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1 (1888) [Hauptbd.]
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Da der Herzog bereits am 24. Juni seiner Haft entlassen wurde, ') so können die25'/ 2 Goldgulden, welche die Brüder von Heise von Kerstlingerode am IB. August gegenVerpfändung von 2 x / 2 Gulden jährlicher Rente aus einem ihnen von Otto von Kerst-lingerode versetzten Vorwerke in Gross - Kerstlingerode empfingen (Reg. 705), nicht denBeitrag repräsentiren, welchen die Brüder zur Auslösung des Herzogs zu leisten hatten.

Kurz vor der Jahreswende resignirten die Verkäufer von Neuengleichen derAebtissin Anna I. von Quedlinburg ihre (in Reg. 709 genannten) Lehngüter und liefertendurch die zugleich ausgesprochene Bitte, dieselben ihren Vettern auf Altengleichen zuverleihen, den Beweis, dass nicht Hass gegen sie wie die Chronisten meinen dieVeräusserung ihres gesammten Besitzes dictirte. Trotz dieses bedeutenden Zuwachsesihres Vermögens sehen wir doch kaum zwei Jahre später die Brüder eine Anleihe von24 Rh. Gulden contrahiren. (Reg. 724.) Und schon im nächsten Monate verpfändetensie wieder ein Viertel ihrer Fischerei in Sennickerode dem Kloster Reinhausen für eineungenannte Summe, um den ältesten der Brüder, Georg (Jürgen), aus der Gefangen-schaft zu befreien (Reg. 725), in welche dieser, wie es scheint, in einem dem Treffenbeim Kloster Varlar (18. Juli 1454) vorangehenden Gefechte gerathen war, das er imGefolge des den Grafen Erich von Hoya in seinem Kampfe um das erledigte BisthumMünster unterstützenden Herzogs Friedrich d. J. (des Unruhigen) von Braunschweig zubestehen hatte. (Siehe S. 83.) Weitere Verpfändungen der Brüder folgten in denJahren 1455 (Reg. 731) und 1456. (Reg. 732.) 1457 wurden neben Günther v. U. auchsie von den (in Reg. 735 genannten) Herzögen von Braunschweig aufgefordert, sich mitihnen zum Schutze des Klosters Bursfelde und der dort befindlichen Personen, zu denenwahrscheinlich ihr Bruder bezw. Oheim Bode v. U. gehörte, zu verbinden. Zu derAfterbelehnung des Hans Lystemann mit 9 Morgen Land vor Desingerode gaben siemit ihrem Vetter Dietrich V. dem senior fam. Günther im Jahre 1459 Vollmacht.(Reg. 744.) Im nächsten Jahre waren die Brüder schon wieder geldbedürftig. Sieversetzten ihr halbes Vorwerk und 1 / i Zehnten zu Ballenhausen dem Bürger und SchneiderHans Berndes zu Göttingen für 110 Rh. Gulden. (Reg. 745.)

Der Landgraf Ludwig I. (der Friedfertige) von Hessen, der Käufer von Neuen-gleichen (Reg. 695), hatte einige Wochen nach der Erwerbung dieses bedeutendenBesitzes auch denjenigen Theil von Altengleichen, welchen die Verkäufer in demselbenJahre (1451) von dem verstorbenen Ernst XII. v. U. geerbt hatten, an sich gebracht.(Reg. 696.) Diesen Theil gab der Sohn des Landgrafen jetzt (20. März 1461) denBrüdern Georg, Moritz und Hildebrand, sowie deren Oheim und Vetter auf Altengleichenwiederum zu Lehn (Reg. 750), wodurch diese nun braunschweigische und hessische Lehns-träger mit ein und demselben Schlosse wurden.

Um die Forderungen des Klosters Bursfelde und eines Göttinger Bürgers(vgl. Reg. 745) zu befriedigen, mussten die drei Brüder und ihr Vetter Dietrich die inReg. 751 bezeichneten Güter dem von ihren neuengleichen'schen Vettern gegründetenHospitale zu Reinhausen verkaufen. Sechs Monate später, am 2. October 1461, giebtdazu der Herzog Otto (cocles) von Braunschweig seinen lehnsherrlichen Gonsens. (Reg. 754.)Aus demselben Jahre erwähnt noch die mainzische Belehnung (Reg. 752) und der erstevon Dietrich V. als Nachfolger seines verstorbenen Vaters im Seniorate ausgestellte Lehn-brief (Reg. 755) unserer Brüder. Auch das Jahr 1462 blieb nicht frei von Ver-pfändungen. Am 26. März ertheilten die Brüder ihrem Vetter Dietrich ihren Gonsenszu einer Anleihe von 400 Rh. Gulden bei Hans von Grona, welchem dafür der halbeZehnte vor Seeburg in Pfand gegeben wurde. (Reg. 757.)

Die Erwerbung des Schlosses Neuengleichen, welches sich seit 1455 im Pfand-besitze der Herren von Bodenhausen befand, genügte dem Landgrafen Ludwig II.von Hessen noch nicht, um für alle Fälle den blutigen Conflicten gegenüber gerüstetzu sein, welche das Jahr 1462 brachte. Er hatte in dem Kampfe, welcher sich um denBesitz des mainzer Stuhls entspann, für den Erzbischof Adolf 11. von Nassau Partei er-griffen, und vergebens versuchte er den Hader zu vermitteln, in welchen unbändigeKampflust den Herzog Friedrich (den Unruhigen) von Braunschweig mit den sächsischenStädten verwickelt hatte. (Siehe S. 84.) In solcher Lage mochte es ihm gebotenscheinen, sich durch Vertrag mit den Brüdern Georg, Moritz und Hildebrand IX. v. U.zu stärken, indem er sich die Oeffnung des Schlosses Altengleichen für den Fall sicherte,

!) Havemann, 1. c. I, S. 678.