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1 (1888) [Hauptbd.]
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neu befestigten Landwehr bereit, den Feind zu empfangen. Nach hartem Kampfe ge-lang es ihnen, die Junker in die Flucht zu treiben und die Hengste zweier gefallenenKnechte zu erbeuten, welche sie dem Herzog Otto verehrten. Zum Gegendienst fürdies Geschenk verlieh Otto seinen Unterthanen zu Hollenstedt im Jahre 1409 eine')Hufe Landes daselbst gelegen, welche er, wie es in der Urkunde (Reg. 44-9) heisstdenJunkern v. U. auf den Gleichen abgewonnen, die so oft in seine Herrschaft und Gerichtegefallen seien 2 ) und grossen Schaden gethan und ihn hart befehdet hätten; von jenerHufe sollten jedoch zu einer Urkunde jährlich 6 Pfund Geldes an das Haus zu Salzder-helden gegeben werden." 3 )

Die alte Feindschaft der Herren auf beiden Schlössern Gleichen gegen das main-zische Duderstadt wurde neu angefacht, als Ernst X. v. U. auf Neuengleichen einerder Kämpfer vom Jahre 1891 gegen die Stadt gestorben war. Seine Söhne ErnstXIII. und Hans VI. nahmen den Kampf im Jahre 1411 noch einmal wieder auf undschlössen damit, soweit unsere Kenntniss reicht, die mehr als 30 Jahre umfassendePeriode der Uslar'schen Fehden mit dieser Stadt. Von der Fehde selbst ist nichtsweiter auf uns gekommen, als ein Brief des Raths vom 11. März 1411 (Reg. 458) anden Ritter Heise von Kerstlingerode, an dessen Bruder Tile, und an LIeise's SöhneOtto, Tile und Heise, worin er ihnen bekannt giebt, dass er Feind sei des Ernst XII1.und Hans VI. v. U., des Dietrich von Stockhausen, des Hans von Dörnberg und desHermann von Bischofshausen, sowie deren Helfer und Knechte. Wenn der Rath nunsie die von Kerstlingerode als Genossen seiner Feinde in deren Gerichten undDörfern Rittmarshausen, Kerstlingerode, Beyenrode, Weissenborn, Bischhausen, zu demRode, Klein- und Gross - Lengden, Rebelingerode, Riekenrode, Falkenhagen, Sattenhausen,Wöllmarshausen, Diemarden, Benniehausen, Wittmarshausen, Gelliehausen, Elbickerode,Bremke, Reinhausen, Sartishagen (?) 4 ) träfe, so würde er auch sie als seine Feindebehandeln.

Der Krieg der Brüder auf Neuengleichen mag kaum sein Ende erreicht haben,als ihr Vetter Hermann XIII. v. U. auf Altengleichen mit seinen Söhnen Wedekind I.,Bode und Güntheretlicher vermeinter Forderung halber" im Jahre 1411 in Fehdegeriethen mit dem Landgrafen Friedrich d. J. von Thüringen, dem schwachen Sohnedes kriegerischen Balthasar, mit dem Grafen Günther XXVII. von Schwarzburg, Fried-richs d. J. Schwiegervater, und dessen Sohne, Graf Heinrich XXVI. (der Streitbare), sowie mit dem Bruder des Grafen Günther, Heinrich XXII. Die Chronik (Reg. 459)erzählt uns, dass die Uslar den verbündeten Landgrafen und Grafen viel Unruhe undBedrängniss verursacht haben, bis es ihnen gelang, den Bode v. U. gefangen zu nehmenund dadurch den Frieden zu erzwingen. Am 26. Juli (Reg. 4-60) schwören Hermann XIII.und seine Söhne Urfehde. Bode gelobt, dass er Zeit seines Lebens, seine Brüder undihr Vater aber, dass sie 5 Jahre lang ihre bisherigen Feinde weder angreifen, nochGewalt gegen sie verüben wollen. Ob auch Hans V. v. U. auf Neuengleichen, wieReg. 459 will, seinen Vettern in dieser Fehde beistand, steht nicht unbedingt fest, weilder Urfehdebrief (Reg. 460) ihn nicht in den Frieden einschliesst; doch mag er sich inbesonderer, nicht auf uns gekommener Urkunde gesühnt haben.

Weit ab von dem Schauplatze dieser Fehde entspann sich im Jahre 1412 einStreit zwischen dem Paderborner Electen 5 ) Wilhelm, Herzog von Berg und Graf vonRavensberg und vielen mit der Stadt Paderborn verbündeten Geistlichen seines Stifts.Nachdem die Versuche des Bischofs zu gütlicher Beilegung der Differenzen misslungenwmren, 6 ) griff er zu den Waffen, verwüstete, nachdem Paderborn vergebens belagertwar, mit 1300 Lanzenträgern die Gegend um Brakel, bis durch Vermittelung des HerzogsBernhard I. von Braunschweig ein Vergleich zu Stande kam. 7 ) Als aber das Dom-

1) Bei Letzner, Dassel'sche u. Einbeck'sche Chronik, V, 1, S. 28 u. a. O. werden 11 Hufen ge-nannt. 2 ) Vgl. Havemann, Gesch. d. Lande Braunschweig und Liineh. (v J. 1837) I, S. 271.3) Wendt, Chronik von Osterode (Mscpt. v. J. 1639) setzt die Fehde fälschlich in das Jahr 1406 undmeint, die diesem Jahre angehörende Gefangennahme des Herzogs Erich von Grubenhagen durch dieHerren von Hardenberg zu Lindau sei auf die Hülfe zurückzuführen, welche Erich seinem Vetter Otto d. J.in dieser Fehde gegen die Junker von Uslar und die ihnen verbündeten Herren von Hardenberg aufLindau geleistet hätten. (Vgl. Max, Gesch. von Grubenhagen, I, S. 262, 266, 273; auch Erath, Conspectushist. Brunsv. - Luneb. S. XXX.) 4 ) wohl Lesefehler für Slerteshagen. *) So hiess der vom Dom-capitel erwählte Bischof vor seiner Bestätigung durch den Papst. 6 J Furcht vor der Reformation desClerus wird in den zum Reg. 467 angegebenen Quellen als Ursache des Streites angegeben. 7 ) Preussu. Falkmann, Lipp. Regg., III, S. 145, Nr. 1781.

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