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Auch der Sohn und Nachfolger des Herzogs Ernst, Otto der Quade, nahm denRitter Hermann v. U. iij sein Gefolge auf, als er im Jahre 1369 nach Münden reiste,um dort am 5. October die Huldigung der Burgmänner, des Bürgermeisters, des Rathesund der Bürger für seine (erste) Gemahlin Mirislava, welcher er das Schloss und dieStadt zum Wittwensitze verschrieben hatte, entgegen zu nehmen. (Reg. 288.) Beidieser Gelegenheit wurde wahrscheinlich der Grund gelegt zu jenem Raub- und Mord-brennerkriege, welchen Herzog Otto d. Quade an der Spitze der unruhigen Ritter desSternerbundes zwei Jahre später gegen den Landgrafen Hermann den Gelehrten vonHessen begann, und dessen Avechselvolle Schicksale wir in der Geschichte unserer Fehdennäher kennen gelernt haben. Nachdem im Geheimen für den Bund geworben war,gewann er anscheinend grössere Festigkeit auf dem grossen Turniere, welches HerzogOtto am 20. October 1370 in Göttingen veranstaltete (Reg. 294), und zu welchemvornehmlich die Mitglieder des bald darauf gestifteten Sternerbundes geladen zu seinscheinen. Auch die Begleiter des Herzogs auf der Reise nach Münden (Reg. 288), derEdelherr Friedrich von Lisberg, ein späterer Führer des Bundes, der Ritter Hermann XII.v. U. und der Knappe Hans von Kolmatsch finden sich unter den Turniergästen.Hiernach dürfte Hermann's XII. Theilnahme am Sternerkriege auch ohne ausdrücklichesZeugniss feststehen. Bevor der Kampf im November 1371 begann, machte er und seinBruder Ernst XI. nach dem Vorbilde ihrer Eltern (Reg. 212) und Grosseltern (Reg. 158)dem Wilhelmiten-Orden zu Witzenhausen eine bedeutende Zuwendung, indem sie demPrior und Convente desselben ihr Gut in Rossbach zu erblichem und ewigem Eigenthumals Seelgeräth schenkten, mit der Verpflichtung für die Convents - Brüder, dafür zu ihremund ihrer Voreltern Seelenheil eine ewige Messe im Kloster zu halten. (Reg. 297.)
Um diese Zeit zog der unruhige Herzog Ernst II. von Grubenhagen dem EdelherrnSimon III. von der Lippe in den aus der Erzählung unserer Fehden bekannten Kriegum die Nachfolge in der Regierung der LIerrschaft Lippe zu Hülfe. Seinem Gefolgewird sich unser Ritter Hermann XII. und dessen Vetter, der Ritter Jan II. angeschlossenhaben, denn authentische Schriftsteller (Reg. 299) berichten, dass der Herzog bei einemGefechte im Ravensbergischen in die Gefangenschaft der verbündeten Feinde, des GrafenOtto VI. von Tecklenburg und des Grafen Wilhelm II. von Berg und Ravensberg, fiel,zugleich auch die genannten Ritter v. U. von Letzterem persönlich gefangen genommenwurden. Nach einer, wahrscheinlich in der Burg Rheda verbüssten Haft, wurden dieRitter gegen Urfehde entlassen.
Im Jahre 1372 waren die Vettern v. U. wieder in der Heimath, wo RitterHermann XII. und sein Bruder Ernst XI. auf Altengleichen mit Consens ihrer VetternJan II. und Ernst VIII. auf Neuengleichen nach manchen Streitigkeiten mit dem Wilhel-mitenkloster zu Witzenhausen ihre Capelle nebst Patronatrecht in Staufenbühl demKloster übergaben. (Reg. 301.)
Unterdessen erschöpfte sich Otto d. Q. in Einzelkämpfen gegen die Sterner. Mitder hessisch - thüringischen Erbverbrüderung vom 9. Juni 1373, welche die Auflösungdes Sternerbundes einleitete, scheinen die Uslar auf die Seite des Landgrafen getretenzu sein, sei es, dass dieser sie durch Verleihung von Burgmannssitzen auf dem Allerbergczu sich herüber zog, oder dass der Verlust des dem Herzog Otto seit dem 8. Mai 1368von Hessen verpfändeten Schlosses Allerberg sie dahin auslieferte — genug, sämmtlicheUslar auf Altengleichen, darunter der Ritter Hermann XII., reversirten sich am 17. No-vember 1374 gegen beide hessische Landgrafen über ihre Annahme als Burgmänner desgenannten Schlosses und versprachen, ihnen keinen Schaden mit ihren Theilen desHauses Gleichen zuzufügen. (Reg. 304.) Wie lange der Ritter Hermann, sein BruderErnst XI. und die Vettern auf Altengleichen die Sitze auf dem Allerberge behielten, istungewiss. In der Sühne der Landgrafen von Hessen mit Otto d. Q., welche am2. Juli 1375 der Sternerfehde ein Ende machte, traten die beiden Landgrafen demHerzog Otto auf dessen Lebenszeit die Hälfte ihres Schlosses Allerberg mit der Hälfteallen Zubehörs ab. L
Wofür der Ritter Hermann und seine in Reg. 306 genannten Vettern auf Alten-gleichen von den hessischen Landgrafen am 20. Februar 1375, kurz vor dem Ende desSternerkrieges, 100 löth. Mark Silber erhielten, ist nicht ersichtlich. Wahrscheinlich galtdie Zahlung der Werbung dieser Uslar für den Kampf, der schon im Sommer d. J. um
') Sudendorf, 1. c. V, Einleit., S. XVIII.