Druckschrift 
1 (1888) [Hauptbd.]
Entstehung
Seite
119
Einzelbild herunterladen
 

119

VI. Generation.

27. Joannes I. 1300. Johann I. kommt nur ein einziges Mal und zwar imJahre 1300 als Inhaber einer Domherrnpfründe beim Augustiner-Collegiatstift zu Heiligen-stadt vor, in welcher Eigenschaft er für den Abt und Convent des Gisterzienser-Mönchs-klosters Reifenstein den Kauf eines Meierguts (villa) bezeugt. (Reg. 149.)

Sein geistlicher Stand macht es erklärlich, dass seine Verbindung mit den Uslarauf den Gleichen nicht erwiesen ist.

28. Heidenricus (Heyso, Henricus, Heyze). 13001346. Obgleich Heiden-reich (Henricus), als er am 22. Mai 1300 mit seinem Vater bei der Reformation desKlosters Weende gegenwärtig war (Reg. 147), seinen Stand nicht angab, so wird erdoch schon bei diesem seinem ersten Erscheinen in unseren Quellen Knappe gewesensein, da die Schenkungs- Urkunde, welche er mit seinem Vater und sämmtlichen Vetternwenige Monate später (Reg. 148) für das Heil seiner Seele dem Kloster Brenkhausenausstellt, ihn militaris (Knappe) nennt. Nach Verlauf von zwei Jahren führt ihn dieZeugenreihe einer Klosterurkunde unter dem gleichbedeutenden Titelfamulus" auf.(Reg. 151.) Noch in demselben Jahre (1302), als der Vater gestorben war, tratHeidenreich mehrfach handelnd auf. Zuerst am 13. September, indem er und seinemitgenannten Vettern auf die Vogteirechte verzichteten, welche sie an zwei von demKloster Lippoldsberg in Fernewahlshausen gekauften Hufen Landes hatten (Reg. 152),und 7 Tage später, als er mit Zustimmung derselben Vettern dem Edelherrn Gottschalkvon Plesse 4 Hufen eigenes Land in Elbickerode zu Lehn auftrug. (Reg. 153.)

Das Dorf Diemarden hatte das Augustiner - Nonnenkloster Hilwartshausen imJahre 1234 vom Abt Dethmar zu St. Michaelis in Hildesheim gekauft 1 ) und der Erz-bischof Gerhard II. von Mainz diesen Kauf im Jahre 1297 bestätigt. 2 ) Weil aber dieVogtei des Dorfes den Edelherren von Plesse zuständig war, so kaufte ihnen das Klostersolche ab, 3 ) welchen Kauf Herzog Albrecht II. (der Feiste) von Braunschweig am3. Mai 1303 bestätigte. (Reg. 157.) Die Edelherren hatten jedoch die Uslar mit derVogtei belehnt. Der zeitige Lehnsherr, der Edelherr Gottschalk von Plesse, veranlasstdaher die Vettern (fratueles) Heidenreich, Hermann VI. und Ernst VI. v. U., ihm dieVogtei zurückzugeben, worüber er am 10. October 1302 auf seinem Schlosse Plesse dieBestätigung^-Urkunde ausstellte. (Reg. 154.) Als Ersatz dafür trugen die genanntenVettern v. U. dem Edelherrn am 16. October desselben Jahres ihre Hälfte des vonErnst V. und Hildebrand IV. v. U. im Jahre 1286 (Reg. 137) als Eigen erworbenenganzen Dorfes Elbickerode (Alverikerode) auf, um sie als Lehn von ihm zurück zuempfangen. (Reg. 155.)

Heidenreich, der bei diesem Geschäfte als Sohn des verstorbenen Ritters Hilde-brand (IV.) bestimmt genannt wird (Regg. 154, 157), vollzog im folgenden Jahre (1303)mit denselben Vettern, denen noch der Ritter Hermann VII. und sein Bruder Alberich III.beitraten, die Schenkung ihres Patronatrechtes über die Kirchen in Almenrode undHungershausen (in Hessen) an das Kloster St. Wilhelmi in Witzenhausen. (Reg. 158.)')Drei Tage später resignirten die sämmtlichen genannten Vettern nach Empfang von11 Mark dem Kloster Lippoldsberg ihr Lehnrecht an den Zehnten zu Bollensen undDinkelhausen. (Reg. 159.) Dann erfahren wir länger als 5 Jahre nichts von Heidenreich.Erst Ende November 1308 begegnen wir ihm wieder bei Besiegelung des Verkaufs derzweiten Hälfte des von Bodenhausen'schen Lehnszehnten zu Niedern-Jesa an das Kloster

') (Scheidt), Cod. dipl. zu Moser, S. 77(i u. ff. 2 ) Scheidt, Mant. doc., S. 272. 3) Undat.Urk. bei (Scheidt), Cod. dipl. zu Moser, S. 783. 1255 hatten die Edelherren dem Kloster die halbe Vogteiverpfändet. (S. 690 das.) 4 ) Ueber das Patronatrecht in Hungershausen kam das Kloster St. Wilhelmispäter mit dem Kloster Mariengarten, welches im Jahre 1275 alle Rechte zu Hungershausen, einschliess-lich der Patronatrechte über die dortige Kirche, von den Herren von Ziegenberg erhalten hatte (Landau,wüste Ortschaften in Hessen, S. 292), in einen Streit, der am 3. Juni 1310 vom Official der PräpositurHeiligenstadt zu Gunsten des Klosters Mariengarten entschieden wurde. Das Kloster St. Wilhelmi unter-warf sich am 23. Juli d. J. dieser Entscheidung. (N. vaterl. Archiv, 1826, II, S. 86.) Die Patronatrechtewurden auch vom Kloster Mariengarten noch 1325 ausgeübt (Landau, daselbst) und am 26. April des-selben Jahres nochmals durch einen Official der Kirche zu Heiligenstadt anerkannt. (N. vaterl. Archiv,daselbst, S. 94.) Siehe Reg. 212. Im Besitze des Patronats über die Kirche zum heil. Kreuz (Bach,kurze Gesch. der kurhess. Kirchenverfassung, S. 18, Anmerk. 3.) in Klein-Almenrode finden sich die Dslarnoch 1337 (Reg. 212) und 1518 (Reg. 888).