Jahres wird er in Lehnbriefen und Verkaufs-Urkunden (Regg. 594—597) genannt, dieuns durch Hans V. schon früher bekannt geworden sind. Gleich nachher geriethErnst XIV. (d. J.) wegen einer Forderung, die er von seines Vaters Lebzeiten her anden hildesheimischen Rathmann Rernd Perseker geltend zu machen hatte, mit diesemin Fehde, welche der hildesheimische Stadtrath am 16. März 1436 einzustellen bat.(Reg. 599.) Von den Erüdern von Hardenberg nahm er mit den Uslar des Reg. 601im Herbst d. J. ein Vorwerk zu Rilshausen in Pfand. Der im Jahre zuvor geschlosseneDienstvertrag der neuengleichen'schen Uslar mit dem Landgrafen Friedrich d. J. (denEinfältigen) von Thüringen (Reg. 593) führte am 3. November 1437 zu dem Versprechender Brüder Ernst XIV. und Hans VII. gegen den Grafen Heinrich XXVI. zu Schwarzburg,den Schwager des Landgrafen, ihm Kriegsfolge leisten zu wollen. (Reg. 608.) WenigeTage später zogen sie denn auch mit ihm in's Feld gegen den Bischof Burchard III.von Halberstadt, worüber unser Capitel VII auf S. 80 Näheres enthält. Am Tage desAbschlusses dieses Vermannungs- Vertrages beleibzüchteten Ernst und seine drei Brüderihre Mutter Anna mit Gütern zu Sattenhausen und Hattorf. (Reg. 609.) Ueber eineFehde, in welche Ernst und Gerdt von Bervelde im nächsten Jahre um Cord von Honstedt'sWillen mit den Herzögen Otto I. (claudus) und Friedrich (der Fromme) von Braunschweig-Lüneburg gerieth, bleiben die Quellen uns die Ursache schuldig. Wir erfahren nur,dass der Bischof Magnus von Hildesheim Schritte that, um die Fehdenden aus seinemLande fern zu halten. (Reg. 616.) Am 24. März 1439 wird Ernst Vormund für Adelheidvon Uslar, Wittwe des Hans von Harstal, nachdem diese thüringische Lehngüter alsLeibgedinge empfangen hatte. (Reg. 618.) Um dieselbe Zeit befand sich der ErzbischofDietrich von Mainz in einer Fehde mit den Herzögen Heinrich III. und Otto d. J. vonBraunschweig - Grubenhagen, J ) von der nichts weiter bekannt ist, als dass am 12. Juli1439 ein Waffenstillstand bis Martini geschlossen wurde, für welchen Werner von Han-stein und Ernst v. U. auf mainzischer Seite bürgen sollten. (Reg. 619.) Ein Ver-wandter Emsts XIV. mag der Ritter Hans Hoye gewesen sein. Dieser, der Letzte seinesGeschlechts, resignirte zwei Jahre vor seinem Tode, am 1. November 1439, seinemLehnsherrn, dem Herzog Otto I. (claudus) von Braunschweig - Lüneburg die vormalsgräflich Everstein'sehe, dann an ihn gefallene Vogtei zu Hammenstedt mit Gülden,Früchten und Zubehörungen unter der Bedingung, dass Heinrich von Bortfeld undErnst XIV. v. U. wieder damit belehnt werden sollten. (Reg. 621.) Wie der Reversder neuen Vasallen von demselben Tage beweist, erfüllte der Herzog die gestellteBedingung. (Reg. 622.)
Aus dem Jahre 1441 sind uns zwei Afterlehnbriefe (Regg. 627, 628) und einePfandurkunde (Reg. 630) überliefert, welche unsern Ernst nennen; ausserdem erzähltdie Chronik dieses Jahres (Reg. 631), dass Ernst, der hier noch immer „der Jüngere"und in diesem Jahre zuerst auch „Knappe" genannt wird (Reg. 628), mit den VetternHeinrich und Curt von Hanstein und mit Dietrich von Stockhausen ohne Fehde-ankündigung einen Zug gegen Nordhausen unternahm. Am 22. August erschienensie mit 150 Gewaffneten vor der Stadt, nahmen etwa 16 Bürger gefangen, schlugeneinen todt und führten einige Kühe, Schweine und Pferde als Beute heim. Nach diesemUeberfalle sandte der Rath am 19. September viele Fehdebriefe an die in Reg. 632genannten Personen, ausserdem einen Oberbewahrungsbrief an den Erzbischof vonMainz und eine Menge Bewahrungsbriefe an den umwohnenden (auf Seite 81 auf-geführten) Adel, sowie an die Stadt Göttingen. Von den Folgen dieser Vorbereitung zueiner energischen Revanche aber erfahren wir nichts. Die Chronik schliesst mit derNachricht, dass die Feinde am 10. October früh Morgens wiederkehrten, in dem Grimmel,einer Vorstadt Nordhausens, den Bürger Hans Bodungen nebst dessen Pferd gefangennahmen und ausserdem noch sechs Bürgerpferde wegführten. (Reg. 631.) Dann bliebes still vor Nordhausen, bis am 11. Juli des folgenden Jahres Ernst's Knechte, G. Eichen-berg, zwei von Hardenberg und Claus Haferung mit 20 Pferden vor der Stadt er-schienen und zwei Bürger auf dem Hohenrode (einer Anhöhe über dem Kuchengarten) undeinen auf dem Grimmelthore verwundeten. (Reg. 647.) Kurz zuvor, am 10. Juni 1442,hatte sich die Stadt Göttingen mit dem Erzbischof Dietrich von Mainz gegen die Herren
') Der Fehdebrief Dietrich's an Herzog Heinrich III. d. d. Aschaffenburg, 3. Mai 1439 bei Gudenus,Cod. dipl. Mog., IV, S. 247. In der urkundl. Gesch. der von Hanstein, II, S. 125 ist fälschlich HerzogOtto cocles zu Göttingen genannt.