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von den von Kolmatsch und den von Uslar einzulösen. (Reg. 361.) Es kam jedochweder zur Heirath noch zur Einlösung, weil Elisabeth bald nachher starb.*)
Der allgemeine Landfriede König Wenzels vom 5. November 1388 und dasVerlangen nach Ruhe, welches den alternden, nach harten Erfahrungen lebensmüdenHerzog Otto erfasste, brachte dem Lande Göttingen jetzt eine friedlichere Zeit. DerAdel dieses Landes verband sich am 14. August 1389 zu gegenseitigem Frieden undBeistand auf 5 Jahre. Unter den Uslar'schen Genossen des Bundes befindet sich auchunser Knappe Hildebrand und seine Söhne. (Reg. 358.)
Sei es, dass die Pfandschaft am Ziegenberge gekündigt war, oder dass Hildebrand,des Fehdelebens müde, sich nach Ruhe sehnte, genug, er verliess seinen bisherigenWohnsitz und zog nach Göttingen, kaufte hier am 23. August 1390 vom Rathe einHaus (Reg. 363) und trat in den Dienst der Stadt, der er sich am 8. December ver-pflichtet, „daghe unde bodescap" zu reiten. (Reg. 366.) In dieser Stellung hatte erdes Rathes Tagefahrten und Botschaften, also gewissermassen dessen auswärtige An-gelegenheiten zu verrichten, deren Erledigung bei den mannigfachen Verbindungen derStadt und dem Mangel einer auf Gegenseitigkeit beruhenden Hülfeleistung, für den Rathein fast tägliches Bedürfniss gewesen sein wird. 2 ) Als jährlichen, jeden Weihnachtenfälligen Sold verspricht ihm am 21. Januar 1391 der Rath, 3 Mark auszuzahlen. (Reg. 369.)
Fast gleichzeitig mit dem Eintritt Hildebrand's in diese Stellung fällt die Stiftungeiner Capelle auf dem Schlosse Altengleichen, worüber Hildebrand mit seinen beidenältesten Söhnen, mit seinen Vettern Heise II. und Hermann XIII., sowie mit denBrüdern von Kerstlingerode, ihren Theilhabern am Schlosse, am 7. September 1390 dieUrkunde vollzieht. (Reg. 364.) 3 )
Noch einmal begegnen wir Hildebrand V. unter den Uslar auf beiden SchlössernGleichen, gegen welche sich die Stadt Duderstadt mit dem Ritter Heinrich von Har-denberg und dessen Sohn Dietrich verbindet. (Reg. 370.) Es scheint jedoch dieses auf12 Jahre geschlossene Bündniss sich bald wieder gelöst zu haben, wie auf S. 64 nähererörtert ist.
Zuletzt ist Hildebrand erwähnt in der Urkunde vom 25. Mai 1397, an welchemTage der Rath zu Göttingen ihm, seiner Gemahlin und seinem Sohne Hildebrand VI.gegen Zahlung von 600 Gulden eine jährliche Rente von 4-2 Gulden verkauft. (Reg. 388.)Zwischen diesem und demselben Tage des folgenden Jahres rnuss Hildebrand gestorbensein, weil die Urkunde vom 25. Mai 1398, worin der Rath seiner Wittwe abermals eineGeldrente verkauft, ihn „selig" nennt. (Reg. 396.)
Hildebrand war zwei Mal vermählt. Ueber seine erste Gemahlin erfahren wirnichts. Die zweite Ehe mit Lucgarde (Lutgard), nach Reg. 411 wahrscheinlich einegeb. von Bülzingslöwen, scheint Hildebrand erst geschlossen zu haben, als er 1390 nachGöttingen zog. (Reg. 363.) Noch in seiner letzten Urkunde von 1397 (Reg. 388) wirdsie mit ihm genannt. Als Wittwe erscheint sie 1398 (Regg. 396, 397); verstorben undals Stiefmutter aller Kinder Hildebrand's nennt sie im Jahre 1404 das Regest 4-29. Nachdem Inhalte der über sie sprechenden Urkunden muss sie sehr reich gewesen sein.
Im Jahre 1408 macht Hildebrand's Sohn Dietrich II. eine Schenkung an das KlosterReinhausen für Seelmessen seiner Eltern und der sonst in Reg. 447 genannten Ver-wandten. Von Dietrich erfahren wir auch, dass sein Vater der Stifter eines Altars indem genannten Kloster war. (Reg. 407.)
49. Heise II. 1370 — 1403. Obgleich das Auftreten Heise's II. in unserenUrkunden den Zeitraum von mehr als drei Decennien umfasst, so besitzen wir dochnur 13 Documente, welche von ihm erzählen.
Nachdem der Knappe Heinrich II. v. U. mit seinem Bruder Hermann VIII. undseinem Neffen Hildebrand V. im Jahre 1358 die Dörfer Erbsen und Lödingsen an die
0 Otto (cocles) verlobte sich 1396 mit Agnes von Hessen, Elisabeth's Schwester, die er 1408 oder1409 heirathete. (Schmidt, 1. c. II, S. 7.) — 2) Es ist wahrscheinlich, dass Hildebrand nach Art der„ Ridemeister" in Hannover auch die Rathsmitglieder auf Land- und Lehntage, zu Zusammenkünften derStädte u. dgl. wird geleitet haben. (Jugler, Beiträge zur Gesch. der Stadt Hannover, S. 54.) — 3) NachSpecht, Uslar'sche Stammbeschreib., Cap. IX. und Heise, Antiq. ICerstling. S. 27 wurde die Capelle zu Ehrendes heil. Christoph gestiftet und mit 3/ 4 Zehnten in der Everinghauser Feldmark, mit '/ä Mark Gotting,jährlich aus dem Pilshagen vor Bischhausen, nebst Holz, Wasser und Weide dotirt und in demselbenJahre am 1. Februar (?) eingeweiht. Letzner's hildesh. Chronik, welcher Vorstehendes entnommen, erwähntnoch einer Stiftung des Priesters Conrad Volmer von 10 Mark Gotting, und einer anderen seines Nach-folgers Joh. Scher zu Gunsten der Capelle.