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1 (1888) [Hauptbd.]
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nicht wagte. Bei dem Kloster Riechenberg legte er 400 Reiter in den Hinterhalt undritt selbst, um die Bürger zur Jagd auf ihn zu veranlassen, mit geringer Bedeckung bisdicht vor die Stadt. Die List gelang vollständig. Die aus den Thoren Goslars aus-fallenden Bürger wurden von den herzoglichen Reitern überfallen, einige 20 derselbengetödtet, viele verwundet, und 450 nebst ihrem Hauptmann Wedekind II. v. U. ge-fangen genommen und nach Bockenem geführt. Später brachte man die Gefangenenauf benachbarte Schlösser, bis sie sich durch ein hohes Lösegeld (200 Gulden) befreiten.')

Ungenannte Uslar es können nur Moritz und Dietrich V. gemeint seinhalfen ebenfalls in dieser Fehde dem Bischöfe und den verbündeten Herzögen, indemsie am 11. October 1485 dem Bischof Conrad IV. von Osnabrück und den StädtenBraunschweig, Einbeck, Stendal und Northeim Fehdebriefe sandten. (Reg. 822.) Moritzv. U. stritt mit dem Herzog Heinrich I. (d. Aelt.) in dessen erbittertem Kampfe gegenseine Stadt Göttingen, 2 ) wurde dabei von dem Rathe gefangen genommen, und seineGattin und Tochter auf die empörendste Weise misshandelt und beraubt. (Reg 852.)Ueber Dietrichs V. v. U. etwaige Theilnahme an dem Kriege sagen die Urkunden nichts.Am 29. August 1486 wurde diese schonungslose Fehde durch den Frieden der Fürstenzu Hameln beendet. 3 ) Am 20. December kamen auch solche zwischen dem BischofBarthold, den Herzögen Wilhelm d. J. und Heinrich d. Aelt. einerseits und den ver-bündeten Städten anderseits zu Stande. 4 ) Der Bischof erreichte seinen Zweck nicht,Hildesheim behielt seine Freiheit. Erst im Jahre 1488 gelangte der Flerzog wieder inden Besitz der Harzburg.

Die von den verbündeten Städten in der hildesheimischen Fehde erzielten Erfolgetrieben diese an, ihre Verbindung zu erhalten und zu befestigen. Zu dem Zweckeschlössen am 22. Mai 1488 die Städte Hildesheim, Göttingen, Hannover, Einbeck, Nort-heim und Braunschweig wiederum ein Vertheidigungsbündniss, 5 ) wodurch die alte Ab-neigung des Herzogs Heinrich I. (d. Aelt.) gegen die selbstständigen Bürgerschaften sosehr wuchs, dass scharfe Händel mit ihnen nicht ausbleiben konnten. Als nun deralternde Flerzog Wilhelm d. J. am 22. Juni 1491 sein Land, mit Ausnahme des Fürsten-thums Göttingen, an seine Söhne abgetreten hatte, 6 ) forderte Heinrich I. von seiner Re-sidenz Braunschweig die Einlösung der in ihren Pfandbesitz gelangten Güter. Der Rathweigerte sich dessen; in Folge davon verband sich der Herzog am 24. August 14-92 mitseinem Vetter Fleinrich (dem Mittleren) von Lüneburg zur Wiedererlangung aller vonihren Fürstenthümern abhanden gekommenen Städte, Schlösser, Lande und Leute. VorAllen sollten Braunschweig und Lüneburg bezwungen werden. Zur Unterwerfung Braun-schweigs verbündeten sich die Herzöge mit dem Erzbischofe von Magdeburg, 7 ) demBischöfe von Osnabrück, dem Könige von Dänemark, dem Kurfürsten von Sachsen, demHerzoge von Sachsen - Lauenburg, dem Landgrafen von Hessen und mit vielen Grafenund Rittern, so wie mit den Städten, welche nicht zu dem Bunde der Sachsenstädtegehörten. 8 ) Die mit Braunschweig verbündeten Städte leisteten Zuzug. Begüterteadelige Familien der Nachbarschaft, darunter die von Uslar, 9 ) den Werth Braunschweigsin Beziehung auf Absatz dahin und als sicheren Zufluchtsort würdigend, waren mit ihrenFähnlein, zum Theil mehr als 10 Reiter enthaltend, in der Stadt. Sie erhielten, wieaus den vorhandenen Quittungen erhellt, Soldgeld zum Unterhalte ihrer Mannschaftenund Pferde. (Reg. 841.) Nach einer längeren Belagerung der Stadt wurde mit Hülfeder von der Hanse aufgebotenen Hildesheimer der Herzog am 13. Februar 1493 beiBleckenstedt geschlagen, worauf am 29. Mai 1494 der Friede geschlossen wurde.

') Crusius, Gesch. der Stadt Goslar, S. 193 u. ff.; Lüntzel, Gesch. d. Diöcese u. Stadt Hildesh., II,

S. 486; Buchholz, Gesch. v. Bockenem, S. 22. 2) Zeit- u. Gesch.-Beschreib. v. Göttingen, I, Buch 1,

S. 113; Max, Grubenhagen, I, S. 318. 3 ) Dürre, Gesch. d. Stadt Braunschweig, S. 244; Kleinschmidt,Landtagsabschiede, 1, S. 209. 4 ) Schmidt, 1. c. II, S. 330; 334, Note 1. Nach Lüntzel, Gesch. d. Diüc.

u. Stadt Hildesheim, II, S. 4-88 wurde der Streit zwischen den Fürsten und der Stadt Goslar erst am

1. September 1487 ausgeglichen. 5) Lüntzel, ebendaselbst. 6 ) Erath, Erbtheilungen, S. 88. ?) ImWiderspruche mit gleichzeitigen Aufzeichnungen (Zeitschr. d. hist. V. f. Nieders., 1863, S. 189, 242, 259,267) leugnet Hoffmann, Gesch. d. Stadt Magdeburg, I, S. 443, ausdrücklich die Einmischung des Erz-bischofs in den Streit. 8) Die ganze Fehde ausführlich bei Botho Graf zu Stolberg -Wernigerode,

Gesch. d. Hauses Stolberg v. J. 12101511, S. 393 u. ff.; Havemann, 1. c. I, S. 739 u. ff. -

9 ) Dietrich V. v. U., der sich vorher und nachher oft in der Nähe des Herzogs Wilhelm d. J. findet(Regg. 835, 836, 843), ist nicht gemeint, ebensowenig Wedekind II., der bis 1492 Stadlhauptmann inLüneburg war. Es bleiben demnach nur Moritz und Ernst XV. v. U. übrig.