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1 (1888) [Hauptbd.]
Entstehung
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von Mainz zu rächen, da durfte Ernst X. an der Seite seiner Brüder nicht fehlen.Letztere verpflichteten sich, wie in Reg. 391 angegeben, mit ihrem Schlosse Neuen-gleichen dem Erzbischofe zum Dienst, wollen aber nicht den Krieg auf ihren Landes-herrn, den Herzog Otto (cocles) ausgedehnt wissen. In wie weit die Brüder in denGang dieses (auf S. ü5 u. f. ausführlich erzählten) verwüstenden Krieges eingriffen, erfahrenwir nicht. Die königliche Urkunde vom 27. September 1402 lässt nur erkennen, dassErnst X. mit zweien seiner Brüder derzeit noch im Felde stand (Ritter Ernst IX. warwohl schon todt); sie werden in die vorläufige Sühne mit aufgenommen. (Reg. 423.)

Die letzten Jahre Ernst's verflossen ruhig. Wir begegnen ihm nur noch 1403bei Bezeugung einer Schenkung der von Rusteberg (Reg. 4-25) und 1407 bei Besiegclungder von den Uslar der Stadt Göttingen in Reg. 445 geleisteten Urfehde.

Zwischen dem letztgenannten Jahre und 1410 muss Ernst gestorben sein, daReg. 454 ihn „selig" nennt.

Ueber die Ehe des streitbaren Herrn, der den Harnisch nur selten abgelegt zuhaben scheint, erfahren wir nichts. Auffallend ist es, dass die lange Reihe der überihn sprechenden Urkunden ihn nur einmal (Reg. 407 a.) „Knappe" nennt.

56. Hermannus XII. (Hertzo?). 1336—1383 (1393?). Schon im Jahre 1336erscheinen Hermann XII. und sein Bruder Ernst XI. mit ihrem Vater und Oheim beiStiftung einer Seelenmesse für ihre Eltern und Grosseltern im Kloster Rcinhausen.(Reg. 210.) Demnach sind die Brüder als damals schon volljährig anzusehen. NeunJahre später (1345) ist Hermann mit seinen beiden Brüdern, die, wie er selbst,„Knappen" und Söhne des Ritters Heinrich IV. v. U. in den Urkunden (Regg. 222, 223)ausdrücklich genannt werden, bei den Verkaufs-Verhandlungen des Zehnten in Olxheiman das Marienstift zu Einbeck thätig. Ebenso ist er mit dem Vater und den Brüdernunter den Ausstellern der Einigung, welche die Herren von Uslar und der Rath zuGöttingen über die gegenseitigen Ansprüche, welche die Göttinger an den Schirenbühl,die Kolinge genannt, und die Uslar mit ihren Bauern zu Wake an das hintere Hainholzgeltend gemacht hatten, am 1. Mai 1346 vollzogen. (Reg. 232.) Dann vergehen wiederummehr als 9 Jahre, bevor wir weitere Kunde von ihm erhalten. Am 30. November 1355ist er und sein Bruder Ernst unter den Zeugen der Schenkung einer Geldrente ausYserenshusen seitens der von Rusteberg an den früheren Abt zu Reinhausen, Hermannvon Friedland (Vredelant) (Reg. 251), und im folgenden Monate tritt er mit demselbenBruder dem Uslar'schen Verkaufe ihrer Holzberechtigung im kleinen Hagen bei Göttingenan den Herzog Ernst von Braunschweig bei. (Reg. 252.) Als Knappe verbürgt sichHermann XII. ohne den Bruder gegen den Knappen Jan II. v. U. im Jahre 1361, alsdieser dem Bürger Giseler zu Göttingen 3 Mark jährlicher Gefälle in Wake für 30 Marklöth. Silbers verpfändet und Einlager gelobt, falls er zur bestimmten Stunde nichtzahlen würde. (Reg. 271.)

In den letzten Regierungsjahren des Herzogs Ernst zu Göttingen (f 16. Juli 1367 ')zeigt sich Hermann in der Umgebung dieses Fürsten. Die Herzöge Ernst und Magnus I.(der Fromme) hatten, jeder mit seinen Mannen, den in Reg. 276 genannten Grafen vonHohnstein Bürgschaft geleistet für 4000 löthige Mark, welche die Grafen den von Steinbergzu Bodenburg schuldig geworden waren. Am 3. Juni 1364 wurde von den Grafen dasGelöbniss geleistet, dass sie beide Herzöge und deren Diener und Mannen — darunterder Knappe Hermann v. U. — von der übernommenen Bürgschaft ohne Schaden fürsie entheben wollten. (Reg. 276.)

Zwischen dem genannten Tage und dem 28. August des folgenden Jahres erhieltHermann den Ritterschlag. Solches bezeugt die am letztgenannten Tage von den BrüdernHermann XII. und Ernst XI. zu einem Seelgeräthe vollzogene Schenkung des Zehntenzu Rittmannshausen an das Prämonstratenser-Nonnenkloster Germerode, worin Hermann„Ritter" genannt wird. 2 ) (Reg. 278.) Mit dieser Würde ist letzterer wiederum imJahre 1366 Zeuge für den Herzog, als dieser am 26. März dem Rathe und den Bürgernzu Göttingen den Bau eines Kauf- und Rathhauses, auf welcher Strasse sie wollen, ge-stattet. (Reg. 281.) 3 )

') Schmidt, Gotting. Urkb., II, S. 451. Dagegen setzt die Note 3, S. 235, Th. I daselbst denTodestag auf den 24. April d. J. — 2 ) Hartmut Pholndoif verkauft in demselben Jahre demselbenKloster einen dortigen Zehnten. (Schrnincke, Urkb. des Klosters Germerode, S. 76, Nr. 185.) — 3) i); etreu nach dem Originale copirte Urkunde ist bei Renovirung des Göttinger Rathhauses 1884/85 im west-lichen Erdgeschoss als Wandschmuck angebracht.