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Minden in seiner Eigenschaft als Vormund seines Vetters, des Junkers Jobst von Hoya,mit dem Herzog Wilhelm d. J. von Braunschweig eine Eheberedung zwischen demJunker Jobst und der erst sieben Jahre alten Tochter des Herzogs, Anna, verhandelt.Die darüber ausgefertigte Urkunde (Reg. 785) besiegelte Moritz v. U. mit einigen braun-schweigischen Edelleuten. Die Ehe kam übrigens nicht zu Stande. Anna heiratheteim Jahre 1488 den Landgrafen Wilhelm I. (d. Aelt.) von Hessen, und Junker Jobstverlobte sich im Jahre 1482 mit Ermgard, Tochter des Edelherrn Bernhard VII. zurLippe und Schwester seiner ersten Braut (die auch Anna hiess), der späteren Gemahlinseines Vetters, des Grafen Otto von Hoya.')
Vom Jahre 1468 (Reg. 787) an bis zu Georgs Tode (1482/83) geht Moritz wiederstets zusammen mit seinen Brüdern, zwei Urkunden (Regg. 796 und 813) ausgenommen,in denen Georg allein erscheint.
Moritz überlebte seinen älteren Bruder um etwa 14 Jahre. Er zeigt sich indieser Zeit als Wohlthäter des Klosters Hemhausen, welchem er zu seinem Seelenheilim Jahre 1483 Güter zu Eschwege (Reg. 819) und im Jahre 1488 seine Rechte an denbeiden oberen Teichen in dem über Reinhausen gelegenen Walde (Reg. 830) schenkte.Ausserdem geschieht seiner bei den Belehnungen der Jahre 1483 (Reg. 820), 1487(Reg. 825) und 1492 (Reg. 839) Erwähnung.
Obgleich wir Moritz irgend welche Vorliebe für das Stegreifleben nirgend mitGewissheit nachweisen können, so mochte doch der Krieg, welcher sich im Jahre 1485im Stifte Hildesheim erhob und dann ganz Niedersachsen zum Tummelplatze einer dererbittertsten und grössten Fehden (der s. g. hildesheimischen Accisefehde) machte, seineBetheiligung trotz seiner schon vorgerückten Jahre (er war mindestens 60 Jahre alt)unvermeidlich erscheinen lassen. Wir haben das Nähere über diesen Krieg, soweit erfür unsere Familie von Bedeutung ist, in der Geschichte unserer Fehden (Seite 87 ff.)bereits näher dargelegt (vgl. Reg. 823), und heben aus derselben hier nur hervor, dassMoritz auf die Seite des Bischofs Barthold von Hildesheim und dem mit diesem ver-bündeten Herzog Wilhelm d. J. von Braunschweig und dessen Sohn Heinrich I. (d. Aelt.)trat, und sehr wahrscheinlich mit seinem Vetter Dietrich V. v. U. der Absender des inReg. 822 erwähnten Fehdebriefes an den Bischof Conrad IV. von Osnabrück und andie Städte Braunschweig, Einbeck, Stendal und Northeim war. Im Jahre 1486 wurdeder Krieg, besonders auch im Göttingischen, mit grosser Hartnäckigkeit geführt.
Um diese Zeit muss es gewesen sein, als Moritz im Gefolge Herzogs Heinrich I.(d. Aelt.) von den Göttingern, welche für die Stadt Hildesheim und deren VerbündetePartei ergriffen hatten, gefangen wurde, und die Roheit der Bürger sich soweit vergass,dass sie seine Gemahlin schlugen, auch seine Tochter Anna überfielen und sie einesPferdes, sowie sonstiger Habe beraubten. Erst 1499 söhnte sich Moritz' ältester SohnWedekind II. dieserhalb mit der Stadt aus. (Reg. 852.)
Zum letzten Male begegnen wir Moritz mit seinem ältesten Sohne und seinemVetter Dietrich V. bei einer Anleihe von 68 Rh. Gulden, die sie am 3. August 1496 voneinem Bürger Göttingens gegen Verpfändung von Ländereien bei Wöllmarshausen em-pfingen. (Reg. 845.)
Ueber sein Lebensende können wir nur sagen, dass er am 25. April 1498 todtwar, weil an diesem Tage sein Sohn Wedekind II. handelnd auftritt. (Reg. 847.) Als„selig" erwähnt ihn erst 1499 das Reg. 852.
Mit seiner Gemahlin Agnes (Reg. 852), die ihn überlebte, und die nicht un-wahrscheinlich eine geb. Spiegel von Desenberg a. d. H. Bühne war, wurde der KnappeMoritz v. U. der einzige Fortpflanzer des Geschlechts, da die Descendenz seines OheimsGünther bereits in der zweiten Generation wieder erlosch.
89. Hildebrantl IX. 1444—1481. Die Nachrichten, welche uns über diesendritten Sohn Wedekind's I. aus den Urkunden zufliessen, decken sich mit Ausnahme desin Reg. 735 aufgeführten herzoglichen Schutzbriefes für das Kloster Bursfelde vomJahre 1457 und der Urkunden von 1475 (Reg. 796) und 1479 (Reg. 808), welche Hil-debrand's nicht erwähnen, so vollständig mit denen seines ältesten Bruders Jürgen(Georg), dass dessen Lebensbeschreibung bis zum Jahre 1481 (Reg. 812) einschliesslich,durchaus für diejenige Hildebrand's gelten kann. Auch als in den Kriegswirren des
') Preuss u. Falkmann, Lipp. Regesten, III, Nr. 2347, 2384; IV, Nr. 2645; Cohn, Stammtafeln,Taf. 86, 165.