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1 (1888) [Hauptbd.]
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Abweisung der an den einen Pfandherrn der Bramburg, Lambrecht von Stockhausen,gestellten Forderungen zwar die Bramburg (11. Juli) und die von ihren derzeitigen Be-sitzern, den Herren von Jüne und von Boventen, verlassene Burg Jühnde (G. Juli)zerstörte, die Besitzer von Herstelle aber nur Urfehde schwören liess, übrigens aber ihreBurg verschonte. >) Dass gegen die Gleichen nichts unternommen wurde, verbürgt nichtnur der vorerwähnte Bericht von gleichzeitiger Hand über den Zug des Landgrafen, 2 )sondern auch Havemann und Förstemann, 3 ) welche ebenfalls von einer Zerstörung derGleichen nichts wissen.

Ebenso gingen die Raub-, Mord- und Brandzüge in dem Kriege des BischofsBarthold von Hildesheim gegen die Stadt Hildesheim und deren Verbündete in denJahren 1485 und 1486 (Reg. 823), sowie die erbitterten und fanatisirten Haufen desThomas Münzer und Heinrich Pfeiffer, welche im Bauernkriege (1524, 1525), keineBarmherzigkeit übend, die Klöster als Pflanzstätten des Aberglaubens und die Burgenals Sitze der Unterdrückung in Schutt und Asche legten, durch ein günstiges Geschick,welches dem zerstörenden Strome eine andere Richtung gab, an den Gleichen vorüber.Erst im schmalkaldischen Kriege, und zwar im Jahre 1545, 4 ) erlitt Schloss Altengleichendurch Truppen des Landgrafen Philipp I. (des Grossmüthigen) von Hessen eine Plün-derung, weil, wie Reg. 990 sagt, Christoph von Uslar dem Befehle seines landgräflichenLehnsherrn, demzufolge einer von Uslar ihm in Person und mit mehr als zwei Pferdenzu dienen habe, nicht nachgekommen sei. Der Pastor Heise hat uns von diesem Ereig-nisse einen Bericht überliefert, 5 ) dessen Treue durch Urkunden (Regg. 959, 990) imAllgemeinen bestätigt wird. Darnach kam in dem genannten Jahre (nach Note 4 imOctobcr) ein landgräflicher Oberst mit einigen Soldaten zu Ross und zu Fuss, nachdemer zuvor kurze Zeit auf Neuengleichen verweilt, vor das damals noch ziemlich festeSchloss Altengleichen, welches die Wittwe Wedekind's II. von Uslar, Anna, geb. vonOldershausen, mit ihren Töchtern bewohnte. Da es spät in der Nacht war, so wies dieHausfrau das Verlangen des Obersten, sie sogleich in wichtigen Angelegenheiten seinesFürsten sprechen zu müssen, mit höflicher Entschuldigung und der Bitte, morgen wiederzu kommen, ab. Allein der Oberst liess nicht nach mit Bitten, und da erbei seinenadeligen Ehren und Treuen" versprach, dass weder ihr noch den Ihrigen Schaden oderGefahr daraus entstehen solle, so gestattete sie endlich die Entgegennahme seines Auf-trages in Gegenwart ihres Schreibers und Vogtes an der Nothpforte. Kaum aber wardiese geöffnet, so drang der Oberst mit seinen Leuten in das Schloss, bemächtigte sichdesselben einschliesslich des grossen Thores, und plünderte trotz des Protestes derHausfrau und deren Erinnerung an sein gegebenes Versprechen derart, dass nichts un-versehrt blieb. 6 ) Viele Lehnbriefe und Urkunden gingen verloren, die Damen wurdenihrer Kleider und Kleinodien beraubt und mussten auf einem Bauerwagen vom Schlosseziehen. Den ganzen Schaden schätzen die Geschwister von Uslar in ihrem Gesuchean den Landgrafen um Erstattung eines Theiles ihres Verlustes auf 3000 Thaler.(Regg. 959, 990.)

Mit der Errichtung eines ewigen Landfriedens auf dem Reichstage zu Worms imJahre 1495, sowie mit der häufigeren Anwendung des Schiesspulvers und des Geschützes,verloren, wie alle Bergschlösser, so auch die Gleichen ihre Bedeutung und geriethen inVerfall. Altengleichen soll bis etwa 1555 bewohnt worden sein, 7 ) dann zogen die

1) Vgl. Neues vaterl. Archiv v.J. 1831, II, S. 158. Es wurde auch Berlevessen (Barlissen), Meyns-

sen (Meensen) und Hemelen (Hemeln a. d. Weser) zerstört, doch liegt der bei Müldener, hist. Nachricht

von zerstörten Bergschlössern in Thüringen, S. 31 u. a. O. sich findenden Angabe, dass auch die Falken-

burg in Thüringen zerstört wurde, eine Verwechselung mit den Inhabern der Burg Herstelle, den Herren

von Falkenberg, zu Grunde. (Schmidt, das cit. Schulprogramm, S. 2, Note 4; Lotze, Gesch. von Drans-

feld, S. 8.) 2 ) Bei Schmidt im cit. Schulprogramm, S. 1, Note 1. 3 ) Havemann, 1. c, I, S. 679;Förstemann, Lesser's hist. Nachrichten von Nordhausen, S. 309. - 4 ) Nach Reg. 990 ist weder 154.2, wie

Heise. Antiq. Kerstling. S. 24-3 (rect. 14-3) will, noch 1543. wie Mithoff, Kunstdenkmale u. Alterthümer imHannoverschen, II, S. 65 angiebt, richtig. Landgrat Philipp I. stand vor seiner Vereinigung mit demHerzog Moritz von Sachsen am 11. Octobr. 1545 in Grossenschneen, am 12. in der Nähe von Göttingen.(Issleib inMittheilungen des Kgl. Sachs. Alterthumsvereins v. J. 1877, Heft 26, S. 42.) 5 ) Antiq.Kerstling. S. 243 (rect. 143); Specht, Stammb. u. Geschl. Register der v. Ufslar, Seite J, 1. b ) Specht,Stammb. etc. Seite J, 3, setzt hinzu, die Räuber seien mit Raub derart beladen gewesen, dass sie einenTheil, insbesondere ein schönes sammtenes Bankpfühl, weggeworfen, und sich gerühmt hätten, sie hättenohnedies genug. 7 ) Gottschalck, Ritterburgen, III, S. 10; Mithoff, 1. c., II, S. 65.

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