den erledigten erzbischöflichen Stuhl in Mainz entbrannte, und die Landgrafen von Hessenauf die Seite Ludwigs, des Bischofs von Bamberg, eines Sohnes des Landgrafen Friedrichdes Ernsthaften von Thüringen, führte. (Siehe S. 58.) Noch bevor dieser Krieg völliggesühnt war, sehen wir unsern Ritter Hermann in den Fasten 137G als Gast des HerzogsOtto bei dem dreitägigen, glänzendsten und letzten der von ihm veranstalteten Turnierein Göttingen. (Reg. 308.)
Damit endet die kriegerische Thätigkeit des Ritters Hermann. Was wir weiternoch über ihn erfahren, gehört den Werken des Friedens an. Er, sein Bruder unddessen Sohn verkaufen im Jahre 1381 eine Mark Einkünfte aus 3 Hufen vor Dransfeldan Ilse, Wittwe des LIans von Stockhausen, und überweisen solche nach deren Todedem Kloster Reinhausen. (Reg. 325.) Im folgenden Jahre verpflichtet er sich mit denin Reg. 329 genannten Vettern auf beiden Schlössern Gleichen für alle Uslar demselbenKloster gegenüber, die von dem Abte Günther von Roringen und dem Convente fürI Lot und 3 Mark an die Kirche der Uslar zu Bremke verpfändeten beiden Glocken ausder Kirche zu Bernsrode gegen Zahlung jener Summe jederzeit auszuliefern, und wenigeMonate später verpfändet er mit seinem Bruder Ernst XL und dessen Sohne Hermann XIII.d. J. (dem gegenüber er sich senior nennt), wiederum dem Kloster Reinhausen Ein-künfte aus ihren Gütern zu Herweshusen. (Reg. 334.) Gegen Ende des Jahres nimmter von Tile und Bernhard von Rusteberg die in Reg. 336 bezeichneten Güter zu Ballen-hausen in Pfand. Gleich nach dem Tode seines Bruders Ernst stiftete Ritter Hermannam 15. Juni 1383 mit dessen nachgelassenem Sohne Hermann XIII. ein Anniversar imKloster Reinhausen, welches sich gegen eine jährlich aus zwei Hufen in Wöllmarshausenzu erhebende löthige Mark Geldes zu jährlichen Fürbitten für den Ritter Hermann nachdessen Tode, für dessen bereits verstorbene Gemahlin Ghese (Gertrud, wahrscheinlichaus dem Geschlechte von Rusteberg ') und für seinen genannten seligen Bruder Ernstverpflichtet. (Reg. 338.)
Des Ritters Hermann Lebensabend umgiebt tiefes Dunkel. Da er ohne männlicheErben war und nach dem Ableben seiner Gemahlin allein stand, so würde sein vor-gerücktes Aller auf seinen bald erfolgten Tod scliliessen lassen, wenn nicht eine insJahr 1393 gesetzte Urkunde (Reg 375) die Möglichkeit offen Hesse, dassder dort genannteHertzo v. U., dessen nicht als verstorben bezeichnete Gemahlin auch Gertrud hiess, mitunserm Hermann identisch wäre. Wahrscheinlicher bleibt es immerhin, dass Hermannseine Tage im Kloster Reinhausen beschloss, woselbst sein Vetter Dietrich II. im Jahre1408 (Reg. 447) durch eine Geldspende zu Seelenmessen auch sein (Hermanns) Andenkenerneuerte.
57. Ernestus XI. 1336 —1383. Es kann entbehrt werden, alle Urkunden zuwiederholen, welche schon vorher in der Lebensbeschreibung seines Bruders Hermannerörtert sind. Mit diesem erscheint er ohne Standesbezeichnung zuerst im Jahre 1336(Reg. 210) als Knappe in den drei, dort und sonst mehrfach erläuterten Urkunden bis134-6. Ohne ihn bezeugt er im Jahre 1348 die Beilegung des in Reg. 239 erwähntenStreites und findet sich dann wieder mit ihm in den Urkunden 251 und 252 desJahres 1355. Im Jahre 1357 vollzieht Ernst allein die Schenkung von einer Mark jähr-licher Rente aus Bremke an das Kloster Reinhausen (Reg. 257), dagegen macht er dieSchenkungen der Jahre 1371 (Reg. 297) und 1372 (Reg. 301) an das Wilhelmitenklosterzu Witzenhausen wieder gemeinsam mit seinem inzwischen zum Ritter geschlagenenBruder Hermann. Ob er auch mit diesem Gast des Herzogs Otto des Quaden beidessen zweiten grossen Turnierfeste in Göttingen (1370) war, könnte zweifelhaft sein,da mit dem in der dritten Gruppe der Geladenen (Reg. 294) genannten Ernst v. U.auch der ältere Knappe Ernst VII. gemeint sein kann, wenn nicht unmittelbar mit ihmzusammen ein Ritter Gebhard von Saldern erschiene, der selbst oder dessen Sohn derGatte von Ernst's XI. Tochter Margarethe gewesen sein wird.
Beziehungen zu Herzog Otto, sowie Anzeichen der Theilnahme Ernst's XI. amBunde der Sterner sind nicht erkennbar, dagegen gehörte er, wie sein Bruder und vieleuns aus Reg. 304 bekannte Uslar auf Altengleichen, zu den hessischen Burgmännernauf dem AHerberge, welche als solche im Jahre 1374 gegen den Landgrafen einenRevers ausstellen. Als Freund des Turnierwesens ist er auch mit seinem Bruder unterden herzoglichen Gästen bei dem dritten und glänzendsten Turniere zu Göttingen im
') Nacli einer Notiz in den Lehnsacten der Familie.