kerstlingerode führte ihn im Jahre 1476 inVerwickelungen mit Heiligenstadt. Der Rath dieser Stadt hatte nämlich zwei Kerstlin-gerode'sche Unterthanen hinrichten lassen. Heise sandte in Folge dessen der Stadtseinen Fehdebrief und that den Bürgern jeden denkbaren Schaden; er liess sie fangenund plündern, wo er nur konnte. Als es dann den Städtern gelang, Hildebrand IX.v. U. zu greifen und ihm sein Pferd nebst anderen Sachen wegzunehmen, wuchs dieErbitterung, welche zu dämpfen selbst die vom Erzbischofe bestellten Schiedsrichter nichtvermochten. Als endlich ein Herr (Werner?) von Hanstein von einigen Bürgern inHeiligenstadt verhöhnt wurde, und er deshalb mit seinen Freunden den Herren vonKerstlingerode zu Hülfe kam, stieg die Erbitterung noch mehr. Aber aufs Höchsteentflammte der Zorn der Heiligenstädter in Folge der an dem gefangenen MitbürgerHans Osenburg, dem Anstifter jener Verhöhnung des Herrn von Flanstein, vollzogenenEnthauptung. Die Bürger schwuren Rache, und wahrscheinlich würden die Feind-seligkeiten einen sehr ernsten Charakter angenommen haben, wenn nicht der Erzbischofvon Mainz, der Landgraf von Hessen und die Herzöge von Braunschweig zu Gunstendes Friedens intervenirt hätten. Trotzdem waren die Leidenschaften so erregt, dasserst 1513, lange nach Heise's von Kerstlingerode Tode, die letzten Spuren dieser Fehdevöllig verwischt waren. (Reg. 800 und Seite 86.) Ob LIildebrand durch seine Theil-nahme an diesen Kämpfen die Belehnung mit den mainzischen Lehen im Jahre 1479(Reg. 808) verwirkte, steht dahin.

LIildebrand, seit 1452 in zahlreichen UrkundenKnappe" genannt, schied vorseinen Brüdern aus dem Leben. Als Zeit seines Todes ergiebt sich nach Reg. 812,welches ihn zuletzt nennt, und nach Reg. 816, welches ihn nicht mehr kennt, derzwischen dem 3. Januar 1481 und dem 6. Januar 1482 liegende Zeitraum. Er scheintunvermählt gewesen zu sein.

90. Dietrich V. 14511496. Die häufige Verbindung, in welcher diesereinzige Sohn Günthers mit seinem Vater sowohl, wie mit seinen Vettern Georg, Moritzund Hildebrand in den sehr zahlreichen über ihn vorhandenen Urkunden erscheint, derenInhalt uns zum grössten Theile bereits aus den Lebensbeschreibungen jener bekannt ist,macht es zur Vermeidung unnöthiger Wiederholungen wiinschenswerth, die Urkundengesondert zu betrachten, und zwar zunächst diejenigen, in welchen Dietrich bis zumTode seines Vaters mit diesem zusammen auftritt.

In diesem ersten, ein Decennium umfassenden Abschnitte seines Lebens lernenwir ihn zuerst am 3. October 1451 bei der von seinem Vater als senior fam. empfangenenBelehnung mit Altengleichen kennen. (Reg. 694.) Mit Letzterem finden wir ihn auchim folgenden Jahre bei Schlichtung der Zwistigkeiten, welche sich aus dem Verkaufe vonNeuengleichen zwischen den Verkäufern und ihren Vettern auf Altengleichen erhobenhatten (Reg. 699), sowie bei Bewilligung der Mittel seitens der göttingischen Landschaftzur Auslösung des LIerzogs Wilhelm d. J. aus der Gefangenschaft (Reg. 702) und beiErwerbung der von ihren neuengleichen'schen Vettern resignirten quedlinburgischenLehen. (Reg. 709.) Ihm allein übertrug sein alter, schon seit vielen Jahren im Klosterzu Reinhausen weilender Verwandter Hans V. v. U. im Jahre 1453 eine Hufe plessischenLehnlandes zu Diemarden (Reg. 718) und vier Jahre später ersuchten auch ihn dieHerzöge von Braunschweig, das Kloster Bursfelde, welchem wahrscheinlich sein OheimBode als Mönch angehörte, schützen zu wollen. (Reg. 735.) In demselben Jahre 1457,bald nachdem sein Vater zum zweiten Male Amtmann zu Lindau geworden war, ver-pfändete Dietrich demselben Kloster zwei Vorwerke zu Klein-Lengden für 300 Rh. Gulden(Reg. 736) und ein Jahr später die, fünf Jahre zuvor erworbene Hufe plessischen Lehn-landes zu Diemarden an den Convent zu Hilwartshausen für 200 Rh. Gulden (Reg. 738),welche Dietrich binnen drei Jahren wieder zu bezahlen verspricht. (Reg. 739.) J )

1) Im folgenden Jahre (1459) wird diese s. g. fuldische Hufe (60 Morgen) von den Vormünderndes Hospitals zu Reinhausen eingelöst und ihnen abgetreten. (Reg. 742.)