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1 (1888) [Hauptbd.]
Entstehung
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Zweites Buch.

Genealogische und biographischeNachrichten.

Erster Abschnitt

Die Generationen des Geschlechts bis auf Ludolf und Melchior, dieStammväter der heutigen Linien.

Einleitung.

Je älter ein Geschlecht, desto mehr ist die Sage geschäftig, seinen Ursprung innoch weitere Ferne zu verlegen.

Auch die Geschichte der Uslar ist dem Schicksal nicht entgangen, mit hervor-ragenden Persönlichkeiten des römischen Kaiserreichs weit über ihr erstes geschichtlichbeglaubigtes Auftreten hinaus in Verbindung gesetzt zu sein.

Der Urheber dieser Märchen und genealogischen Träumereien über das Uslar'seheGeschlecht ist der bekannte Vielschreiber Johann Letzner (vgl. S. 20, Note 3), zuletztPrediger zu Iber im Fürstenthum Grubenhagen, der im 109. Capitel des 4. Buchesseiner grossen (ungedruckten), wahrscheinlich um 1605 verfassten hildesheimischenHistorie unter dem TitelHistorische Beschreibung des uralten adeligen Geschlechts dervon Dorfeiden, Uslar zugenannt" eine Chronik schrieb, welche im Jahre 1636 der Pastorund Superintendent zu Uslar, M. Christoph Specht 1 ), fast ohne die geringste Ver-änderung hat drucken lassen. Dies Buch setzte der Churfürstl. Mainzische HofrathTheodor von Steinmetzen 2 ) fort und gab es mit mancherlei Abänderungen und Zusätzenim Jahre 1701 neu heraus. Endlich edirte der Pastor Praetorius, nachdem er, wiesein Vorgänger, die Chronik bis auf seine Zeit fortgeführt, dieselbe unter demselbenTitel im Jahre 1737 nochmals.

Nach der Letzner'schen Erzählung soll ein vornehmer adeliger Römer, Osselariusde Dorocampo, der Urheber des Geschlechts sein, welcher unter der Regierung desKaisers Augustus mit seinem Weibe Giesela in Folge einer Hungersnoth aus Rom ent-wich, und sich an dem kleinen Flusse Aale im Sollinger Walde anbaute. 3 )

Nach den Namen seiner Töchter Schönetta, Steinmecca und Beulissa sollen dieDörfer Schoningen, Steinbeck 4 ) und Bollensen von ihm angelegt und benannt sein;den Dörfern Allershausen und Bodenfelde 5 ) sollen seine Söhne Alaricus und Bodo den

h Stammbuch u. Geschlecht. - Register der hochadl. altstammig. Junkern von Usslar. Hildesheim.1636. 4. Lit. A bis X. 2 ) Ursprung u.Fortgang der Herren von Usslar. Göttingen. 1701. Fol. S. 1-29.Der Verfasser ist wahrscheinlich der mit Anna Margarethe von Uslar (Stammtafel VII, Nr. 409) vermähltekurmainz. Hof- u. Canzleirath Theodor von Steinmetzen. 3 ) v. Steinmetzen und darnach Praetoriusmachen ihn dort zum Gründer der Stadt Uslar. Dass es erst 11 Jahrhunderte später Sitte wurde, Ge-schlechtsnamen nach den Namen der Wohnsitze nicht umgekehrt anzunehmen, ignoriren jene Fabel-schreiber. Den römischen Ursprung der Uslar widerlegt am besten: Meier, Orig. et antiq. Plessenses,S. 9. wohl Vorwerk Steimke, s. von Uslar. 5 ) Vgl. N. vaterl. Archiv, 1829, I, S. 276.

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