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gegebenen eidlichen und urkundlichen Versicherungen seiner Unschuld') und trotz dergleichen Versicherungen Seitens des Grafen Heinrich V. und der Ritter von Falkenbergund Hertingshausen vom 4. Juli 1400. 2 ) Man gab sich allgemein dem Glauben hin,der Herzog Friedrich habe selbst nach dem deutschen Königsthron gestrebt, und da derHerzog den Fürstentag vor dem Schlüsse desselben mit dem Kurfürsten von Sachsen,der die Candidatur seines als trefflichen Regenten bewährten Schwagers allerdingswarm befürwortet hatte, verliess, der Erzbischof aber der Wahl des braunschweigischenHerzogs sich energisch widersetzte, so glaubte man, genügende Gründe zu haben, umdenselben einer solchen That fähig zu halten.
Erst ein neuerer Historiker 3 ) hat das Andenken des Erzbischofs von dieser Blut-schuld entlastet. Der Beweis, den Lindner für seine Ansicht führt, gipfelt in der Dar-legung, dass es nicht nachweisbar sei, welchen Vortheil Johann II. von Mainz aus demTode Herzog Friedrichs ziehen konnte, während die Beweggründe zu dem Ueberfallc,die später der Graf von Waldeck selbst angab, ihm vollkommen stichhaltig erscheinen.Diese Beweggründe finden sich in einem Schreiben des Waldeckers an die Rathsherrender Städte Göttingen, Hildesheim, Braunschweig, Halberstadt und Magdeburg vomJahre 14-00, nach Juli 5., 4 ) worin er als Motiv des Ueberfalls die Gefangennahme desGrafen Ernst von Hohnstein und der Herzöge Bernhard I. und Heinrich, Brüder desErschlagenen, angiebt, welche letzteren ihm das Land Lüneburg mit Gewalt genommenund lange Zeit vorenthalten hätten, und welche er zur Auszahlung der seiner Gross-mutter Mechthild von Lüneburg zugeschriebenen Mitgift von 100 000 löth. Mark Silberhabe zwingen wollen. Weiter sagt Graf Heinrich V., der Tod sei erfolgt „sunder allevorsacze, also in sulichen gescefte dicke gescen und gesehein (oft geschehen und ge-sehen) ist. daz wast uns (und) unsin vrundin truwelichin unde imerlichen leid und isuns noch leid." — — — An anderer Stelle dieses Schreibens beklagt sich der Grafdarüber, dass die genannten herzoglichen Brüder ihn ungerechter Weise für einenRäuber und Mörder hielten, während er und seine Helfer in dem Handgemenge nichtgewusst hätten „daz her is were." Hiernach dürfte Herzog Friedrich überall nicht dasZiel des Ueberfalls gewesen sein, sondern der Herzog Bernhard I., seit 1388 mit seinemBruder Heinrich Inhaber des lüneburgischen Fürstenthums, denen gegenüber allein derGraf jene Forderung erheben konnte. Herzog Heinrich hatte aber gar nicht an demFrankfurter Fürstentage theilgenommen und Herzog Bernhard I. war ebenso wie derKurfürst bei dem Ueberfall nicht zugegen, sondern während desselben nach St. Ewaldgeritten. 5 ) Dadurch entging er, wie es scheint, nicht nur dem Tode, sondern selbstder Gefangennahme, und im Getümmel wurde für ihn sein Bruder Friedrich das Opfereines Irrthums der Mannen des Waldeckers.
Gleich nach der That nahm der Erzbischof die Thäter wieder in seinen Dienstund vermehrte damit den Argwohn, der auf ihm lastete. Als der junge KönigRuprecht sich zu schwach zeigte, sein Versprechen strenger Bestrafung zu erfüllen, daverbanden, sich am 20. April 1401 zu Nordhausen die weifischen Brüder Heinrich,Bernhard I. und Otto, Erzbischof von Bremen, mit dem Landgrafen Hermann denGelehrten von Hessen und den Landgrafen von Thüringen: Balthasar und Wilhelm I.(den Einäugigen), Friedrich I. (den Streitbaren) und Wilhelm II. (den Reichen), sowiemit Friedrich d. J., Balthasars Sohn, 6 ) zu einem Rachekriege gegen den Erzbischof,den Grafen von Waldeck und deren Verbündete. Am 15. Juni erliessen die herzog-lichen Brüder Heinrich und Bernhard I. ihre Fehdebriefe an Mainz, den GrafenHeinrich und an den Ritter Friedrich von Hertingshausen, 7 ) worauf auch Herzog Otto(cocles) und auf dessen Wunsch die Stadt Göttingen am 25. Juni dem Bunde gegenMainz beitraten. 8 )
') Sudendorf, 1. c., IX, Nr. 79, S. 119; Urkundl. Gesch. der von Hanstein, I, Urkk., Nr. 198,
woselbst statt 16. Juni zu setzen ist: 18. Juni. — 2) Weizsäcker, deutsche Reichstagsacten, III, S. 239;
Sudendorf, 1. c., S. 121; Pfeffingen Historie des braunschw.-lüneb. Hauses, I, S. 378. — 3) Lindner, Geschi
des deutschen Reichs unter König Wenzel, II, S. 425 u. ff. — 4) Bei Weizsäcker, 1. c. III, S. 24-0; Südendorf, 1. c., IX, Nr. 82. — 5) Sudendorf, 1. c., IX, Nr. 73; Weizsäcker, 1. c., III, S. 234; Volger, Urkb. d.Stadt Lüneburg, III, S. 454. Vgl. die analoge Auffassung Steinrucks (in „Disquisitio historica de Fride-
rico duce brunsv. et luneb.") bei Varnhagen, Sammlungen zur waldeckischen Geschichte, I, S. 128. —
6 ) Horn, Lebensgesch. Friedrichs des Streitbaren, S. 707. Auch Friedrich von Grubenhagen, Ernst's I.
Sohn, war dem Bündniss beigetreten, wurde aber noch in demselben Jahre vom Erzbischof Johann II.gewonnen. (Archiv des hist. V. f. Nieders., 1847, S. 365, Note.) — 7) Sudendorf, 1. c, IX, S. 174, 175. —8) Weizsäcker, 1. c., IV, S. 392, Note 2.
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