— 102 —
(Laienbruder) ') angehört haben kann. Bestimmend für die Wahl gerade dieses geist-lichen Ritterordens mag Ludwig von Uslar (St.-T. I, Nr. 13) in Höxter gewesen sein,der wahrscheinlich ein Bruder unseres Hermann II. war, und den wir mit seiner Ge-mahlin Adelheid aus dem dort angesehenen Geschlechte von Höxter (de Huxaria) alseinen grossen Wohlthäter des Klosters Amelungsborn kennen. -) In Höxter befand sichein Deutsch-Ordenshaus, und der Johannes de Huxaria, welcher als frater domusTheutonicorum im Jahre 1241 urkundlich vorkommt, 3 ) war zuverlässig ein naher Ver-wandter der Adelheid.
Ueber weitere Vermächtnisse Hermann's an geistliche Anstalten erfahren wir nichts.Die Kirche in Seeburg, welche schon 1240 urkundlich erwähnt wird, 4 ) und nach derAngabe des Chronisten von Steinmetzen 5 ) ihre Gründung den Herren von Uslar verdankt,mag er gestiftet haben. Von unsern Vorfahren geschah dies um so gewisser, als dieFamilie noch heute das Patronatrecht über dieselbe ausübt. (S. 18.)
Die Urkunden Hermann's II. lassen deutlich erkennen, dass er in Uslar, demStammsitze unseres Geschlechts, sein Domicil hatte. Er selbst nennt sich in derSchenkungsurkunde für den deutschen Orden (Reg. 21): „Hermannus rniles senior inUslaria" und andere Anzeichen in den über ihn und seineh Bruder Ernst sprechendenUrkunden bestätigen seinen dortigen Aufenthalt während einer längeren Lebenszeit.Wir rechnen dahin vornehmlich die vielfachen Beziehungen, welche die Brüder nachden erläuterten Urkunden zu dem benachbarten Kloster Lippoldsberg und den in dessenNähe begüterten Grafen von Everstein, sowie zu den in dem nahen Nienover ansässigenGrafen von Dassel pflegten; ferner die in Uslar selbst (Reg. 46) und in Nienover(Reg. 19) ausgestellten Urkunden.
Mehr noch als die Zeugenreihen, in welchen Hermann uns begegnet ist, bestätigendas hohe Ansehen, welches er genoss, die Urkunden, in welchen wir ihn — gewöhnlichallein — in der Umgebung des Erzbischofs von Mainz finden, welcher damals unstreitigder Herr über den Ort und das Castrum Uslar war. Da wir nun wissen, dass dieBurgmänner fürstlicher Schlösser sich in den mittelalterlichen Urkunden zur Bezeichnungihrer angesehenen Stellung nicht bloss der gewöhnlichen Ausdrücke castellanus odercastrensis bedienten, sondern sich — wie Hermann in der mehrerwähnten Schenkungs-urkunde — statt dessen auch wohl miles in — nannten, so haben wir in ihm für eineZeitlang einen mainzischen Burgmann auf dem Schlosse in Uslar zu erkennen. Damitharmonirt völlig sein Zeugniss mit dem Grafen Conrad von Everstein, mainzischemBurggrafen auf dem Rusteberge, in der Urkunde von 1240 (Reg. 50) und mit demedlen Conrad von Schonenberg, mainzischem Burgmann in Gieselwerder, in den Ur-kunden der Jahre 1240 und 1241. (Regg. 56, 58.)
Aus welchem Geschlechte seine Gemahlin stammte, bleibt uns unbekannt. IhrenVornamen Hedwig nennt uns Reg. 21.
11. Ernestus III. (Hernestus) de Uslaria. 1220—1239. Dieser erste beglaubigteStammvater unseres Geschlechts, von welchem man eine sichere Abstammung seinerDescendenten nachzuweisen im Stande ist, theilt als Bruder Hermann's II. in zahlreichenUrkunden dessen bevorzugte Stellung in den Zeugenreihen von seinem ersten Erscheinenim Jahre 1220 (Reg. 18) an bis zu seinem Tode. Mit jenem war er Vertreter desKlosters Amelungsborn im Jahre 1222 (Reg. 22), Bürge für die Aebtissin Bertha II. vonGandersheim 1232 (Reg. 32) und muthmasslicher Zeuge für den Erzbischof Siegfried III.von Mainz 1239 (Reg. 48), sowie verschiedener geistlicher und weltlicher Herren.(Vgl. Regg. 19, 28, 29, 34, 38, 39.) Allein lernen wir ihn zuerst keimen an der Spitzeder weltlichen Zeugen in einer undatirten Verhandlung des Klosters Amelungsborn(Reg. 20), wo er dominus genannt rvird, also Ritter war. Dass er diese Würde bereits1222 besass, bestätigt Reg. 24, worin er einem Verkaufe Seitens des Grafen Adolf d. J.von Nienover ebenfalls als der Erste unter den weltlichen Zeugen und als dominus bei-wohnt. Die Handlung fand in Meinbrexen, südlich von Höxter, statt; als Bürge erscheintdabei jener Johann von Höxter (Johannes de Huxaria), den wir in der BiographieHermann's II. 19 Jahre später als deutschen Ordensbruder kennen lernten, der sich hieraber noch miles nennt und mit grosser Wahrscheinlichkeit ein naher Verwandter der
0 Vgl. Eichhorn, 1. c. II, S. 536. — 2) Vgl. Zeitschi', des hist. V. f. Nieders. 1877, S. 70, Nr. 46,47, 48; auch S. 11 u .f. d. B. — 3) Kampschulte, Chronik der Stadt Höxter, S. 169. — 4 ) Wolf, Comment. IIde archidiac. Nortun., S. 44. — 5 ) Ursprung u. Fortgang der v. U., S. 5.