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kurzen dritten Belagerung Cassels im October 1388 machte dann König Wenzels all-gemeiner Landfriede vom 5. Novbr. d. J. allem Hader vorläufig ein Ende. Endgültigsöhnte sich Hermann mit Otto erst am 1. August 1389, mit Balthasar am 9. Juli 1392,und mit dem Erzbischof Conrad II. von Mainz, dem Nachfolger Adolfs, im Jahre 1394aus.')
Ob die Uslar sich bei dem zweiten und dritten Zuge gegen Hessen betheiligten,erfahren wir nicht ausdrücklich, dürfen es aber nach ihrer Stellung zu den drei ver-bündeten Fürsten mit ziemlicher Sicherheit annehmen.
Die nächste Veranlassung zu der erwähnten heftigen Fehde zwischen dem HerzogeOtto d. Q. und seiner Stadt Göttingen im Jahre 1387 gab des Herzogs Vogt zuHarste, Heinrich Kyphut. 2 ) Dieser reizte seinen Herrn gegen die Göttinger, indem ereinen im Jahre 1385 von den Letzteren mit dem Kloster Walkenried abgeschlossenenVergleich wegen des Zehnten auf den Feldern zu Göttingen und Rostorf 3 ) als einenEingriff in die herzoglichen Floheitsrechte ansah. Noch bevor die Gesandten, welcheder Rath, um des Herzogs Zorn zu besänftigen, sofort nach Walkenried zur Zurücknahmedes Vertrages geschickt hatte, heimgekehrt waren, nahm Kyphut die Bürger WernerR.ode und Tile Freitag, während sie mit dem Habicht auf die Beize geritten waren, ge-fangen. Die Bürgerschaft, geneigt zur Versöhnung, ertrug das Geschehene um so ehermit Geduld, als es gelang, die Gefangenen bald wieder frei zu machen. Als aber derVogt am 12. April 1387 den Pflugmeister des Walkenrieder Hofes in Göttingen aufhobund seine Pferde fortführte, nahmen die erbitterten Stadtdiener zwei Knechte des Kyphutgefangen. Zwar wurden diese vom Rathe sogleich wieder in Freiheit gesetzt, allein umden Frieden war es geschehen. Bevor der Kampf begann, wandte sich der Herzogbeschwerend an den Rath zu Hildesheim, sprach den Göttingern das Jagdrecht ab undstellte die Behauptung auf, die Bürger hätten seinen Amtleuten nach dem Leben ge-trachtet. Um den Schein zu wahren, bat er auch den Rath um Vermittelung der Sachein Göttingen. 4 ) Der Göttinger Stadtrath rechtfertigte seine Handlungsweise mit der demRathe zu I-Iildesheim gegebenen Versicherung, er habe nicht gewusst, dass die Pfändungder Pferde im Namen des Herzogs vollzogen sei. Sobald er dies erfahren, habe erkeinen Augenblick gesäumt, durch Entsendung seines Hauptmanns Ernst (IX.) von Uslaran den Ort der That das Geschehene rückgängig zu machen. (Reg. 352 a.) Dennochkam der Herzog ohne Ankündigung der Fehde am 25. April mit einem Haufen Be-waffneter in das Dorf Alten-Grone, brannte die auf dem Kirchhofe befindlichen Häusernieder, machte aus dem dortigen Kirchthurme und der Kirche ein festes burgähnlichesGebäude, plünderte die Dörfer Burg-Grone und Rostorf und nahm den hülflosenBauern alles weg. Die Anlage einer mit Mannschaft wohl versehenen neuen Befestigungin der Nähe der Stadt schien den Bürgern eine Verletzung des ihnen von Herzog Ottodem Milden im Jahre 1319 ertheilten Privilegiums 5 ) zu sein, welches den Herzog ver-pflichtete, keine Burg oder Feste eine Meile um die Stadt zu dulden, wie schon seinVater 1297 den Göttingern gelobt hatte. Sie sandten daher am 27. April dem Herzogeden Fehdebrief, 6 ) welchem Beispiele andere Adelige, darunter Ernst von Uslar (X. ?)durch Sendung ihrer Absagebriefe an den Herzog (Reg. 355) und an Kyphut (Reg. 354)folgten. Während der folgenden Tage zerstörten die Bürger des Herzogs Burg Bolruz(Balruz, Ballerhus) in der Stadt, jagten Kyphut mit seinen Gesellen bis zur Plesse(9. Mai), und verwandelten die zu Alten-Grone eben erst angelegten Befestigungen ineinen Schutthaufen. Am 2. Juni rückte der Herzog, unterstützt von weltlichen undgeistlichen Fürsten, begleitet von der gerüsteten Bürgerschaft von Braunschweig, Hei-ligenstadt, Goslar und den Städten seines Fürstenthums 7 ) vor die gut gerüstete Stadtund erbaute ein neues festes Schloss zu Burg-Grona. Die Dörfer, Kirchen und Wartenum Göttingen, namentlich die Dörfer Burg-Grona und Holthusen fielen der Zerstörunganheim. Dann zog der Herzog mit seinen Verbündeten ab, kehrte aber am 12. Julizurück, verbrannte das Dorf Rostorf, verwüstete das vordere Hainholz und entferntesich am 15. Juli wieder, auf der Brandstätte von Rostorf eine Schaar seiner Mannen
') Die cit. Zeitschrift, S. 196 — 225; Lindner, 1. c., I, 1, S. 356 u. f.; Sudendorf, I. c., VI,
Einleit., S. XL u. f. — 2) |) as folgende in der Hauptsache nach dem Berichte eines Zeitgenossen hei
Schmidt, Gotting. Urkb. II, S. 451. — L Vgl. Sudendorf, 1. c. VI, Einleit., S. XXX; Schmidt, 1. c. I,
S. 343, 346; vgl. S.41. — 4 ) Doebner, Urkb. der Stadt Hildesheim, II, S. 387. — 5 ) Schmidt, Gotting.
Urkb. I, S. 69. — •>) Daselbst, I, S. 349; II, S. 454. Der Herzog residirte um diese Zeit zu Uslar.
iSudendorf, 1. c. VI, S. 179.) — ?) Schmidt, 1. c. II, S.456.